Ausgeglichen, ungeschlagen, beeindruckend

La Furia Roja hat sich wieder durchgebissen. Oder weniger martialisch formuliert: Spanien steht im Finale der 14. Fußball-Europameisterschaft.

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La Furia Roja hat sich wieder durchgebissen. Oder weniger martialisch formuliert: Spanien steht im Finale der 14. Fußball-Europameisterschaft. Zum dritten Mal in Folge hat „die rote Furie“, wie die spanische Auswahl genannt wird, das Endspiel eines bedeutenden Turniers erreicht. Eine große Leistung.

Ihre letzten neun K.-o.-Partien bei EM und WM hat die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque gewonnen, dabei kein einziges Gegentor kassiert – die Elfmeterschießen mal ausgenommen. Seit 19 Pflichtspielen ist die „Seleccion“ nun schon ungeschlagen. Eine beeindruckende Bilanz.

Dass die Spieler um Kapitän Iker Casillas bei dieser EM (noch) nicht den gewohnten spielerischen Glanz verbreiten, muss erstens mal nichts heißen. Bei der WM 2010 drehten die Spanier erst vom Halbfinale an auf – die deutsche Mannschaft wird es in schmerzlicher Erinnerung haben. Zweitens müssen sich die Iberer nicht dafür entschuldigen, dass ihr Tiki-Taka, ihr rasend schnelles und Gegner zermürbendes Kurzpassspiel, nicht so recht funktioniert. Gegen die wackeren Portugiesen waren sie zwar nicht die bessere Mannschaft, hatten jedoch in der Verlängerung die klareren Chancen und im Elfmeterschießen die besseren Nerven. Und nur das zählt am Ende. Eine alte Fußballer-Weisheit.

Mittelfeldspieler Xavi wohlgemerkt, gern als Herz und Hirn des spanischen Spiels bezeichnet, war beim Finale des Halbfinales schon längst ausgewechselt. Stattdessen wurde der in Hälfte zwei eingewechselte Cesc Fabregas zum Mann des Spiels. Die Dichte im spanischen Kader an Leistungs- und Entscheidungsträgern ist groß. Eine komfortable Situation.

Noch nie hat eine Mannschaft EM, WM und abermals EM gewonnen. Deutschland war 1976 knapp davor, scheiterte im EM-Endspiel aber an der Tschechoslowakei. Nun kann das spanische Starensemble um Andres Iniesta im Finale von Kiew den dritten großen Titel hintereinander gewinnen. Eine historische Chance.

E-Mail an den Autor: jochen.dick@rhein-zeitung.net