Archivierter Artikel vom 04.06.2016, 20:29 Uhr
Mendig

Festivalcamper bei Rock am Ring: Wohin bei Gewitter?

Nach heftigen Gewittern am Freitagabend gab es auch am Samstagabend zwei Gewitter und Warnungen vor starkem Regen. Wo finden Festivalcamper in einem solchen Fall Schutz? „Ein normales Zelt bietet keinen Schutz vor Blitzeinschlägen“, schreibt der Bundesverband der Campingwirtschaft.

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Der Veranstalter verbreitet über die sozialen Medien Warnungen und beruft sich auf den Wetterdienst. So geschehen auch nach der Pressekonferenz am Samstagnachmittag: Aufgrund akuter Unwettergefahr sollten Festivalbesucher bis auf Weiteres in ihren Zelten oder Autos bleiben.

Wer sich auf dem Festivalgelände in Mendig einmal umschaut, sieht schnell, dass es dort kaum Alternativen gibt. Die wenigen größeren Gebäude oder Zelte reichen nicht für die über 90.000 angereisten Besucher. Doch das Auto scheint auch keine Alternative zu sein. Zumindest keine schnell zu erreichende. Denn die Parkplätze liegen oft einen guten Fußmarsch entfernt. Bleibt also nur das Zelt. Doch ist man da vor Gewittern sicher?

Der Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) hat ein Informationsblatt „Verhalten auf Campingplätzen bei Gewitter“ veröffentlicht (PDF). Darin heißt es: „Gefährlich sind Blitze vor allem für Personen, die sich zum Zeitpunkt des Gewitters im Freien aufhalten, bzw. sich im Zelt befinden. Für Camper/ Zelter gilt deshalb: Ein normales Zelt bietet keinen Schutz vor Blitzeinschlägen. Durch die Schrittspannung auf der Erdoberfläche oder durch den Stromfluss durch die Zeltstangen können Insassen geschadet werden. Ein Zelter sollte daher bei Gewittereinbruch in einem Gebäude des Campingplatzes Schutz suchen (alternativ in einer sicheren Fahrerkabine). Hier ist zu beachten: Erst 30 Minuten nach dem letzten Donner ist wirklich Entwarnung geboten.“

Wenn das Zelt jedoch der einzige Schutz ist, empfiehlt der ADAC:

  • Zeltwand und -gestänge nicht berühren.
  • Sich in Zeltmitte – möglichst entfernt vom Zeltgestänge – in Kauerstellung hinhocken.
  • Auf keinen Fall auf den blanken Boden, sondern möglichst auf trockener Luftmatratze oder Campingliege mit Metallgestänge setzen und dabei das Metall und den Boden nicht berühren
  • Eventuell in das Zelt führende Stromkabel entfernen.
  • Plastikteller oder Gummikapseln an den Gestängefüßen zur besseren Erdung entfernen.

nbo

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