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    Berlin

    Grundschüler werden schlechter: Viertklässler in Rheinland-Pfalz liegen unter dem Bundesdurchschnitt

    Deutsche Grundschüler werden immer schlechter – und die rheinland-pfälzischen Viertklässler liegen sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt. Sie haben vor allem mit dem Zuhören Probleme. Das geht aus dem IQB-Bildungstrend hervor, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-Universität in Berlin veröffentlicht hat. Demnach sind Deutschlands Grundschüler innerhalb der vergangenen fünf Jahre in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung zurückgefallen. Beim Lesen sind sie dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie im Jahr 2011.

    Bildung
    Mehr als jeder zehnte Viertklässler erreicht beim Lesen und beim Zuhören bundesweit keine Mindeststandards. Symbolbild: dpa
    Foto: dpa

    „Die Ergebnisse sind ernüchternd“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU). „Sie zeigen einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik.“ Untersucht wurde, inwieweit Viertklässler bestimmte Bildungsstandards der KMK in beiden Fächern erreichen.

    Zwischen den Ländern gibt es große Unterschiede, dabei schneidet Rheinland-Pfalz nicht besonders gut ab. Zum Beispiel beim Zuhören im Fach Deutsch: 12,6 Prozent der Viertklässler im Land erreichen nicht den Mindeststandard. Schlechter schneiden nur die Schüler in Sachsen-Anhalt (13,2), Berlin (15,6) und Bremen (20,8) ab. Beim Lesen erreichen 13,8 Prozent der rheinland-pfälzischen Grundschüler nicht die Mindestanforderungen. Damit liegt das Land im unteren Drittel der Bundesländer – schwächer sind nur die Schüler in Hamburg (14,2), Nordrhein-Westfalen (15,7), Berlin (20,0) und Bremen (25,5). Über dem Bundesschnitt liegen Sachsen (7,2), Bayern (7,9), Schleswig-Holstein (8,8).

    Bei der Rechtschreibung liegt der Anteil der rheinland-pfälzischen Schüler, die den Mindeststandard nicht erreichen, mit 23,4 Prozent etwas über dem Bundesdurchschnitt (22,1 Prozent). Bayern und das Saarland lagen deutlich über dem Bundesschnitt. In der Mathematik haben die Viertklässler die Linie des Bundesschnitts fast erreicht: 15,8 Prozent verfehlen den Mindeststandard – bundesweit sind es 15,4.

    Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig blickt gelassen auf die IQB-Studie: „Die Leistungen der rheinland-pfälzischen Grundschülerinnen und -schüler bewegen sich im direkten Ländervergleich weitgehend im Durchschnitt aller deutschen Länder“, sagte sie laut einer Pressemitteilung. Die Opposition im Land sieht das anders: „Die Ergebnisse der IQB-Studie müssen aufrütteln. Denn Rheinland-Pfalz schneidet dabei schlecht ab. Wir unterschreiten in den meisten getesteten Bereichen die Mittelwerte in Deutschland“, heißt es vonseiten der CDU-Landtagsfraktion.

    Bildungsministerin Hubig sieht die Ursachen der Studienergebnisse unter anderem in der Migration: „Natürlich sind wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Es ist allerdings in einer Zeit entstanden, die für alle Lehrerinnen und Lehrer mit besonderen Herausforderungen verbunden war“, bezog sie sich auf die zunehmende Heterogenität in den Grundschulklassen. Deshalb käme der Sprach- und Leseförderung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund eine ebenso gewichtige Rolle zu wie der individuellen Förderung von leistungsschwachen und leistungsstarken Schülerinnen und Schülern, so die Ministerin.

    Tatsächlich hat sich seit der vorherigen Erhebung 2011 die Zusammensetzung der Schülerschaft verändert. Der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund erhöhte sich um mehr als ein Drittel auf 34 Prozent. Zudem besuchen auch mehr Kinder mit Behinderung eine allgemeine Schule. Die Studienautorin Petra Stanat erläuterte jedoch, der gestiegene Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund sei vor allem auf in Deutschland geborene Kinder zurückzuführen. „Wir haben die Schüler, die 2015 mit Fluchterfahrung ins System gekommen sind, überwiegend noch nicht drin.“ Erst nach einem Jahr würden Schüler in die Tests einbezogen. Sie erwarte aber dadurch keine starken Änderungen. Stanat betonte, der gestiegene Anteil an Zuwandererkindern sei nicht gleichbedeutend mit schlechteren Leistungen. „Die Trends gehen bei deutsch- und migrationsstämmigen Kindern in eine ähnliche Richtung“, sagte sie. Bei Zuwandererkindern sei oft auch die soziale Schlechterstellung der Grund für mögliche Probleme.

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warf den Ländern Vernachlässigung der Grundschulen vor. „Die Länder haben sich zu wenig darum gekümmert, dass ausreichend Lehrkräfte ausgebildet werden“, sagte Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann. An der Studie nahmen 29.259 Schüler aus allen 16 Bundesländern teil. frö/dpa

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