Archivierter Artikel vom 07.02.2013, 14:49 Uhr

Ausprobiert: Winterspeck einfach wegrütteln

Er kommt gewiss, der Frühling. Dann werden mit jedem Sonnenstrahl die Röcke kürzer, und leider schmilzt der Schnee stets schneller weg als der Winterspeck. Da kommt mir der Werbespruch der Firma Skandika für deren Home Vibration Plate 300 gerade recht! Diesmal testet unsere Redakteurin Nicole Mieding einen Vibrationstrainer.

Kaufen oder sparen? Wir machen den Alltagstest mit Produkten, die das Leben schön, gesund oder bequem machen sollen. Diesmal testet unsere Redakteurin Nicole Mieding einen Vibrationstrainer.

Nicole Mieding
Nicole Mieding
Er kommt gewiss, der Frühling. Dann werden mit jedem Sonnenstrahl die Röcke kürzer, und leider schmilzt der Schnee stets schneller weg als der Winterspeck. Da kommt mir der Werbespruch der Firma Skandika für deren Home Vibration Plate 300 gerade recht! Die lässt Lebkuchen und Maronen angeblich keine Chance – ein Versprechen, das geradezu danach ruft, es auf die Probe zu stellen.

Auspacken: Schon das Nachhausetragen des angeblich kleinsten Fitnessgeräts dieser Art strengt die Muckis ganz schön an. 15 Kilo wiegt die Rüttelplatte ohne Verpackung. Davon befreit, sieht der Fitnesstrainer für den Hausgebrauch erfreulich wenig nach Muckibude aus: Massives Holz und nordisch-schlichtes Design betonen die edle Optik des Geräts, das sich dank kompakter Maße (68 x 58 x 23 cm) selbst unterm flachen Futonbett verstauen lässt. Erster Eindruck: formschön und solide verarbeitet – die mitgelieferte Plastikfernbedienung wirkt dagegen wie billiger Chinaschrott.

Training: Einfach lässig draufstellen und das Ding die Arbeit machen lassen? Klingt verlockend, aber leider auch unglaubwürdig. Also rauf, Übungsprogramm eins einschalten (ein niederfrequentes mit erzwungenen Pausen) und dann: nichts tun! Aber nur vermeintlich. Denn schon im Laufe des ersten Übungsintervalls in augenscheinlicher Ruheposition zeigt sich, dass die Schwingungen der Rüttelplatte sämtliche Muskeln animieren, dagegenzuhalten. Sie reagieren unwillkürlich auf den Impuls und zeigen selbst dann noch Reflexe, wenn der Motor automatisch eine Pause einlegt. Nach längstens 20 Minuten Rumstehen/-liegen auf der Platte ist die Arbeit getan, und der innere Schweinehund hält schön die Schnauze. Bereits in der ersten Woche fühle ich, wie sich Schultern und Oberarme neu definieren – und verbanne den Gedanken zunächst ins Reich der Fantasie. Bis ich meine übliche Walkingrunde ganz aus Versehen in der halben Zeit absolviere und mit meinen Bauchmuskeln ein unerwartetes Wiedersehen feiere. Hoppla, lange nicht gesehen! Ich bin baff, das Prinzip des summenden Fitnessmöbels scheint zu funktionieren. Aber Vorsicht: Wer die Kräfte der Platte unterschätzt und die Haltungen unsauber ausführt, zieht sich ruck zuck Schäden an Gelenken zu!

Preis: Mit den vom Hersteller empfohlenen 599 Euro kostet der Vibrationstrainer so viel wie ein Jahr Fitnessstudio, der Internetgroßhändler Amazon bietet das Modell derzeit zum Kampfpreis von 179 Euro an.