Archivierter Artikel vom 14.08.2018, 15:48 Uhr
Winterbach

Jugend erlebte Einsätze am laufenden Band

Erlebnisreiches Berufsfeuerwehrwochenende bei der Jugendfeuerwehr Winterbach.

Foto: Jugendfeuerwehr Winterbach

Ein Wochenende lang das harte Leben von richtigen Berufsfeuerwehrleuten erleben? Das konnten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Winterbach am zweiten Augustwochenende beim Berufsfeuerwehrtag der örtlichen Jugendfeuerwehr.

Foto: Jugendfeuerwehr Winterbach

Los ging es am Freitag um 16 Uhr mit dem Dienstbeginn und dem Beziehen des Schlafsaals. Anschließend ging es direkt mit der Gruppeneinteilung und der Fahrzeugbesetzung weiter, bevor der erste Übungsdienst zu den Themen „Fahrzeugkunde“ und „Digitalfunk“ anstand. Doch lange sollte die Ausbildungseinheit nicht dauern, sie wurde durch die Alarmierung zum ersten Einsatz unterbrochen. Ein Pkw war gegen einen Baum gefahren. Als die junge Einsatzmannschaft eintraf, musste die Einsatzstelle zuerst abgesichert werden. Die verletzten Personen wurden aus dem Unfallfahrzeug gerettet und der Brandschutz sichergestellt.

Der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Eine vermisste Person wurde nach einem unerlaubten Schwimmbadbesuch im Winterbacher Freibad vermisst. Im Bereich des Bachbettes oberhalb des Schwimmbades wurde die Person dann nach kurzer koordinierter Suche gefunden. Auf der Trage wurde die Person eingebunden und aus dem unwegsamen Gelände getragen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen schauten die angehenden Brandschützer einen Film. Doch wie im richtigen Leben wurde der Film ausgerechnet an der spannendsten Stelle gegen 23 Uhr durch einen Einsatz jäh unterbrochen. Die Einsatzzentrale meldete eine ausgelöste Brandmeldeanlage im Bereich des Soonwaldes. Vor Ort konnte der Gruppenführer nach der Lageerkundung einen Fehlalarm bestätigen. Zurück im Gerätehaus wurde der Film dann zu Ende geschaut.

Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück folgte der nächste Alarm am Samstagmorgen, dieses Mal zu einer Tierrettung. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Haus-Känguru ausgebüxt war und sich auf einem Baum auf einer Pferdekoppel versteckt hatte. Um die Steckleiter auf die Koppel zu tragen und einen sicheren Stand der Leiter zu gewährleisten, mussten zuerst die Pferde gesichert werden. Danach konnte ein Trupp die Leiter aufstellen, das Känguru retten und an die Besitzerin übergeben werden.

Nach dem Einsatz ging es zum morgendlichen Übungsdienst, auf dem Plan standen dieses Mal „Brandklassen und Löschmittel“. Die verschiedenen Brandklassen wurden vorgestellt und auch die geeigneten Löschmittel durchgenommen. Auch auf die Besonderheiten, wie zum Beispiel, dass bei einem Fettbrand kein Wasser verwendet werden darf, gingen die Ausbilder ein. Nach Abschluss der Theorieeinheit wurde die Funktion eines Feuerlöschers erklärt und jedes Jugendfeuerwehrmitglied konnte auch mal einen Pulverlöscher benutzen. Für Einsätze außerhalb der Ortschaften haben wir auf unserem TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug – Wasser) einen Wassertank mit 750 Litern, um mit der im Fahrzeug eingebauten Schnellangriffseinrichtung schnellstmöglich einen Brand löschen zu können. Auch die Vornahme des Schnellangriffs wurde von den Jugendlichen geübt.

Plötzlich wurde wieder ein Einsatz gemeldet, dieses Mal ging es in die Ortsmitte, dort standen zwei große Mülltonnen in Vollbrand. Der Gruppenführer erkundete die Lage und gab die Befehle an die Gruppe. So wurde vom Unterflurhydranten eine Wasserversorgung hergestellt und zwei Rohre durch den Angriffs- und Wassertrupp vorgenommen und die Flammen gelöscht.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz und so wurden gemeinsam die Schlauchtragekörbe wieder gefüllt und das Material auf dem Fahrzeug verlastet. Am Nachmittag ging es dann noch zu einem Flächenbrand am Spielplatz, dort wurde der Brand mittels zwei Rohren schnell unter Kontrolle gebracht.

Um 16 Uhr war dann der Tag vorbei und die Jugendfeuerwehrmitglieder und ihre Betreuer konnten ins wohlverdiente Wochenende gehen.