Archivierter Artikel vom 11.11.2011, 13:38 Uhr

Energiesparen: Verbrauch senken – Gewusst wie!

Hausbesitzer können mit einer Modernisierung ihren Energieverbrauch drastisch senken. Wer zuvor sein Haus von einem Energieberater analysieren lässt, spart am meisten. Wie eine solche Energieberatung konkret aussieht – und wo sich in der Regel das meiste Sparpotenzial ergibt, erläutert Diplom-Ingenieur Wolfgang Pfanner als Projektkoordinator des Energieforum Rheinland-Pfalz.

Energiesparen: Verbrauch senken – Gewusst wie!
Moderne Solartechnik: Neubausiedlung mit Photovol-taikanlagen.

Hausbesitzer können mit einer Modernisierung ihren Energieverbrauch drastisch senken. Wer zuvor sein Haus von einem Energieberater analysieren lässt, spart am meisten. Wie eine solche Energieberatung konkret aussieht – und wo sich in der Regel das meiste Sparpotenzial ergibt, erläutert Diplom-Ingenieur Wolfgang Pfanner als Projektkoordinator des Energieforum Rheinland-Pfalz.

Energiesparen: Verbrauch senken – Gewusst wie!
Diplom-Ingenieur Wolfgang Pfanner hat unter anderem über 15 Jahre Erfahrung in der Gebäudesanierung und ist als Projektkoordinator das „ausführende Organ“ für die Energieforen Rheinland-Pfalz und Hessen, zu finden unter www.hilfe-energie.de.

Herr Pfanner, ob für die Umwelt oder den eigenen Geldbeutel – Energiesparen will eigentlich jeder.Es gibt zahlreiche Anbieter, die entsprechende Beratungen anbieten. Wie finde ich den richtigen?
Diese Aussage ist nur zum Teil richtig. Zur Zeit haben wir in Deutschland über zwölf Millionen Bestandsimmobilien, für die bei weitem zu wenige qualifizierte Energieberater zur Verfügung stehen,um für die Energiewende gerüstet zu sein. Das Energieforum Rheinland Pfalz ist angetreten, diese Lücke zu schließen – und hat unter anderem ein professionelles Kooperationspartnernetzwerk von zertifizierten Vor-Ort-Beratern etabliert.

Über welche Qualifikationen verfügen denn die von Ihnen eingesetzten Berater?

Qualifikationskriterium ist nicht nur die professionelle Vor-Ort-Beratung, sondern auch das gesamte Umfeld wie Reaktionsgeschwindigkeit, Kommunikation mit den Kunden sowie die Begleitung möglicher energetischer Sanierungsmaßnahmen – auch nach Ablieferung des Energieeinsparberichtes.
Ist denn eine qualifizierte Beratung für nur 25 Euro überhaupt möglich?
Ja. Ein erfahrener Energieberater sieht im Prinzip sofort, wo das Salz in der Suppe liegt. Der symbolische Betrag von 25 Euro ist als Hilfestellung für den Kunden zu sehen, die Angstschwelle zuüberwinden und sich mit diesem Thema überhaupt positiv zu befassen.

Sehr oft – um ehrlich zu sein, fast immer – sind die Kunden überrascht, was wir bei einer ersten Hausbegehung alles so feststellen. In neun von zehn Fällen ist die Einsicht zur Erstellung eines ausführlichen und umfassenden Energieberichtes vorhanden, zumal dieser ja auch mit 300 Euro für ein Einfamilienhaus gefördert wird.
Wie sieht denn der konkrete Ablauf einer Vor-Ort-Beratung aus?

Zunächst verschafft sich der Energieberater einen ersten Eindruck, hört sich Pläne und Zielvorstellungen des Kunden genau an. Dann erfolgt eine Außenbegehung der Immobilie. Danach findet in der Regel eine Besichtigung der Kellerräume inklusive Inspektion der Heizungsanlage statt. Auch der Dachboden wird untersucht und die Dämmausstattung begutachtet. Wenn möglich werden Baupläne und Bauakte eingesehen. Abschließend wird ein Energiesparbericht nach Standard des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) erstellt und sofort umsetzbare Einspartipps erläutert.

Wo liegt – bei einem klassischen Einfamilienhaushalt – Ihrer Erfahrung nach am meisten Sparpotenzial?
78 Prozent der Energiekosten werden für das Heizen aufgewendet und elf Prozent für die Warmwasseraufbereitung. Der restliche Anteil fällt auf die Beleuchtung und sonstige Elektrogeräte. Mein Tipp: Richtig Heizen – durch richtig eingestellte Heizkörper und Heizungsanlagen. Regelmäßig lüften. Die Normraumtemperatur beträgt 19 Grad Celsius. Pro Grad mehr bedeuten zirka fünf Prozent mehr Energie – und somit fünf Prozent höhere Kosten.
Ist die Effizienzsteigerung von Gebäuden eigentlich grundsätzlich mit größeren Investitionen verbunden?

Dies hängt vom Einzelfall ab. Das Alter und der vorgefundene Modernisierungsgrad ist hier der ausschlaggebende Faktor. Der Immobilienbesitzer sollte sich nicht scheuen, mit unseren Energieberatern zu diskutieren. In vielen Fällen deckt die Ersparnis der Energiekosten die Finanzierung der Sanierungskosten. Es findet also nur eine Umschichtung von der Bezahlung externer Versorger in die eigene Tasche statt.

Wie hoch schätzen Sie das Einsparpotenzial eines typischen Einfamilienhauses aus den 70iger Jahren ein?
Mit den heutigen, mehrfach eingesetzten und erprobten Technologien ist es möglich, ein solches Haus zu einem Energie-Plus-Haus, sprich Null Energiekosten in der Jahresbilanz, umzurüsten und sich damit unabhängig von Öl-und Gaspreissteigerungen zu machen. Und ganz nebenher schützt man die Umwelt durch eine nicht unerhebliche COx-Reduktion.

Was raten Sie Verbrauchern, die trotz gigantischen Sparpotenzials Investitionen – z.B. in ein neues Heizsystem – scheuen?
Sprechen Sie mit uns. Sie werden sehen, das es anschließend nur eine Frage der Darstellung ist, um zu erkennen, dass der Kunde im Prinzip keine zusätzlichen Kosten hat, sondern seine Ausgaben lediglich umschichtet – anstatt zu fremden Dritten in seine eigene Tasche. Beim momentan niedrigen Zinsniveau sowie den attraktiven KfW-Förderprogrammen ergibt dies sogar in vielen Fällen eine positive Bilanz in der Haushaltskasse.

Energieforum:

Umfangreiche Informationen zur staatlich geförderten Energieberatung sowie zur effizienten Nutzung von Energie finden sich auf dem Onlineportal „Energieforum Rheinland-Pfalz“ unter der Internetadresse www.energieforum-rlp.de. Als Anlaufstelle im Internet bietet es Verbrauchern, Herstellern und Dienstleistern im Energiebereich eine gemeinsame Plattform.