Archivierter Artikel vom 23.01.2013, 13:54 Uhr

Ausprobiert: Diesen Flipflop mögen selbst Orthopäden

Flipflops muss man nicht mögen. Sie schmatzen beim Gehen und entblößen Füße auf eine Art, die man seiner Umgebung nicht unbedingt zumuten will. Andererseits geben sie einem dieses Copacabana-Gefühl: lässig und unkompliziert. Diesmal testet Nicole Mieding maßgefertigte Sommersandalen von My-Vale.

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Kaufen oder sparen? In loser Folge testet unsere Redaktion auf Alltagstauglichkeit, was das Leben bequemer, gesünder oder schöner machen soll. Nicole Mieding testet maßgefertigte Sommersandalen.
Nicole Mieding
Nicole Mieding
Flipflops muss man nicht mögen. Sie schmatzen beim Gehen und entblößen Füße auf eine Art, die man seiner Umgebung nicht unbedingt zumuten will. Andererseits geben sie einem dieses Copacabana-Gefühl: lässig und unkompliziert. Sie lassen Wind an die Zehen und sind ruck, zuck ausgezogen, wenn man mal spontan ins Wasser springen will. Sie machen jeden Blödsinn mit und sind meist so günstig, dass sich die gemeinsamen Wege nach einem Sommer ruhig auch wieder trennen können. Das wird man sich bei einem Modell aus der My-Vale-Kollektion allerdings zweimal überlegen. Sie sind ein Stück echter deutscher Handarbeit und werden jedem Fuß individuell angepasst.

Aussuchen: Auf der Internetseite des hessischen Familienbetriebs ( www.my-vale.de) klickt sich der Kaufwillige durch knapp 200 verschiedene Modelle. Je nach Aufwand und Ausstattung reicht deren Preis von 109 Euro (Basissegment) bis 319 Euro (Exklusivedition) – Verwechslungsgefahr mit einem Saisonartikel besteht bei diesen Schlappen also schon aufgrund des eher happigen Preises eher nicht. Zusätzliche Kosten bringen „Upgrades“ wie eine „Schmetterlingsrolle“ für den Spreizfuß, den Ausgleich unterschiedlich langer Beine oder ein Gelkissen im Fußbett, das Erschütterungen dämpfen und so die Gelenke schonen soll. Dafür sind dem persönlichen Gestaltungswillen kaum Grenzen gesetzt: Zwischensohlen in der Lieblingsfarbe geben dem Allerweltsschuh ein individuelles Aussehen. Der Riemen in Ypsilonform, der aus der Laufsohle erst einen Schuh macht, gibt es wahlweise aus Stoff oder Leder und in nahezu allen nur denkbaren Mustern und Farben. Wer's einen Hang zum Außergewöhnlichen hat, gönnt sich zum Anknöpfen ein paar Gamaschen, die aus der Sommersandale einen Herbstschuh in Mittelalteroptik machen.

Anpassen: Die Schuhgröße anzugeben, kann man sich sparen, denn etwa vier Tage später trifft ein schaumstoffgefüllter Schuhkarton ein. Einfach reinsteigen, mit einem mitgelieferten Bleistift den Zwischenraum zwischen Groß- und Zeigezeh markieren und das bereits rückfrankierte Päckchen postwendend zurückschicken. Dann heißt es warten.

Anprobe: Ehrlich gesagt, schon das Auspacken fühlt sich an wie Weihnachten bei Sonnenschein. Kindliche Freude stellt sich ein, wenn man zum ersten Mal des fix und fertigen, selbst konfigurierten Schuhs ansichtig wird. Reingeschlüpft fühlt er sich an – nun ja: wie ein Flipflop. Erst beim Gehen zeigt sich der Unterschied, der zwischen Massenware aus China und einem handgefertigten Maßschuh liegt. Während sich ein gewöhnlicher Flipflop oft anfühlt, als trenne Fußsohle und Asphalt lediglich ein Stück Pizzapappe, treffen unsere sensiblen Standflächen hier auf ihr passgenaues Gegenstück: Dank individuellem Fußbett sitzt die Sandale wie ein Handschuh, bietet spürbar mehr Tragekomfort als ordinäre Badelatschen und hat dabei klar mehr Sex-Appeal als Omas Gesundheitsschuh. Angesichts der Investition allerdings eher der Typ solide Beziehung als heißer Sommerflirt.

Von unserer Redakteurin Nicole Mieding