Archivierter Artikel vom 23.05.2019, 09:17 Uhr
Kirn/Sulzbach

Umwelt-Detektive unterwegs am wilden Fluss

Auch in der Sulzbacher Wässerung ist der Frühling eingekehrt und davon konnten sich jetzt 19 fünf- und sechsjährige Kinder der Kita Kirn-Sulzbach überzeugen.

Eine Woche später folgte eine 17 köpfige Feriengruppe der Alisa-Stiftung. Als „Umweltdetektive“ erkundeten die Kinder den von der Ehrenamts-Initiative „Nahe erleben“ betreuten Bereich der Sulzbacher Nahe-Auen.

Die Sulzbacher Wässerung liegt am Beginn des Mittellaufes der über 100 Kilometer langen Nahe, hier weitet sich das Nahe-Tal und der Fluss fließt scheinbar ruhig durch das Wiesengelände. Doch die Kinder konnten auch Spuren des vergangenen Hochwassers sowie Stromschnellen beobachten und erfuhren, dass sich das Flusswasser in Turbulenzen, sozusagen „Purzelbäumen“ fortbewegt und Material (Steine und Holz) transportiert. Die Kinder hörten auch an manchen Stellen ein wildes Rauschen des Flusses: schon die Kelten gaben ihm den Namen „Nahe“ – „Wilder Fluss“.

Begleitet wurden die Kinder von Kita-Leiterin Alexandra Uebel und Erzieherin Ayed Ben Maouia bzw. Karin Dluhi von Alisa. Von der „Nahe erleben“-Gruppe waren Anna-Marlene Conradt, Norbert Ebrecht und Gerald Conradt im Einsatz.

Die Kinder packten zunächst ihre Umwelt-Rücksäcke mit den erforderlichen Untersuchungsmaterialien – Becherlupen, Lupen, Schreibmaterial und Pinsel. Zum Erstaunen der Umweltdetektive waren die Pinsel nicht zum Malen, sondern zum sanften Einfangen von Kleintieren in Becherlupen gedacht. An verschiedenen Stationen in der Wässerung konnten die Kinder „Frühlingsboten“ erkunden, so hatten die von der Ehrenamts-Initiative neu gesteckten Kopfweiden-Schösslinge erste Knospen ausgetrieben. Maulwürfe und Wühlmäuse waren schon aktiv, die ersten Frühblüher wie Schlüsselblumen, Gänseblümchen und Co. hatten sich unter Sträuchern versteckt.

Mit dem Mikroskop und den Lupen wurden die gefundenen Tiere wie Regenwurm, Bachflohkrebse, Köcherfliegenlarven und Schneckengehäuse sowie Brennnesseln und Gänseblümchen untersucht.

Anhand der Zeigerorganismen, pH-Wert und Wassertemperatur wurde die Wassergüte der Nahe von den Kindern als „mäßig belastet, Gewässergüte zwei bis drei“ eingestuft.

Mit einem neu aufgelegten Flyer wirbt die Ehrenamts-Gruppe bei Kitas, Grundschulen, weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I) und anderen Kindergruppen für die Natur-Erkundungen in den Nahe-Auen von Kirn-Sulzbach. Interessierte Lehrkräfte oder Gruppenleiter können Gerald Conradt unter der Telefonnummer 06752/5467 kontaktieren.