Archivierter Artikel vom 19.10.2021, 15:50 Uhr
Koblenz

Naheweine und deutscher Käse – Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau stellt vor

31 Teilnehmende trafen sich kürzlich in Koblenz, um mit Harald Sperling, Bauern- und Winzerverband an Nahe und Glan, und Hiltrud Schappert, Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz-Saar, köstliche Kombinationen von Naheweinen und deutschen Käsen zu probieren.

Foto: Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

„Zu Käse passt nur Rotwein? Dieses Gerücht kommt aus Frankreich beziehungsweise Südeuropa. Dort wird einfach sehr viel Rotwein angebaut und Käse gegessen. Was sollen sie auch sonst sagen? Eigentlich passen Weißweine meistens viel besser zu Käse“, so Harald Sperling, der neben einem in der Flasche gereiften Perlwein (Pétillant Naturel), sechs Weißweine und nur einen Rotwein von der Nahe mitbrachte. „Regionale Produkte harmonieren geschmacklich häufig sehr gut. In Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland, genauer gesagt in unseren Mittelgebirgsregionen, werden nur sechs bis sieben Prozent des deutschen Milchaufkommens produziert. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute vier regionale Käse mitbringen konnte“, so Hiltrud Schappert zu Beginn der Veranstaltung.

Ein paar allgemeine Tipps gab es anfangs für die interessierte, hungrige und durstige Zuhörerschaft: Käse und Wein sollten immer gleich kräftig beziehungsweise gleich mild sein, um das volle Geschmackserlebnis zu entfalten. Je gereifter der Käse, desto vollmundiger der Wein. Insbesondere sehr würzige Käsesorten benötigen viel Restsüße im Wein.

Diese Kombinationen wurden verkostet und für gut befunden:

  • selbstgemachte Käsepralinen aus Ziegenfrischkäse, geriebenen Gouda, Zwiebeln und einem Schuss Weißwein gerollt in Sonnenblumen- und Kürbiskernen zusammen mit einem in der Flasche gereiften Perlwein;
  • Brietorte (Bio-Weichkäse) aus Rheinland-Pfalz mit einem halbtrockenen Cuvée aus Weiß- und Grauburgunder;
  • Möhrenlaib (Schnittkäse mit Möhrensaft) aus Rheinland-Pfalz mit einem halbtrockenen Riesling;
  • Eifelmilde (Weichkäse aus Ziegenmilch) mit einem trockenen Blanc de Noir;
  • Rubius (Weichkäse mit Rotschmiere) mit einem trockenen Grauburgunder;
  • Bergader Almkäse (halbfester Schnittkäse mit Rotschmiere) mit einem fruchtigen Sauvignon Blanc;
  • Lehntaler alt (ein acht Monate gereifter Hartkäse) mit einem trockenen Spätburgunder aus dem Barriquefass;
  • Montagnolo (Weichkäse mit Blau- und Grauschimmelkulturen) mit einer edelsüßen, auf der Maische vergorenen Gewürztraminer Auslese (Orange Wine).

„Einzeln betrachtet mochte ich nicht alle Weine und Käsesorten – aber in der Kombination sind sie wirklich sehr lecker. Erstaunlich wie Aromen zusammenkommen können“, so ein Teilnehmer. „Schön, dass auch Käse verkostet wurde, den es im Supermarkt gibt. So kann ich das zuhause auch einmal anbieten“, freute sich eine Teilnehmerin. Gastgeber Herbert Netter, Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, ist sich sicher, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war: „Gerade auch deshalb, weil coronabedingt nicht alle kommen konnten, die gerne dabei gewesen wären. Diese Veranstaltungsreihe rund um den Wein ist sehr beliebt – normalerweise sitzen mindestens 50 Leute hier.“