Bad Kreuznach

Mit Eigenverantwortung und Mut zurück ins Arbeitsleben

„Es gab keine Verwendung mehr für mich. Ich war am Boden“, beschreibt Klaus Prieß sein Leben noch vor einem halben Jahr.

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Die Foto zeigt (von rechts) Herrn Prieß, Herrn Rauth und Frau Fuchs.
Die Foto zeigt (von rechts) Herrn Prieß, Herrn Rauth und Frau Fuchs.
Foto: FAW Bad Kreuznach

Ein Arbeitsunfall hatte ihn ausgebremst. Ein totaler Neustart war gefragt. Die Aufarbeitung aller Unfallfolgen dauerte an. Eine Wende sollte die angebotene Maßnahme der Berufsgenossenschaft bringen. Doch Prieß war skeptisch: „Dachte, es wäre kein perfekter Platz, doch es war das Richtige für mich. Ich bin froh dort gelandet zu sein.“

Gelandet war er bei Katrin Fuchs. Sie arbeitet für das Reha-Management-Team der FAW in Bad Kreuznach. FAW steht für die gemeinnützige Bildungseinrichtung Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Ein Besuch der sich für Klaus Prieß und seinen neuen Chef lohnte: „Es hat alles für mich gepasst. Nun bin ich neu aufgestellt für meine Zukunft.“ Entscheidend für diesen Wandel war Thomas Rauth. „Es lohnt sich, Menschen mit Einschränkungen einzustellen. Man hat etwas davon“, macht Rauth klar. Er ist Inhaber von TSL-Hausmeister- und Gartenservice Rauth in Bad Kreuznach. Durch ihn bekam Klaus Prieß die Chance für einen Neuanfang mit einem Arbeitsvertrag. Die Zeit bei der FAW verging rasch. Vier Monate mit Praktika, Betreuung und Vermittlung nachdem er zuvor drei Jahre Zuhause war. Katrin Fuchs erlebte ihren Klienten in dieser Zeit als unheimlich offen, für Hilfen und Ideen sehr dankbar: „Er ist eine ehrliche Haut, die ein sehr hohes Gerechtigkeitsempfinden hat. Es ist toll, wie sehr er gelernt hat, noch aktiver zu netzwerken.“

Dass ihn dies zu der eigenverantwortlichen Arbeitsstelle bei einem Hausmeisterservice geführt hat, macht ihn sichtlich stolz. „Mein Arbeitgeber ist flexibel und nimmt Rücksicht auf alle Belange und Einschränkungen“, beschreibt er seinen Arbeitsplatz. Sein Chef ergänzt: „Man kann die Menschen gebrauchen, die mitarbeiten und sich einbringen wollen. Alle Kollegen müssen wollen und aufeinander Rücksicht nehmen.“ Dankbar sind alle dem Initiator Markus Monetha von der Berufsgenossenschaft für Handel- und Warenlogistik. Er hat es auf den Weg gebracht und die Maßnahme ermöglicht. „Er hat gut mitgezogen und die Praktika unterstützt“, ist Prieß froh, „ich habe viel Unterstützung erfahren und wurde nicht alleine gelassen.“ Fuchs beschreibt aber einen wesentlichen Erfolgsfaktor aus ihrer Sicht: „Seine Stärke ruht darin, gelernt zu haben, aktiv anzusprechen, was er sucht und braucht.“ Die verschiedenen Erprobungen haben ihm Mut gemacht. Seine Arbeitshaltung musste sich ändern. Er war so leidenschaftlich engagiert, ihm war nichts zu viel und er identifizierte sich mit seiner Arbeit wie ein Selbstständiger. Doch seine Gesundheit verlangt nun, dass er mehr wie ein Angestellter denkt und arbeitet.