London/Mainz

Geldschein mit Elvis-Note akzeptiert? England lacht (zu Unrecht) über Deutschland

England lacht über die Deutschen: Ein 20 Pfund-Schein mit dem Konterfei von Elvis sei in einer deutschen Bank angenommen worden, ohne dass irgendwer stutzig geworden ist. Die Falschgeldstelle der Bundesbank kann die deutsche Ehre aber wiederherstellen – zumindest in Teilen.

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London/Mainz – England lacht über die Deutschen: Ein 20 Pfund-Schein mit dem Konterfei von Elvis sei in einer deutschen Bank angenommen worden, ohne dass irgendwer stutzig geworden ist. Die Falschgeldstelle der Bundesbank kann die deutsche Ehre aber wiederherstellen – zumindest in Teilen.

Es bot sich an für Wortspiele mit Elvis-Titeln: „Return to Spender“, schreibt die Daily Mail. Der 20-Pfund-Schein habe einen deutschen Schalterangestellten ohne „susipicious mind“ genarrt. Ein Kunde habe das Geld mit weiteren Fremdwährungen eingezahlt, in der Bank sei nichts aufgefallen. Erst bei der Bundesbank, die in dieser Woche ihre Falschgeldbilanz vorgestellt hat. Ein „sichtlich erschütterter“ Sprecher der Bundesbank habe eingeräumt, dass es offensichtlich Betrug war, aber das Geldsystem erreicht hat„.

Wenn man beim Leiter der Falschgeldstelle der Bundesbank in Mainz nachfragt, hört sich die Geschichte allerdings etwas anders an. “Der Elvis-Schein ist nicht in den Zahlungsverkehr gelangt„, sagt dort Rainer Elm. Der King unter den Scheinen – und weitere Geldnoten in verschiedenen Währungen mit kuriosen Aufdrucken – wurden demnach in Dortmund bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt. “In solchen Fällen wird geprüft, ob der Schein verwechselungsfähig ist oder keine Verwechselungsfahr besteht.„ Elvis hin oder her – der Schein gilt als “verwechselungsfähig„. So etwas könne dann mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige geahndet werden.Bei Ebay sind sie gleichwohl einfach zu bestellen.

Zum Ausgang des Dortmunder Falls konnten am Mittwoch weder Bundesbank noch Staatsanwaltschaft Dortmund etwas sagen. Falschgeld-Spezialist Elm kann lediglich bestätigen, dass es sich nicht um ein Falschgelddelikt gehandelt habe. “Die Scheine wurden nicht als Zahlungsmittel in Verkehr gebracht.„

Ganz undenkbar wäre das aber nicht. “Wenn man bedenkt, dass es auch Menschen gibt, die 300-Euro-Scheine akzeptieren, hätte auch ein 20-Pfund-Schein mit Elvis gute Chancen„, so Elm. “Es gibt eben Menschen, die sich wenig damit beschäftigen." Und das wohl auch in England. Anlass für Spott gibt's also auf der Insel nicht.

Lars Wienand