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Heiligenroth

Lange Tradition: Schlosserei Wüst seit 150 Jahren in Heiligenroth

Die Schlosserei Wüst in Heiligenroth feiert ihren 150. Geburtstag und damit ein strammes Jubiläum für einen kleinen Betrieb, bei dem auch in der sechsten Generation jedes Teil eine Maßanfertigung ist.

Dieter Wüst (links) hat die Schlosserei im Jahr 1989 zusammen mit seiner Mutter Monika (3. von rechts) von Vater Günter (2. von rechts) übernommen. Andrea Wüst, Bruno Richter und Andreas Quirmbach arbeiten ebenfalls im Betrieb mit.
Dieter Wüst (links) hat die Schlosserei im Jahr 1989 zusammen mit seiner Mutter Monika (3. von rechts) von Vater Günter (2. von rechts) übernommen. Andrea Wüst, Bruno Richter und Andreas Quirmbach arbeiten ebenfalls im Betrieb mit.
Foto: Susanne Wilke

Von unserer Redakteurin Susanne Wilke

Christian Rasbach hat den Betrieb im Jahr 1864 als Huf- und Wagenschmiede gegründet, der damals noch in der Kirchstraße, auch Bastegasse genannt, ansässig war. Noch in den 70er-Jahren hat der Betrieb neben den typischen Schlosserarbeiten auch noch Pferden und Kühen die Hufe beschlagen. Doch der Traditionsbetrieb Wüst ist immer mit der Zeit gegangen und heute sehr modern mit allen Maschinen ausgestattet, die ein Meisterbetrieb braucht.

Aber da ist in den entlegenen Winkeln der Werkstatt noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel ein alter Drehstock von 1951 oder ein alter Schweißapparat von 1947, beides funktioniert noch einwandfrei. Besonderes Schmuckstück und ebenfalls noch in Betrieb – zumindest ab und zu – ist der alte Schmiedeplatz, dessen Werkzeuge ehrwürdig an der Wand hängen. „Früher haben die Schlosser den ganzen Ta an diesem Platz gearbeitet", erzählt Dieter Wüst, „heute wird er höchstens einmal pro Woche gebraucht." Sein Großvater Ernst Wüst, auch Schmied-Ernst genannt, hatte noch das Handwerk als Huf- und Wagenschmied gelernt, das der Betrieb aber komplett eingestellt hat. Der Beruf wandelte sich zum Metallbauer.

Kreativität ist geblieben

Der Planungsaufwand ist in den Vordergrund gerückt. Ein hohes Maß an Ordnung und Transparenz ist gefragt. Bürokratische Abläufe nehmen gut die Hälfte der Arbeitszeit von Dieter Wüst in Anspruch. Doch die Kreativität ist geblieben, ein Vorteil, den der Traditionsbetrieb vier Angestellten und dem Chef bietet. Da werden Treppen und Geländer gebaut, Fenstergitter und Handläufe. Das alles für Privathäuser genauso wie für Firmen und öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindergärten.

Dabei fertigen die Schlosser jedes Teil selber, nur wenig wird fertig dazugekauft. Eine sorgfältige und umfangreiche Lagerhaltung ist erforderlich und durch einen mehrstöckigen Anbau möglich. Im Jahr 1986 ist die alte Werkstatt, die mittlerweile in die Rheinstraße gezogen war, umgebaut und vergrößert worden. Im Jahr 2006 wurde aufgestockt. Im Jahr 1890 übergab Christian Rasbach den Betrieb seinem Schwiegersohn Christian Wüst, auch Schmied-Christ genannt. Der wiederum übergab 1910 seinem Neffen Johann Wüst, dem Schmied-Hannes, die Schlosserei. Dessen Sohn Ernst Wüst, Schmied-Ernst, übernahm im Jahr 1934 den Betrieb und verlegte ihn in die Rheinstraße. Am 1. Juni 1986 übernahm Günter Wüst die zur Schlosserwerkstatt umgebaute Scheune. Heute sind dessen Frau Monika und Sohn Dieter Wüst die Inhaber des Traditionsbetriebes.

Gefeiert wird der 150. Geburtstag mit einem Fest am Freitag, 19. September, ab 11 Uhr in den Räumen der Heiligenrother Rheinstraße 27.

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