Archivierter Artikel vom 03.06.2020, 09:52 Uhr
Bad Kreuznach

Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal übergibt Masken-Spende

Der Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal sorgt sich in der Corona-Krise um die Gesundheit seiner Mitmenschen.

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Vertreter verschiedener wohltätiger Organisationen nahmen auf den Treppen des Kurhauses die Masken entgegen, die ihnen der Rotary-Club um Präsident Hanno Kämpf (oben, dritter von links) gespendet und Lena Eiler (Mitte, sitzend) gestaltet hatte.
Vertreter verschiedener wohltätiger Organisationen nahmen auf den Treppen des Kurhauses die Masken entgegen, die ihnen der Rotary-Club um Präsident Hanno Kämpf (oben, dritter von links) gespendet und Lena Eiler (Mitte, sitzend) gestaltet hatte.
Foto: Stefan Butz

18.000 Euro stellte der Club zur Verfügung, um Stoffmasken und Desinfektionsmittel dorthin zu bringen, wo sie dringend gebraucht werden. Rotary-Präsident Prof. Dr. Hanno Kämpf erläutert: „Wir haben die abwechslungsreich gestalteten Masken bei einer regionalen Produzentin, Lena Eiler, erstanden und verteilen sie in Bad Kreuznach an verschiedene Institutionen.“

600 Masken für insgesamt 5000 Euro wurden in der Kurstadt als Spende verteilt. Sie gingen ans Café Bunt (50 Stück), an die Wohnungslosenhilfe der Eremitage (50 Stück), an den Tagesaufenthalt Reling, der auch die lokale Lebensmittel-Tafel ist (50 Stück), an die Kindergärten der evangelischen Kirchengemeinde, ans Rotkreuz-Seniorenheim Rheingrafenstein (75 Stück), ans AWO-Altenzentrum Lotte-Lemke-Haus (75 Stück), an den Kinderschutzbund (100 Stück) und an die Pro-Seniore-Residenz im Salinental.

Weitere 12.000 einfache OP-Masken haben die hiesigen Rotarier bereits jeweils an ihre Partnerclubs in Cannock in Großbritannien und in Brie Pontault in Frankreich als Zeichen der Solidarität verteilt. Noch nicht verteilt, aber geplant ist die kostenlose Verteilung von 800 Litern Desinfektionsmittel für insgesamt 3000 Euro. Das hat Kämpf zusammen mit seinen 14 Vorstandskollegen beschlossen.

Dabei ist Lena Eiler eigentlich für anderes als Gesichtsmasken bekannt. Die Tochter von des Merxheimer Unternehmers und Mit-Rotariers Bruno Schneider stellt in Koblenz unter dem Label justlena hochwertige und ausgefallene Handtaschen-Unikate her, hat sich wegen Corona aber entschieden, Gesichtsmasken zu produzieren.

„Nach der ersten Corona-Schockstarre“ habe sie eine Kundin, die Masken suchte, auf die Idee gebracht. Das ursprüngliche Geschäftsmodell, individuell nach Kundinnenwunsch gefertigte Handtaschen-Unikate, die über Taschen-Partys, also Treffen mit Kundinnen und Interessentinnen in deren Wohnungen, funktionierte aufgrund der Pandemie nicht mehr. Aus dem Notbehelf, dem Maskenschneidern, ist ein zweites Standbein geworden, eines, das an die Corona-Zeiten angepasst ist. Die abwechslungsreich gestalteten Masken für Private: Das ist nun das Geschäftsmodell. Für karitative und medizinische Einrichtungen näht Lena Eiler, der inzwischen 30 ehrenamtliche Helferinnen zur Seite stehen, immer noch weitgehend zum Selbstkostenpreis.

Und so kamen die Rotarier und die Unternehmerin aus Koblenz zusammen. Die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen mit den Masken bedachten Institutionen wissen auch schon ganz genau, wo sie die Masken zum Einsatz bringen können: Thomas Decker vom Deutschen Roten Kreuz berichtete, dass die Masken bei den Bewohnern des Altenheims im Stadtteil Bad Münster sehr gut angekommen seien. Die bunten Masken seien eine willkommene Abwechslung zu den gleichförmig aussehenden Einmalmasken. Christoph Wernicke von der Pro-Seniore-Residenz im Salinental berichtet, dass die Masken auch bei ihm im Haus auf viel positive Resonanz gestoßen seien.

Dem kann Doris Häfner-Kairo von der kreuznacher diakonie nur zustimmen. Die Leiterin der Wohnungslosenhilfe berichtet, dass die Masken zum Beispiel im Café Bunt von den wohnungslosen Frauen gut angenommen worden wären. Zudem habe sich beim Waschen herausgestellt, dass sie sehr hochwertig verarbeitet seien.

Pfarrerin Elfi Decker-Huppert von der evangelischen Kirchengemeinde lobt ebenfalls die „tolle Handarbeit“. In einer Konferenz habe sie bereits eine Kita-Leiterin gesehen, die eine der Rotary-Masken getragen habe. Auch bei Daniela Essler, Leiterin der Reling, kommen die Masken gut an: Für viele ihrer Gäste sei es finanziell schwierig, sich selbst eine teure Maske zu kaufen. Da helfen nun auch die Rotarier-Masken. Rotarier-Präsident Kämpf freut sich, dass die Maskenspenden in Bad Kreuznach so gut ankommen. Die Rotarier haben bereits weitere karitative Projekte in Planung.