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    Rhein-Lahn/Burgschwalbach

    Vandalen und Diebe im Märchenwald: Fotofallen sollen Abhilfe schaffen

    „Eine gut platzierte Fotofalle kann im Kampf gegen die Einbrecher das Blatt wenden.” So wirbt ein Hersteller von Wildkameras für alternative Nutzungsmöglichkeiten seines Produkts.

    Helmut Zingraf und seine Enkel Lenz (links) und Laurin werfen Spenden in die Dose im Märchenwald. Diebe haben schon mehrfach Spendendosen aufgebrochen. Daher plant der Heimatverein, Wildkameras als sogenannte Fotofallen zu installieren. 
    Helmut Zingraf und seine Enkel Lenz (links) und Laurin werfen Spenden in die Dose im Märchenwald. Diebe haben schon mehrfach Spendendosen aufgebrochen. Daher plant der Heimatverein, Wildkameras als sogenannte Fotofallen zu installieren. 
    Foto: Katrin Maue-Klaeser

    Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

    „Wir planen, Wildbeobachtungskameras im Märchenwald anzubringen”, bestätigt Detlef Stechert, Vorsitzender des Heimatvereins Burgschwalbach: Selbst wenn die Aufnahmen nicht direkt als Beweis verwendet werden dürften, könnten sie zumindest Grundlage für weitere Nachforschungen sein.

    Seit Jahren zieht es sich schon hin, sagt Stechert, dass es Einbruchsserien im Märchenwald gibt, nach denen wieder Ruhe einkehrt. In diesem Jahr wurde unter anderem eine Hütte aufgebrochen, aus der der oder die Täter gerade von Spendengeldern angeschaffte Geräte und Werkzeuge gestohlen haben. „Dieser Tage haben wir den polizeilichen Brief erhalten, dass die Ermittlungen eingestellt worden sind”, sagt Stechert.

    Dabei haben die Beschützer des Märchenwalds das Kennzeichen eines verdächtigen Wagens notiert, es gibt sogar Fotos davon. „Ein polnisches Auto”, sagt Stechert. Bis die Polizei ein solches Fahrzeug aufspürt, ist das Diebesgut längst weg, verteilt, verkauft. „Inzwischen nehme ich alles Teure immer mit nach Hause”, sagt Stechert. Das sei zwar „ein Riesenumstand”, aber eine notwendige Vorsichtsmaßnahme: Noch ein drittes Mal könne der Verein keine neuen Werkzeuge anschaffen.

    Auch sehen die Vorstandsmitglieder des Heimatvereins regelmäßig nach dem Rechten: „Wir fahren täglich, manchmal sogar mehrfach, immer zu unterschiedlichen Zeiten hoch zum Gelände und sehen uns um”, erklärt Stechert. Er setzt darauf, dass schon diese häufige Präsenz, mal am Morgen, mal mittags, mal in den Abendstunden, potenzielle Täter abschreckt. Stechert selbst musste seiner Frau versprechen, dabei nicht aus dem Auto auszusteigen: Zu groß sei die Gefahr, jemanden aufzustöbern, der dann unberechenbar reagieren könnte. „Aber wir fotografieren Fahrzeuge und sorgen für viel mehr Beobachtung”, schildert er. Aktiv ist dabei vor allem der gesamte Vorstand, rund zehn Personen, andere Mitglieder helfen gelegentlich, vor allem bei der Instandhaltung.

    Die Spendendosen leeren die Vereinsmitglieder mittlerweile mehrmals wöchentlich. Und seit der jüngsten Einbruchsserie „sind viele unserer Förderer dazu übergegangen, direkt auf unser Konto zu spenden, weil sie von den Diebstählen gehört hatten”, berichtet Stechert. So konnte der Verein auch die gestohlenen Gerätschaften ersetzen.

    Die Region ist durch die Nähe zur Autobahn beliebtes Ziel osteuropäischer Diebesbanden, das wissen auch Stechert und seine Vereinskollegen. Doch zu den Diebstählen kommt im Märchenwald noch Vandalismus hinzu. Hier vermuten die Vereinsmitglieder Jugendliche aus der Umgebung als Täter. Sie könnten auch hinter den geknackten Spendendosen stecken, meint Stechert: „Und wenn sie keine Beute machen können, fangen sie an zu randalieren.”

    Das ist für die Ehrenamtler vom Heimatverein besonders traurig. Mit hohem Engagement und finanziert allein durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, setzen sie sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Märchenwalds ein, der Besucher aus weitem Umkreis nach Burgschwalbach zieht. Ganze Kindergärten kommen in Bussen angerollt, Geburtstagskinder finden in den Hütten einen schönen Ausgangspunkt für eine tolle Party. Der Belegungsplan zeugt von der Beliebtheit des Ausflugsziels.

    Um dieses künftig noch besser zu schützen, denkt der Verein schon länger an die Installation von Wildkameras. „Hierfür ist es essenziell, dass man die Wildkamera nicht sieht. Einbrecher könnten sie als Fotofalle erkennen und zerstören oder einfach gleich mitklauen”, warnt ein Hersteller. Um dennoch eine abschreckende Wirkung zu erzeugen, will Detlef Stechert ein Schild installieren, das darauf hinweist, dass solche Fotofallen versteckt sind.

    Spendenkonto: Naspa Hahnstätten, IBAN DE36 5105 0015 0930 0567 67. Alle Spenden dienen ausschließlich dem Erhalt des Märchenwaldes. Spendenbeleg auf Anfrage.

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