Gebrauchtwagen-Check
Stark und selten schwach: Der Mercedes GLC beim TÜV
Mercedes-Benz GLC Coupé von 2019
Es geht noch eleganter: Der Mercedes-Benz GLC ist auch als Coupé verfügbar.
Mercedes-Benz AG. DPA

Wer GLC fährt, rollt in SUV-Höhe in der gehobenen Mittelklasse vom Premiumhersteller. Das bedeutet: Kaum Sorgen bei der HU, aber das nötige Kleingeld bei der Anschaffung muss auch stimmen.

Lesezeit 2 Minuten

Berlin (dpa/tmn) – Über Autos wie den GLC, das Mittelklasse-SUV von Mercedes, können sich die Prüfer bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) fast nur freuen: Denn das Modell macht wenig Arbeit, die Beanstandungsquote ist niedrig. Fehlerfrei ist der laut «Auto Bild TÜV-Report 2026» «beständige Allrounder» zwar auch nicht, aber er ist trotzdem alles andere als ein Sorgenkind. Nur: Auch Gebrauchtwagenkunden müssen tief ins Portemonnaie greifen.

  • Modellhistorie: Im Jahr 2015 entließ Mercedes den GLC auf die Straße – als Nachfolger des kantigeren GLK. Im Frühjahr 2019 fuhr das Facelift vor. Die überarbeitete Fassung bekam Retuschen fürs Außendesign verpasst, eine neue Generation von Vierzylindermotoren kam unters Blech, fortan war LED-Licht serienmäßig. Seit Herbst 2022 ist die hier nicht weiter berücksichtigte zweite GLC-Generation im Handel.
  • Karosserie und Varianten: Der GLC fährt als klassisches SUV vor, also als Steilheck. Oder leicht gestreckt im Coupé-Look mit fließendem Heck, aber ebenfalls fünf Sitzen und vier Türen. Vergleichsweise verbrauchsgünstig fahren die Plug-in-Hybrid-Versionen, was man von den sportlichen AMG-Varianten nicht behaupten kann. Den GLC F-Cell mit Brennstoffzelle gab es im Leasing, die Variante spielt auf dem Gebrauchtmarkt so gut wie keine Rolle.
  • Abmessungen (laut ADAC): Steilheck: 4,66 m bis 4,68 x 1,89 m x 1,63 m bis 1,64 (LxBxH), Kofferraumvolumen: 505 l bis 1.600 l; Coupé: 4,73 m x 1,89 m x 1,60 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 500 l bis 1.400 l.
  • Stärken: Der Tüv-Report spricht dem GLC die Qualitäten einer C-Klasse zu – nur eben höhergelegt: Er kutschiert Familie und Gepäck komfortabel auf der Langstrecke, die Verarbeitung ist top, Sicherheitsgefühl vermitteln die vielen Assistenzsysteme. Bei der HU glänzen Fahrwerkskomponenten wie Antriebswellen, Lenkanlage oder Lenkgelenke, auch Rost ist kein Problem.
  • Schwächen: Die beiden einzigen statistisch ins Kontor schlagenden Fehlstellen sind die Achsaufhängungen und die Abgasuntersuchung (AU), die laut Report je ab der dritten HU erhöhte Beanstandungsquoten aufzeigen. Ansatzweise in der Kritik stehen hier und da verstelltes Abblendlicht, Bremsscheibenverschleiß und mangelhafte Abgasanlagen. Kommt alles vor, aber im Vergleich selten.
  • Pannenverhalten: Pannenschwerpunkte sind dem ADAC nicht bekannt: «keine auffälligen Bauteile», so der Club. In seiner Pannenstatistik weist er das Fahrzeug mit «hoher bis sehr hoher Zuverlässigkeit» aus.
  • Motoren: Benziner (Vier-, Sechs- und Achtzylinder, Allradantrieb): 155 kW/211 PS und 375 kW/510 PS; Plug-in-Hybrid (Vierzylinder-Ottomotor + Elektromotor, Allradantrieb): Systemleistung 235 kW/320 PS; Diesel (Vier- und Sechszylinder, Allradantrieb): 120 kW/163 PS bis 243 kW/330 PS; Plug-in-Hybrid (Vierzylinder-Dieselmotor + Elektromotor, Allradantrieb): Systemleistung 225 kW/306 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern – drei Preisbeispiele:

  • GLC 250 d 4Matic Edition 1 (6/2016); 150 kW/204 PS (Vierzylinder); 154.000 Kilometer; 21.207 Euro.
  • GLC Coupé 350 e AMG-Line 4Matic (6/2018); 235 kW/320 PS (Vierzylinder-Ottomotor + E-Motor; Plug-in-Hybrid); 108.000 Kilometer; 29.426 Euro.
  • GLC 63 S AMG 4Matic (6/2021); 375 kW/510 PS (Achtzylinder); 71.000 Kilometer; 58.770 Euro.

© dpa-infocom, dpa:260507-930-50249/1

Ressort und Schlagwörter

Verkehr

Top-News aus der Region