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Rhein-Lahn

Hohe Spritpreise machen Wirtschaft Sorgen

Glücklich ist, wer derzeit ohne ein Auto auskommt: Die immer weiter steigenden Spritpreise vermiesen Autofahrern zurzeit ziemlich die Laune. Leidtragende sind nicht nur die Pendler, die Tag für Tag auf ihr Auto angewiesen sind. Genauso gebeutelt sind auch die Unternehmer – besonders, wenn sie mit Mobilität ihr Geld verdienen.

Rhein-Lahn – Glücklich ist, wer derzeit ohne ein Auto auskommt: Die immer weiter steigenden Spritpreise vermiesen Autofahrern zurzeit ziemlich die Laune. Leidtragende sind nicht nur die Pendler, die Tag für Tag auf ihr Auto angewiesen sind. Genauso gebeutelt sind auch die Unternehmer – besonders, wenn sie mit Mobilität ihr Geld verdienen.

Eine RLZ-Umfrage in der heimischen Wirtschaft zeigt: Wenn die Entwicklung weitergeht wie bisher, könnten Geschäftsmodelle von Taxiunternehmen und Speditionen bald schon nicht mehr aufgehen.

Von der Politik fühlen sich heimische Unternehmer allein gelassen. 20 Prozent höhere Ausgaben für Sprit als vor einem Jahr, damit müsse sie schon rechnen, schildert Karla Seitz.

Die Lahnsteinerin führt eine kleine Spedition, ihre drei Lastwagen sind 90 000 Kilometer im Jahr unterwegs. Die hohen Ausgaben für den immer teurer werdenden Diesel belasten das Unternehmen. "Ich kann nicht anders, als die Mehrausgaben teilweise an meine Kunden weiterzugeben", macht Seitz klar.

Aber auch das könne nicht alle Probleme wettmachen. Deshalb würden Insolvenzen in ihrer Branche immer mehr zum Thema, klagt die Spediteurin.

Ärger auch über die Maut auf Landstraßen

Was sie ärgert: dass im Sommer auch noch die Lkw-Maut für vierspurige Landstraßen kommen soll. Ein falsches Signal aus der Politik sei das. "Die Maut sollte vielmehr sinken, genauso wie die Kfz-Steuer", fordert Seitz einen Ausgleich für die wachsenden Belastungen. "Was da gerade läuft, ist eine Katastrophe für uns."

Auch Marek Swakowski findet deutliche Worte zum Thema Spritpreise. Der Taxiunternehmer aus Hahnstätten muss aus der Entwicklung Konsequenzen ziehen: "Wir werden unsere Angebote jetzt neu formulieren", sagt er. Damit spricht Swakowski die Verträge mit seinen Stammkunden an, die regelmäßig Fahrten bei seinem Unternehmen buchen.

So günstig wie bisher, das sei wohl nicht mehr lange drin. Swakowski teilt das Problem all derer, die auf ihren Wagen angewiesen sind: "Wenn der Tank leer ist, muss ich tanken. Ich kann nicht warten, bis die Preise etwas sinken." Die Dieselmotoren seiner Flotte umzurüsten, sei auch keine Option. "Die Spritpreisentwicklung ist absolut willkürlich", zeigt er sich von der Politik enttäuscht.

Probleme bekommen aber auch die Unternehmen in anderen Branchen. "Fast für jeden Mitarbeiter haben wir ein Auto", erklärt Christine Michel. Was das für ihr Diezer Malergeschäft bedeutet: "Unsere Betriebskosten steigen massiv an." Baustellen hat das Unternehmen im Radius von bis zu 70 Kilometern, da ist Sprit ein massiver Kostenfaktor.

Außerdem hat sie den Eindruck, dass der Dieselpreis ganz besonders rasch steige. "300 Euro Mehrausgaben pro Monat für unsere sechs Autos, das ist schon eine ziemlich heftige Summe", beklagt sie sich. Dass die Politik von Unternehmen und Berufstätigen immer mehr Flexibilität fordere, ohne die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, ärgert sie.

In das gleiche Horn stößt IHK-Geschäftsführer Richard Hover – und schlägt so den Bogen zurück zu den Pendlern, die neben den Unternehmen besonders stark betroffen sind: "In einer ländlichen Region wie dieser leidet die Standortqualität unter den Spritpreisen. Die Arbeitsplätze im Kreis werden unattraktiv, wenn man sie mit dem Auto nicht kostengünstig erreichen kann", mahnt Hover an.

Gerade dort, wo der öffentliche Nahverkehr nicht ausreichend sei, gehe ohne Auto nichts. Das müsse man der heimischen Wirtschaft zuliebe bedenken.

Von unserem Reporter Alexander Hoffmann

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