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    Rheinland-PfalzWissing will Land als Hochburg für E-Nutzfahrzeuge

    Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) will die rheinland-pfälzischen Automobilzulieferer stärken. Damit diese Branche möglichst stark von der Elektromobilität profitiert, baut der liberale Politiker nach Informationen unserer Zeitung im Moment ein Verbundsystem (Business Ecosystem) im Bereich E-Nutzfahrzeuge auf. Der Startschuss erfolgte im Mainzer Wirtschaftsministerium.

    Elektrotraktoren gibt es schon: Als Kinderspielzeug.
    Elektrotraktoren gibt es schon: Als Kinderspielzeug.

    „Wir müssen jetzt vor allem schnell sein, um unsere Chancen am Markt zu nutzen“, erklärte Wissing gegenüber unserer Zeitung. Im Bereich E-Nutzfahrzeuge, der vom elektrisch betriebenen Mähdrescher, Traktor oder Heckstapler bis hin zum E-Bagger oder E-Unimog reicht, hat Rheinland-Pfalz schon mehr als einen Fuß in der Tür. Auf dieser starken Stellung am Markt will Wissing aufbauen. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft soll ein großes Stück vom E-Umsatzkuchen erhalten.

    Das Fundament ist gelegt: In Kaiserslautern etwa existiert das Commercial Vehicle Cluster Südwest (CVC), eine übergreifende Kommunikationsplattform im Nutzfahrzeugbereich. Sie dient dazu, Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Am gleichen Standort ist das Entwicklungszentrum von John Deere, Deutschlands größtem Landtechnikhersteller, beheimatet. Viele Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) machen die Digitalisierung zum Schwerpunkt. Zudem könnte der Umweltcampus Birkenfeld bei Wissings Plänen eine Rolle spielen, um einige wenige Beispiele zu nennen.

    Beim „Netzwerk Elektromobilität“ funktioniert derzeit nicht einmal die Internetadresse <a href="http://www.emobil-rlp.de" target="_blank">www.emobil-rlp.de</a>
    Beim „Netzwerk Elektromobilität“ funktioniert derzeit nicht einmal die Internetadresse  www.emobil-rlp.de
    Foto: dpa

    Der liberale Wirtschaftsminister will „groß denken“, um die hiesige Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. „Im besten Fall bringt die Welt Rheinland-Pfalz mit der Nutzfahrzeugtechnik in Verbindung“, sagt er. Wissing will eine ökonomische Brücke zwischen E-Mobilität, Digitalisierung und autonomem Fahren schlagen.

    Die Analyse des Wirtschaftsministers: Im Nutzfahrzeugbereich können selbststeuernde Fahrzeuge früher eingesetzt werden als in anderen Branchen. Ein Acker oder ein Weinberg bergen naturgemäß nicht die unüberschaubaren Risiken wie der dichte Stadtverkehr oder die schnelle Autobahn. Zudem sind E-Motoren unglaublich leise, was sie attraktiv macht. Ergänzend dazu haben landwirtschaftliche Betriebe gute Möglichkeiten, ihre Fahrzeuge aufzuladen. Zumal im Nutzfahrzeugbereich in der Regel geringere Reichweiten gebraucht werden. Wissing will die Ressourcen seines Hauses grundsätzlich dort konzentrieren, wo die rheinland-pfälzische Wirtschaft wirklich konkurrenzfähig ist.

    70 Prozent der Wertschöpfung der rheinland-pfälzischen Automobilindustrie erzielen die Zulieferer, heißt es im Ministerium. Bislang sind deren hoch spezialisierte Produkte stark an den Verbrennungsmotor, also die klassischen Antriebe und Automobildesigns gebunden. Die Strategen im Wirtschaftsministerium wollen erreichen, dass die rheinland-pfälzischen Mittelständler nicht zum Verlierer, sondern zum Gewinner der Elektromobilität werden.

    Wirtschaftsminister Volker Wissing sieht Marktchancen für Rheinland-Pfalz.
    Wirtschaftsminister Volker Wissing sieht Marktchancen für Rheinland-Pfalz.
    Foto: dpa

    Zum Aufbau des Business Ecosystems und einer entsprechenden Dachmarke im Nutzfahrzeugbereich will das Wirtschaftsministerium Personal bereitstellen, so Wissing. Das Land wird im In- und Ausland Kooperationspartner akquirieren und mit heimischen Akteuren vernetzen. Zudem wird die Investitionsförderung auf diesen Schwerpunkt zugeschnitten. Am liebsten hätte Wissing das Großprojekt schon gestern auf den Weg gebracht. Sein Ziel: Die E-Mobilität soll auch die rheinland-pfälzischen Unternehmer elektrisieren.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Schulz will E-Mobilitätsschub

    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert mehr staatlichen Einsatz zur Förderung von Elektromobilität. „Wenn wir im Bereich der Elektromobilität nicht wirklich massiv investieren, werden wir abgehängt“, sagte er beim Besuch einer Firma für Elektrofahrzeuge in Aachen.

    Deutschland müsse dringend in Forschung und Entwicklung investieren – „nicht nur der Staat allein und nicht nur die Industrie allein“.

    Nötig sei hier mehr Kooperation. Schulz: „Wenn in unseren Unternehmen geforscht und entwickelt wird, dann muss der Staat helfen und nicht mit einem Verbotsschild kommen.“

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