Archivierter Artikel vom 05.08.2012, 07:31 Uhr
Kastellaun

Nature One 2012: 56.000 machen die Show

Je tiefer die Nacht, desto bunter leuchtet es auf der Pydna. Laserstrahlen zerschneiden den Himmel. Sie ritzen Muster in die Dunkelheit, reißen Lichtflächen auf, als ob grelle Polarlichter über dem Hunsrück tanzen. Tanzen – um nichts anderes geht es auch am Boden: Zehntausende sind in Bewegung, allesamt Technofans, die sich auf der 18. Nature One austoben. 56.000 sollen es sein, die dieses Mal zum deutschlandweit größten Festival für elektronische Musik in den Hunsrück gekommen sind.

Die Techno-Party der Superlative des Jahres 2012 ist vorbei: 56.000 Menschen haben den 18. Geburtstag der Nature One auf der Pydna bei Kastellaun im Hunsrück gefeiert. Nach der ersten Schätzung der Veranstalter von i-Motion liegt die Besucherzahl damit nur 5000 unter dem Rekord von 2009, als 61.000 angereist waren. Zum Finale von Samstag bis Sonntag gab es es neben dem Musikprogramm eine Feuershow und ein großes Feuerwerk.

Andreas Jöckel

Damit 56.000 Raver sorglos feiern können, waren vom Aufbau bis zum Abbau rund 2500 Mitarbeiter im Vorfeld und auf der ehemaligen Raketenbasis im Einsatz. „Ich freue mich und bin begeistert“, sagt Geschäftsführer Nik Schär zu dem Erfolg, an dem sicherlich auch das schöne Wetter seinen Anteil hatte. „Aber das haben wir uns nach den zwei verregneten Jahren mal wieder verdient“, meint Schär.

Andreas Jöckel

Dass zum Ende des Festivals dann doch ein paar Regentropfen fielen, tat der Feierlaune dann auch keinen Abbruch mehr, zumal Laserstrahlen bei leichtem Regen sogar viel besser wirken.

Andreas Jöckel

Am Open-Air-Floor sorgten am zweiten Festivaltag Stars wie Paul van Dyk, Markus Schulz und Anthony Rother für satte Sounds. Dass die Turntables keine reine Männerdomäne sind, bewiesen die Nervo-Zwillinge am späten Abend.

Andreas Jöckel

Die Fans elekronischer Musik waren von der Klangmischung meist begeistert.

Andreas Jöckel

Zu später Stunde zeigte auch die Lichtanlage am Open-Air-Floor noch einmal, was sie für Spielchen drauf hat.

Andreas Jöckel

Für die meisten Raver begann der Festivaltag jedoch schon viel früher, nämlich auf dem Campingplatz bei Hasselbach am Fuße der Pydna.

Andreas Jöckel

Bei über 20 Grad und viel Sonnenschein ist ein Tänzchen im Planschbecken sehr erfrischend.

Andreas Jöckel

Auch wenn es etwas staubt...

Andreas Jöckel

...tanzen viele mitten im Camping-Village durch den Tag...

Andreas Jöckel

...oder einfach auf dem Dach des Wohnmobils.

Andreas Jöckel

Wer sich schon schick für die Nacht gemacht hat...

Andreas Jöckel

...pilgert zum Festivalgelände,...

Andreas Jöckel

...wo Walking-Acts die Gäste bereits am Eingang unterhalten.

Andreas Jöckel

Einige feiern direkt am Open-Air-Floor ab,...

Andreas Jöckel

...andere gehen erst noch shoppen,...

Andreas Jöckel

...oder stimmen sich gemächlich auf die Partynacht ein.

Andreas Jöckel

Dann wird nicht lange nachgedacht,...

Andreas Jöckel

...sondern gejubelt, was das Zeug hält,

Andreas Jöckel

Noch bevor die Sonne am Open-Air-Floor untergeht,...

Andreas Jöckel

...hebt sich die Tanzlust....

Andreas Jöckel

...und steigt die Feierlaune.

Andreas Jöckel

Auch im Century Circus legen Frauen Hand ans Pult: Kerstin Eden heizt schon mal vor,...

Andreas Jöckel

...bevor die Laser über den Köpfen der Menge,...

Andreas Jöckel

...zu den Sets von Klaudia Gawlas, Felix Kröcher und Sven Väth strahlen.

Andreas Jöckel

Auch in den Bunkertunneln geht die Party weiter...

Andreas Jöckel

,,,und auch hier wird nicht mit Lasertechnik gespart.

Andreas Jöckel

Am Open-Air-Floor fiebert das Festival seinem Höhepunkt entgegen.

Andreas Jöckel

Auf einem Bunkerhügel gibt es eine Feuershow,...

Andreas Jöckel

...bevor zu den Klängen von Natur One Inc. das Feuerwerk zur diesjährigen Hymne gezündet wird.

Andreas Jöckel

Danach begeistert Paul van Dyk mit seinem Set zum neuen Album „Evolution“, mit dem er zur Zeit auf Tour ist.

Andreas Jöckel

Auf seinem Streifzug über den Campingplatz...

Andreas Jöckel

...und über die Pydna...

Andreas Jöckel

...ist das RZ-Team wieder vielen fröhlichen Menschen begegnet,...

Andreas Jöckel

...die wir unseren Lesern,...

Andreas Jöckel

...nicht vorenthalten möchten...

Andreas Jöckel

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Andreas Jöckel

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Andreas Jöckel

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Andreas Jöckel

Doch zum Abschied bleibt nur: Auf Wiedersehen zur Nature One 2013!

Andreas Jöckel

Kastellaun – Je tiefer die Nacht, desto bunter leuchtet es auf der Pydna. Laserstrahlen zerschneiden den Himmel. Sie ritzen Muster in die Dunkelheit, reißen Lichtflächen auf, als ob grelle Polarlichter über dem Hunsrück tanzen. Tanzen – um nichts anderes geht es auch am Boden: Zehntausende sind in Bewegung, allesamt Technofans, die sich auf der 18. Nature One austoben.

56.000 sollen es sein, die dieses Mal zum deutschlandweit größten Festival für elektronische Musik in den Hunsrück gekommen sind. Allein im Rund vor der größten Bühne, dem Open Air Floor, finden 10 000 Feiernde Platz – fast doppelt so viele wie in der Kleinstadt Kastellaun leben, in deren Nachbarschaft die Nature One auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna stattfindet.

Dort, tief im Wald, können die Bässe ungestört pulsieren. Techno muss laut sein, der Beat nicht nur in die Ohren dringen, sondern im ganzen Körper vibrieren. Das klappt auf der Pydna – und wie! Über das gesamte Areal verteilt wummern Boxen, an vier großen Bühnen, in Zelten, in, vor und auf den Bunkern. 23 Tanzflächen gibt es insgesamt. Die Partygemeinde hüpft und stampft auf jedem Tanzboden zu einem anderen Beat. Darin einzutauchen, gelingt im Rund der Boxen direkt, auf dem Weg dorthin aber fließen Sounds ineinander. Doch sogar hier, in der Schnittmenge der Musik mehrerer DJs, tanzen die Leute, bahnen sich, an den Imbissständen vorbei, hüpfend den Weg. Ihr Ziel: der nächste Dancefloor.

Ein paar Paradiesvögel sind unter den Feiernden, die Kostüme schrill, die Farben grell. Hier und da toben ein paar Jungs in Tierkostümen übers Gelände, die meisten aber zeigen sich lieber cool mit Sonnenbrille, Mädchen wie Jungs.

Etwas Schwung müssen die Raver nehmen, die es auf die Bunkerhügel zieht: Steil geht es hinauf, ein paar Treppenstufen helfen. Auf den Hügel am Ende des Geländes locken beispielsweise ein neonleuchtender Mond und surreal verformte Sterne. Ein tiefer, regelmäßiger Bass treibt die Tänzer voran. House gibt es hier – und zum melodischen Treiben einen grandiosen Ausblick dazu: Vom Hügel aus liegt einem die Nature One zu Füßen, ein Meer aus Lichtern, Körpern und Musik.

Wieder unten gibt's im Zelt des niederländischen Klubs Thunderdome ein basslastiges Inferno: Hier ballert es aus den Boxen wie Gewehrsalven, purer Gabba. Dazu springen ein paar Fans umher. Viele aber ziehen hier das Zuschauen vor, es sind Raver, die an anderen Beats mehr Freude haben. Hier und da drückt einer die Ohrstöpsel etwas fester. Ein Hörschutz ist auch in den Bunkern nicht verkehrt: In den langen Gängen pumpt der Bass gehörig. Nur Beton und Stahl – hier ist nichts, was den Sound schlucken könnte.

Luftiger wird's auf dem Open Air Floor. Das Herz der Nature One ist eine Arena aus Sound und Licht: Laser zucken, unzählige LEDs leuchten, wenn die Großen der Techno- und Houseszene zum Tanz bitten. Sander van Doorn legt hier beispielsweise auf, ebenso Paul von Dyk. Als er in der Samstagnacht ans DJ-Pult tritt, recken sich ihm Tausende Hände entgegen. Gerade ist über dem Gelände das Feuerwerk abgebrannt, einer der Höhepunkte des Festivals, jetzt kann es bitteschön mit Volldampf weitergehen.

Die Leute johlen, sind heiß auf van Dyks Sound. Der DJ ist weltweit ein Star – auf der Nature One wird er besonders geliebt. Elf- oder zwölfmal hat er hier schon gespielt, so genau kann von Dyk es nicht mehr sagen. Das Festival im Hunsrück ist jedenfalls immer ein fester Termin in seinem übervollen Kalender, sagt er nachts, kurz bevor er vor die Masse tritt. „Ich komme immer gern her“, berichtet der Berliner, lobt die Organisation des Festivals und die Feierfreude der Nature-One-Besucher. Die ist dieses Mal, nach zwei Regenfesten in den Vorjahren, auch dank des Wetters ungetrübt: Von Donnerstag an bis in die Nacht zum Sonntag bleibt es trocken. Als am frühen Morgen die Tropfen fallen, sind sie für die Tanzenden quasi als Erfrischung abzutun. Veranstaltungschef Nikolaus Schär ist ebenfalls glücklich über das Wetter: „Die Nature One ist mit Sonne einfach schöner.“ Punktum.

Von unserer Redakteurin Anke Hoffmann