Archivierter Artikel vom 08.07.2021, 14:37 Uhr
Hargesheim

Schüler der ADS waren erfolgreich beim Känguru-Wettbewerb

Seit vielen Jahren schon werden am dritten Donnerstag im März Kängurus in der Gemarkung Hargesheim gesichtet.

Foto: ADS Hargesheim

Dass diese feingliedrigen Tiere auf ihren langen Hinterbeinen eilig durch die Fauna Neuguineas und Australiens hüpfen, ist bekannt, sie aber am Gräfenbach beobachten zu können, überrascht stets aufs Neue. Die hier gemeinten Kängurus treten jedoch jährlich zur Zeit des sogenannten Känguru-Wettbewerbs verstärkt in Schulen auf und hinterlassen ihre Spuren. Diese schönen Geschöpfe haben ihren Namen einem weltweit bekannten Mathematik-Wettbewerb verliehen, dem „Kangourou des Mathématiques“. 310.000 Schüler aus 5900 Schulen haben sich 2021 der Herausforderung gestellt, davon insgesamt 80 an der Alfred-Delp-Schule (ADS). Zusätzlich zu ihren Arbeiten nahmen sie im Homeschooling in einem bestimmten Zeitraum daran teil. Alle griffen trotz Corona und aller Erschwernisse motiviert und interessiert auf ihr Knobeltalent zurück, das sie durchaus knifflige Aufgaben richtig lösen ließ.

Junge Menschen an die Mathematik heranzuführen, ihnen den Spaß daran zu vermitteln und sie für diverse logische Strategien zu begeistern, ist das erklärte Ziel dieser Herausforderung. Gerade das strukturierte Denken und selbstständige Arbeiten allein und gemeinsam mit den Klassenkameraden wollen frühestmöglich initiiert und gefördert werden und so lösen die Schüler eigenverantwortlich innerhalb von 75 Minuten je 24 anspruchsvolle Aufgaben in drei Schwierigkeitsstufen in den Stufen 5 und 6 und je 30 in den Altersgruppen 7/8, 9/10 sowie 11 bis 13. Die Fragestellungen des Tests erheitern, motivieren und inspirieren. Die gar nicht so selten festgestellte Angst vor mathematisch komplexen Aufgaben wird aufgebrochen oder durch den eher spielerischen Charakter der Herangehensweise ein Stück weit in den Hintergrund gerückt. Die Schwierigkeitsstufen fokussieren die Grundfertigkeiten aus dem Unterricht, ein intensiveres Eintauchen in das Erlernte und den kreativen Umgang damit bis zu einer Reihe von Fragestellungen, deren Akzent auf einer gewissen Gewitztheit und dem gesunden Menschenverstand liegt. Mathematische Inhalte und Lösungswege adäquat zu präsentieren und zu trainieren, ist ein weiterer ebenfalls wichtiger Aspekt.

Reines Pauken bleibt so außen vor. Die Schüler dürfen sich dazu eingeladen fühlen, ihre Überlegung nicht exakt Schritt für Schritt aufzeichnen zu müssen, wodurch die Attraktivität der Auseinandersetzung deutlich erhöht wird. Gedankenspiele und Knobeleien rücken in den Vordergrund. Eine Aufgabe für die Klassenstufe 5/6 lautet zum Beispiel: Einst saßen Elfen und Trolle beieinander, jedes der zehn Wesen hatte eine Kugel in der Hand. Jede der Zahlen von eins bis zehn stand auf genau einer Kugel. Nach der Zahl auf seiner Kugel befragt, nannte jeder Elf richtig seine Zahl. Jeder Troll nannte irgendeine der Zahlen von ein bis zehn. Die Summe aller zehn genannten Zahlen war 34. Welches war die kleinste mögliche Anzahl von Trollen in der Gruppe? (A) 1, (B) 2, (C) 3, (D) 4, (E) 5. In der Altersstufe 11 bis 13 fand sich folgende Fragestellung: An einen Getränkemarkt wurden zwei Paletten mit insgesamt 60 Getränkekisten geliefert. Von einer Palette wurden einige Kästen sofort abgeladen. Sowohl vor als auch nach dem Abladen waren auf einer der Paletten 1,5 Mal so viele Kästen wie auf der anderen. Wie viele Kästen wurden sofort abgeladen? (A) 10, (B) 15, (C) 16, (D) 20 oder (E) 24.

In jedem Jahr erhalten alle Teilnehmer neben einer Urkunde mit der erreichten Punktzahl und einer Broschüre mit den Aufgaben, Lösungen und weiteren Knobeleien auch ein kleines Knobelspiel als sogenannten „Preis für alle“. So dürfen sich alle über ein spannendes und den Intellekt forderndes Knotenpuzzle freuen. Die Bearbeitung in der Heimarbeit veranlasste die Verantwortlichen dazu, die Punktegrenze für Preise stark anzuheben, da hier die Einhaltung der Teilnahmeregeln nicht konsequent umgesetzt werden konnte.

Amelie Wolff und Jonas Bertuzzo (5c) hüpften wie Merle Faus (6d), die Zwillinge Jakob und Johann Barth und Jona Lützenkirchen (6f), Jan Pflöschner (7c), Noah Forderer und Paul Rößel (MSS 11) direkt auf einen herausragenden dritten Platz. Jakob und Johann Barth überzeugten zudem durch die weitesten Kängurusprünge in ihrer Schule, das heißt 15 korrekt gelöste Aufgaben hintereinander. Oberstudiendirektor Günter Graus und Studienrat Markus Schulz, betreuender Lehrer, gratulierten den stolzen Preisträgern in einer kleinen Feierstunde zu ihrem großartigen Erfolg in schwierigen Zeiten.