Archivierter Artikel vom 18.02.2013, 13:24 Uhr

Farne bieten bizarre Pracht am heimischen Fenster

Im Wald begegnen einem Farne auf Schritt und Tritt. Sie besiedeln die schattigen Plätze unter den Bäumen, wachsen aus Felsritzen und schmücken mit ihren Wedeln Plätze, an denen sich die Sonne rar macht.

Farne, hier ein Schwertfarn, mögen Wohnräume – denn dort herrschen für sie ideale Klimaverhältnisse. 
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Farne, hier ein Schwertfarn, mögen Wohnräume – denn dort herrschen für sie ideale Klimaverhältnisse.
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„In schattigen, luftfeuchten Wäldern, Schluchten und Bachtälern sowie niederschlagsreichen Gebieten kommen unsere Zimmerfarne natürlich vor“, sagt Michael Schwerdtfeger, Kustos des Alten Botanischen Gartens der Georg-August-Universität zu Göttingen. Diese natürlichen Bedingungen gehören zu den Gründen, warum die Farne auch in der Wohnung gut gedeihen. Die üblichen Zimmertemperaturen zwischen 16 und 22 Grad entsprechen ihren natürlichen Ansprüchen, sagt Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Die tropischen Arten sind in der Regel immergrün und haben einen bizarren, attraktiven Wuchs“, erläutert der Pflanzenexperte. Zwar tragen Farne keine Blüten, aber sie haben attraktive Blätter, die sogenannten Wedel.

Da die Blüten fehlen, vermehren sie sich anders als die meisten Pflanzen. „Auf der Blattunterseite der Farnwedel sitzen kleine Sporenhäufchen“, erläutert Schwerdtfeger. Aus den feinen Sporen entstehen Vorkeime, die wie kleine grüne Läppchen aussehen. Auf diesen bilden sich die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, aus denen schließlich ein neuer Farn entsteht.

Zimmerfarne gibt es in vielen Größen. Zu den kleineren Gattungen zählt der Frauenhaarfarn (Adiantum). „Will man mit diesem sehr zarten und feingliedrigen Farn Erfolg haben, muss die Luftfeuchtigkeit stimmen“, sagt Schwerdtfeger. Er reagiert empfindlich auf trockene Luft und Zugluft durch ein gekipptes Fenster.

Von Dorothee Waechter