Wallhausen/Waldböckelheim

Tabulose Offenheit der Darsteller beeindruckte die Schüler

Suchtprävention mit dem Improtheater „RequiSiT“ an der Geschwister-Scholl-Schule.

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Foto: Geschwister-Scholl-Schule

Aus der Suche nach dem Staubsauger wird eine handfeste Beziehungskrise. Warum? Stephan hat sich in den Staubsauger verliebt! In vielen kleinen Szenen kreieren die Darsteller des Improvisationstheaters „RequiSiT“ aus Zurufen der Schüler der 9. und 10. Klassen unglaublich lustige Sketche, die bei allen für viel Gelächter sorgen. Jetzt mag sich manch einer fragen, was denn das mit Suchtprävention zu tun hat.

Der Verein RequiSiT startete 1995 als kleines EU-Projekt der SiT (Selbsthilfe im Taunus). Seit 2012 ist RequiSiT als eigenständiger Verein unterwegs. Die Darsteller sind ehemals suchtmittelabhängige Menschen, die seit langer Zeit clean leben und sich unter anderem zum Ziel gemacht haben, junge Menschen an Schulen oder in der Ausbildung für das Thema Sucht zu sensibilisieren und sie anzuregen, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Dabei ist es der Gruppe wichtig, die Themen Sucht und Abhängigkeit aus dem zu Beginn der halbtägigen Veranstaltung stattfindenden Improvisationstheater herauszuhalten. Dieser erste Teil dient vor allem als Eisbrecher zwischen Schülern und den Darstellern. Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren sollen die Künstler zunächst auf der Bühne kennenlernen. Der gemeinsame Spaß weckt das Interesse an ihnen und stellt eine Vertrauensbasis her, damit sie in den sich anschließenden Gesprächsrunden offen über alle Fragen zu den Themenbereichen Sucht, Drogen und Abhängigkeit sprechen können. Lehrer sind bei diesen Gesprächsrunden im Übrigen strengstens verboten. Jugendliche würden wohl kaum wirklich offen sprechen, würde eine Lehrkraft dabei sitzen. Daher bietet RequiSiT hierfür eine parallele Lehrergruppe an.

Die insgesamt 80 Jugendlichen aus den beiden Schulteilen der Geschwister-Scholl-Schule Wallhausen/Waldböckelheim reagierten zunächst skeptisch auf „noch eine Suchtpräventionsveranstaltung“. Jedoch zeigte sich schon direkt nach Ende des Vormittags, wie beeindruckt sie von der absolut tabulosen Offenheit der Darsteller waren. Anders als bei den gewohnten Sucht-Vorträgen, wird dieses Erlebnis sicherlich noch lange in ihrem Gedächtnis bleiben.

Schulleiterin Petra Kohrs sowie Lehrerin und Suchtpräventionsbeauftragte Corinna Knoth freuten sich sehr, diese begehrte Veranstaltung für die Schüler der GRS Plus Wallhausen/Waldböckelheim gewinnen zu können. Nicht zuletzt wurde das durch die R+V Betriebskrankenkasse ermöglicht, die einen großen Teil der Kosten übernimmt. Des Weiteren hat sich die Praxis Hand in Hand mit einer Spende an der Realisierung dieses Vormittags beteiligt. Das Programm „Erst schlapp gelacht, dann nachgedacht“ von RequiSiT soll zukünftig ein fester Bestandteil des Suchtpräventionskonzepts der Schule werden, das schon seit mehreren Jahren von den Lehrerinnen Frau Berkes und Frau Knoth betreut wird.

Archivierter Artikel vom 15.02.2019, 15:44 Uhr