Archivierter Artikel vom 22.12.2011, 13:41 Uhr
Köln

„Besser als Justin Bieber“: Fans investieren genug in Stromberg-Film

Wer erst einmal die Gesamtleitung der Schadensregulierung bei der Capitol Versicherung verantwortet, der bekommt auch einen läppischen Film mit links gestemmt: Stromberg lässt wieder andere für sich arbeiten – und das mit Erfolg. Die erforderliche Summe von einer Millionen Euro ist offenbar in Rekordzeit über Crowdfunding zusammengekommen. Damit soll die Gesamtfinanzierung von „Stromberg – Der Film“ gesichert sein.

Die Zeiten, in denen er sich mit Dörflern in Finsdorf herumärgern musste, sind endgültig vorbei: Bernd Stromberg ist Millionär. Zumindest ist schon eine Million Euro für die Finanzierung des Films um Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle zusammen.
Die Zeiten, in denen er sich mit Dörflern in Finsdorf herumärgern musste, sind endgültig vorbei: Bernd Stromberg ist Millionär. Zumindest ist schon eine Million Euro für die Finanzierung des Films um Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle zusammen.
Foto: Pro Sieben

Köln – Wer erst einmal die Gesamtleitung der Schadensregulierung bei der Capitol Versicherung verantwortet, der bekommt auch einen läppischen Film mit links gestemmt: Stromberg lässt wieder andere für sich arbeiten – und das mit Erfolg. Die erforderliche Summe von einer Millionen Euro ist offenbar in Rekordzeit über Crowdfunding zusammengekommen. Damit soll die Gesamtfinanzierung von „Stromberg – Der Film“ gesichert sein.

Die Verkündung ist stilecht: Ralf Husmann, Produzent von Stromberg, erklärt den fiesesten Chef der Welt gleich zum „Weltmeister: Stromberg hat bessere Fans als Justin Bieber, Pommes Frites oder ... mir fehlen Worte und Vergleiche!“ So kommentierte der Regisseur die Nachricht, dass die von Fans – oder Investoren – aufzubringende Summe beisammen ist – innerhalb weniger Tage ist eine Millionen Euro zugesagt. Nach den Angaben auf der Internetseite haben sich rund 3000 Menschen gefunden, die in den Film investieren. Die nach eigenen Angaben weltweite größte Aktion dieser Art ist in jedem Fall auch ein cleverer Marketingschachzug: Mit der Suche nach Investoren hat der Film bereits jetzt viel PR gesammelt.

Am 15. Dezember war das Angebot online gegangen, sich maximal 20 von insgesamt 20.000 Anteilen an dem Film zu kaufen und damit an den Erlösen des Kinofilms beteiligt zu werden. Da jeder Anteil 50 Euro kostet, ist jeder Investor mit maximal 1000 Euro beteiligt und die Summe von einer Millionen Euro nach dem Verkauf aller Anteile beisammen. Der Verkauf ist deshalb jetzt gestoppt. Ursprünglich hatten sich die Macher bis Mitte März Zeit gegeben, um genug Geld zu sammeln. Es gibt noch die Möglichkeit, gegen Zahlung von 50.000 Euro Name und Charaktereigenschaften einer Figur im Film zu bestimmen.

Produzent Husmann kündigte an, dass die ganze Schadensregulierung jetzt eine Polonaise macht – und er sich an die Arbeit. Etwas ernsthafter kommentierte es

Frederic Komp, Geschäftsführer BRAINPOOL Artist & Content Services: „Wir wurden von dem überwältigendem Andrang der Stromberg-Fangemeinde überrascht. Jetzt muss der Herr Husmann nur noch einen guten Film hinlegen.“

International Aufsehen erregt hatte Cwowdfunnding erstmals bei der Gründung von Diaspora, einem Sozialen Netzwerk, das den Nutzern die volle Kontrolle seiner Daten ermöglichen soll. Maxwell Salzberg und drei Mitstudenten hatten für die Entwicklung einer Plattform 10.000 US-Dollar gesucht – es kamen mehr als 200.000 Dollar zusammen. Inzwischen gibt es auch in Deutschland Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben, Projekte und mögliche Geldgeber zusammenzubringen. Anfang Dezember hat ein nach eigenem Bekunden „porneografischer Film“ in Berlin Premiere, der ebenfalls auf diese Wesie finanziert worden war. Der 23 Jahre alte Sergej Moya hatte für „Hotel Desire“ 170.000 Euro zusammenbekommen. Das hätte wohl auch Bernd Stromberg gefallen.

(law)