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    Rheinland-Pfalz

    Treue Preise: Der Weihnachtsbaum wird nicht teurer

    O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Preise: Wer sich in Rheinland-Pfalz einen Weihnachtsbaum zulegt, muss nach Einschätzung von Fachleuten meist nicht tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Die Preise bleiben stabil, heißt es beim Arbeitskreis Rheinland-Pfälzischer Weihnachtsbaum.

    Von Jasper Rothfels

    Auch der Leiter des Referates Forstbetrieb beim Landesbetrieb Landesforsten Rheinland-Pfalz, Hans-Dietrich Hoffmann, hat diesen Eindruck. Nach seinen Angaben schmücken pro Jahr schätzungsweise 1,4 Millionen Nadelbäume rheinland-pfälzische Wohnzimmer. 

    Jeder zweite Baum ist „inländisch“

    Die Hälfte der Bäume stammt demnach von außerhalb der Landesgrenzen - "im Wesentlichen aus dem Sauerland und aus Skandinavien, vor allem aus Dänemark", sagt Hoffmann. 90 Prozent der eingeführten Bäume sind nach seinen Angaben Nordmanntannen, der "Weihnachtsbaum der Deutschen", wie der Arbeitskreis das Gewächs betitelt. Der Baum, dessen Nadeln nach Expertenangaben nicht stechen und kaum abfallen, ist hierzulande seit Jahren angesagt und hat einen Anteil von 70 Prozent an den Weihnachtsbäumen. Einheimische Bäume wie die Fichte haben es eher schwer, sagt Hoffmann. Dennoch werden auch sie gekauft, "weil nicht alle sich einen Weihnachtsbaum für 30, 40 Euro leisten können".

    Der Arbeitskreis Rheinland-Pfälzischer Weihnachtsbaum im Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass pro laufendem Meter Nordmanntanne 18 bis 23 Euro zu zahlen sind - "in Abhängigkeit von der Qualität". Für Edeltannen (Nobilis) wird mit einem Preis von 18 bis 25 Euro pro laufendem Meter gerechnet, für Blaufichten mit 12 bis 15 Euro und für Rot- oder gemeine Fichten mit 6 bis 9 Euro, berichtet der Arbeitskreis, in dem sich rund 40 Baumproduzenten zusammengeschlossen haben.

    Preise schwanken je nach Region

    Die Preise sind allerdings "regional extrem unterschiedlich", sagt Forstexperte Hoffmann. Je näher die Verkaufsstelle an der Stadt liegt, desto teurer ist der Baum. Die Nachfrage bei Förster Bernhard Klein vom kommunalen Forstbetrieb Wilgartswiesen (Kreis Südwestpfalz) bestätigt die Tendenz: Hier kostet der laufende Meter Nordmanntanne nur 15 Euro. Dass die Preise generell nicht nach oben gehen, liegt laut Hoffmann am Wettbewerb der Anbieter. "Der Kampf ist hart geworden." Bundesweit werden mehr als 21 Millionen Bäume verkauft - etwa einer pro vier Einwohnern. Diese Zahl könne man nicht mehr großartig steigern.

    Etwa 15 Prozent der in Rheinland-Pfalz verkauften Weihnachtsbäume werden nach Angaben des Arbeitskreises Rheinland-Pfälzischer Weihnachtsbaum vom Käufer selbst geschlagen - und sind deshalb "garantiert frisch". Liegt das Selbstschlagen im Trend? Da muss man differenzieren, sagt Hoffmann. Wenn man sich die Internetseiten von Anbietern ansieht, die "in Richtung Ökolandbau" gehen, habe man den Eindruck, dass dies dem Endverbraucher zunehmend angeboten wird. Das sei aber kostenintensiv und "hat mehr mit Kundenbindung zu tun als damit, Weihnachtsbäume zu verkaufen." Wer konventionell Weihnachtsbäume auf den großen Flächen anbaut, konzentriert sich deshalb meist gleich auf den Händler. Denn es ist einfacher, 10 000 Stück an einen Händler zu verkaufen, der dann seinerseits die Endkunden bedient, sagt Hoffmann. Viel Umsatz wird nach seinen Angaben auch mit dem Weihnachtsbaumverkauf in Baumärkten gemacht. Wie viele Verkaufsstellen es landesweit gibt, lässt sich nicht sagen.

    Direkt beim Förster kaufen

    Auch viele Forstämter bieten zur Weihnachtszeit Tannenbäume an - bereits gefällt oder zum Selbsteinschlag. Es ist aber nicht so, dass alle dies tun. "Das ist eine freiwillige Geschichte", sagt Hoffmann.

    "Weihnachtsbäume sind für uns - für Landesforsten Rheinland-Pfalz - eher ein Nebengeschäft mit kommunikativer Wirkung." So komme man einmal im Jahr mit der Bevölkerung zusammen. Zu den Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz zählen neben dem Land und Privatleuten auch die Kommunen. "Es gibt sehr viel mehr Kommunalwald als Landeswald", erklärt der Forstexperte.

    Förster Klaus Platz vom Forstrevier Morlautern bei Kaiserslautern beispielsweise bietet das Selbstschlagen an. "Die Nachfrage ist sehr groß, sie steigt immer noch", sagt er. Viele machen daraus ein richtiges Ereignis. 300 bis 400 Bäume werden so an einem Tag verkauft, dazu gibt es Essen und Trinken in der Natur. Nicht der Preis gibt den Ausschlag, sondern das "Gesamtpaket", einen halben Tag rauszugehen und Freunde zu treffen.

    Der Ökobaum fürs gute Gewissen

    Absolut im Trend liegt nach Hoffmanns Worten derzeit auch "der zertifizierte Baum, der Ökobaum", der in der Regel ohne Mineraldünger und Unkrautvernichtungsmittel aufgezogen wird. Auf Initiative von Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hat Landesforsten mit Umweltverbänden einen entsprechenden Standard für ökologisch produzierte Weihnachtsbäume im Wald entwickelt. Den "bundesweit ersten Öko-Weihnachtsbaum aus einer Weihnachtsbaumkultur" hat Höfken kürzlich im Gebiet des Forstamtes Soonwald geerntet.

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