Archivierter Artikel vom 11.12.2012, 13:21 Uhr
Frankfurt

Fluchender Purzel-Pinguin: Experte glaubt an technische Tricks

Es ist ein Video, das mit ein paar Tausend Klicks schon länger im Netz dümpelte – und zufällig passend zum Wintereinbruch in Deutschland so richtig Furore macht. Ein Pinguin rutscht aus – und der Betrachter hört ihn schimpfen. Das ist so putzig, dass man sich gar nicht mit der Frage aufhalten will, ob es echt ist. Zweifel sind angebracht.

Pingu
Pingu
Es sind nur zwölf Sekunden Film, aber weltweit werden derzeit damit Stunden verbracht, sie sich anzusehen. Eine Gruppe Pinguine watschelt über das Eis, man hört sie trippeln – und dann rutscht einer aus. Und die Laute, die dann zu hören sind, machen den Film zum Renner. Es wirkt so menschlich. Begeistert wird das Video kommentiert. Nutzer scheinen es sich zigfach angesehen zu haben und noch nicht genug zu haben.

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Doch machen Pinguine überhaupt solche Stimmen? „Ja“, sagt Dr. Stefan G. Stadler, Vogelkurator beim Zoo Frankfurt. „Der Ruf ist ein Ruf eines Königspinguins, zumindest der erste.“ Wer sich selbst überzeugen will – Stadler verweist auf eine Hörprobe.

Beim zweiten Laut, dem Seufzen, ist sich der Fachmann da nicht so sicher. Und die Trippelgeräusch und das Platschen vom Sturz hält Stadler für eine Produktion aus dem Studio. „Ich bin kein Tontechniker, aber das kommt mir vor wie nachträglich hinzugefügt.“ Lauschangriffe auf Pinguine gibt es gleichwohl, manche Universitäten haben große Datenbanken. „Und schmunzeln musste ich bei dem Video auch.“

Der YouTube-Nutzer, der den Film hochgeladen hat und die Frage zur Echtheit genau beantworten könnte, war vor mehr als einem Jahr letztmals auf YouTube aktiv. Den Hype um sein Video hat er vielleicht gar nicht mitbekommen: Eine Millionen Abrufe hat der Film innerhalb von drei Tagen, nachdem er innerhalb von fast zwei Jahren nur gut 4000 hatte. Jetzt verbreitet er sich viral.

Und wie verhält es sich mit Pinguinen und der Rutschgefahr? „Es gibt auch einige Arten, die sich auf dem Eis nicht wohl fühlen würden, weil sie unter anderen Bedingungen leben“, sagt Stadler. Ernsthafte Verletzungsgefahr besteht aber nicht. „Sie sind ja gut gepolstert. Und fallen nicht tief.“ Es darf also ohne schlechtes Gewissen gegrinst werden ...

Autor:
Lars Wienand
(Mail, )

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