Archivierter Artikel vom 09.05.2012, 01:00 Uhr

Das Dach über dem Kopf – ist mehr als gedacht

Das Dach hat jetzt Hochsaison. Ob Neubau, Reparatur oder Sanierung, vor allem in den schönen Jahreszeiten bietet sich die Gelegenheit für Häuslebauer und Hausbesitzer die anstehenden Arbeiten in luftiger Höhe ausführen zu lassen. Dazu Informationen und Tipps von der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein

„Jetzt hat das Dachdeckerhandwerk Hochkonjunktur. Aber Dächer sind ein Ganzjahresthema,“ so Innungsobermeister Karl-Heinz Bischoff,Planungen, reine Bestandsaufnahmen und Arbeiten unter dem Dach sind auch bei schlechter Witterung möglich und notwendig.“ Das Dach ist eines der meist belasteten Bauteile mit wesentlich mehr Funktionen als noch vor wenigen Jahren. Es trägt

maßgeblich dazu bei, dass die Attraktivität einer Immobilie von Grund auf wertvoll gestaltet wird, dass der Wert der Immobilie erhalten und gesteigert wird.

So vielfältig die Funktionen des zeitgemäßen Daches sind, so vielseitig hat sich auch der Beruf des Dachdeckers und seine Handwerksleistung entwickelt. Die Beratung bei der Auswahl des Materials, die handwerklich solide Ausführung sind seit Jahrhunderten die

Domäne des Dachdeckerhandwerks.

Heute ist diese Handwerksleistung wesentlich umfangreicher. Es werden nicht nur Dächer gedeckt. Fassaden gestalten, Blitzschutzanlagen planen und installieren und nicht zuletzt die Montage regenerativer Energieanlagen sind für Dachdecker heute eine Selbstverständlichkeit.

Solare Energiegewinnung ist eines der zentralen Themen, dem sich Immobilieneigentümer und auch Dachdecker widmen.

Tradition, Gegenwart und Zukunft – mehr Materialauswahl

Es waren früher die Anthrazit- und Brauntöne von Schiefer und Ziegel, die unsere Dachlandschaft bestimmt haben. Heute ist diese Welt farbiger geworden. Glasierte Buntziegel in vielen Farbvarianten, metallische Eindeckungen, Metallfarben bis hin zu bunten Oberflächen, und Gründächer bieten Gestaltungsvielfalt

und reichlich Auswahl unter ökonomischen und ökologischen Aspekten. Jede Immobilie, ob Neubau oder Bestand, braucht eine individuelle Lösung.

Glasierte Buntziegel eröffnen ungeahnte Möglichkeiten im Gesamtgestaltungskonzept der Immobilie. „Aber Vorsicht,“ so der Rat von Innungsobermeister Bischoff, „auf der glasierten, glatten Oberfläche gehen Niederschläge schneller ab. In niederschlagsreichen Gebieten müssen für Regenwasserabfluss und Schneeabgang entsprechende Auffangvorrichtungen vorgesehen sein.“

Der Dachdecker plant diese Maßnahmen in Einklang mit dem gewünschten Deckmaterial. Groß im Kommen sind die metallischen Eindeckungen. Ob Zinkbleche oder Aluminium mit vorbewitterter Zinkoberfläche, Dachdecker führen auch diese Arbeiten fachgerecht aus. Metallbearbeitung gehört zur Berufsausbildung des Dachdeckers, die bundesweit einheitlich vorgeschrieben ist.

Eine Renaissance erlebt aktuell die Eindeckung mit Naturschiefer. Über Jahre wurde das Material aufgrund der hohen Kosten weniger nachgefragt. Kunstschiefer, genauer gesagt, Faserzement-Dachplatten, waren der Ersatz. Obwohl diese sich zu einer recht annehmbaren Optik entwickelt haben, bleibt Naturschiefer einmalig.

Vergleichbare

Preise zum „Kunstschiefer“ verstärken heute die Nachfrage. Schiefer ist zudem auch bei der Fassadengestaltung ein sehr beliebtes Material. Der qualifizierte Dachdeckerbetrieb führt Fassadeneindeckungen einschließlich der Unterkonstruktionen und der Wärmedämmung aus.

Das ganze Dach aus einer Hand, die Energie inklusive

Eindeckung, Dämmung, Dachausbau und die Integration solarer Energiegewinnung sind Sache des Fachmannes oder der Fachfrau für´s Dach. Schon aus haftungsrechtlichen Gründen empfiehlt es sich für jeden Bauherren oder Immobilieneigentümer dieses Fachwissen bei der Installation von Solaranlagen einzubeziehen.

„Vermehrt häufen sich die Fälle, dass bei der Installation von Solaranlagen die Dacheindeckung beschädigt wird. Die oft fachfremden Betriebe sind im Umgang mit dem Material eben nicht so geübt,“ wie Bischoff sagt.

Das Dachdeckerhandwerk bietet dem Kunden ebenso Schutz, wenn es um die Ausführung von Fassadenverkleidungen, deren Unterkonstruktionen und Dämmungen, um Blitzschutzanlagen oder den Dachinnenausbau geht. Diese Tätigkeiten sind Teil der Ausbildungsordnung.

Dachdecker bürgen für die fachgerechte Ausführung und erbringen diese Leistungen auf gesicherter, rechtlich verbindlicher Basis. Durch sogenannte Verwandtschaftserklärungen, wie zum Beispiel mit dem Klempnerhandwerk, erhalten Auftraggeber zusätzlich die Sicherheit, dass bei der Auftragsausführung bestimmter Arbeiten für beide Handwerke die gleichen Richtlinien Geltung haben.

Eigentum attraktiv gestalten, Werte schaffen und sichern

Ein Schwerpunkt des Dachdeckerhandwerks ist sicher das Hausdach. Mehr und mehr sind die „kleinen Dächer“ den Eignern wichtig. Carport, Wintergärten und Terrassen wollen überdacht sein. Transparente Doppelsteg- Kunstoffplatten sind sicher eine geeignete Lösung, wenn es um reine Funktionalität geht.

Echtes Wohlfühlambiente und Wertsteigerung entstehen aber erst, wenn das Anwesen, egal wie groß, einen einheitlichen Look bildet. Das im Mittelpunkt stehende Hausdach bis hin zur Hundehütte in einer Eindeckung! Das gibt es und es wird immer häufiger. Denn der erste Eindruck ist der Beste, zum Wohlfühlen oder zum Weiterverkauf.

Ebenso gehört die „Dach-Werterhaltung“ zu den langfristigen Überlegungen. „Bei rein technischen Hausanlagen sind Wartungs- und Inspektionsverträge für Hauseigentümer längst eine Selbstverständlichkeit,“ meint Bischoff, „die Notwendigkeit der Dach-Wartung wird immer noch unterschätzt.“