Bad Kreuznach

IG Metall Bad Kreuznach – Austausch mit der Ministerpräsidentin

„Wir erleben, dass die Pandemie die Transformation in den Betrieben der Region beschleunigt. Viele Arbeitgeber nutzen die Zeit, um unpopuläre Entscheidungen zu verkünden. Sie surfen auf der Corona-Welle auf Kosten der Beschäftigten“.

Lesezeit: 2 Minuten

Das erklärte Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach direkt zu Beginn der Ortsvorstandssitzung, in deren Rahmen sich regionale Betriebsräte und Hauptamtliche der IG Metall Bad Kreuznach mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer kürzlich ausgetauscht haben. Die IG Metall vertritt die Auffassung, dass diese Beschleunigung auch den Handlungsdruck für die Politik erhöht, jetzt durch eine aktive Industriepolitik den Herausforderungen in den Betrieben zu begegnen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer diskutierte mit den Gewerkschaftern und betonte im Gespräch: „Rheinland-Pfalz ist Industrieland. Die Metall- und Elektroindustrie mit vielen Betrieben im ländlichen Raum ist eine tragende Säule unserer Wirtschaft und das muss auch in Zukunft so bleiben. Meine Landesregierung unterstützt Industriebetriebe schon lange. Im Transformationsrat haben wir gemeinsam mit unseren Partnern, unter anderem der IG Metall, bereits erste Maßnahmen für die Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitnehmern entwickelt, um dem Strukturwandel und der Digitalisierung der Arbeit gut begegnen zu können. Nicht erst seit der Pandemie stehen wir in engem Austausch mit Gewerkschaften und Betriebsräten, um diese Themen weiter voranzutreiben. Die Corona-Krise hat den Strukturwandel der Branche zusätzlich beschleunigt; das Thema Arbeitsplätze-Sicherung ist aktueller denn je. Deshalb sage ich ganz klar: Ich unterstütze die IG Metall bei ihrer Initiative zur Modernisierung der Mitbestimmung sowie bei der Forderung einer Vier-Tage-Woche, um mehr Zeit für Qualifizierung und Weiterbildung zu ermöglichen.“

Kay Wohlfahrt, Betriebsratsvorsitzender bei Boge Elastmetall und Zweter Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach, unterstrich die Forderungen der IG Metall: „Bei allen guten politischen Konzepten darf die betriebliche Realität unserer Kollegen nicht aus dem Blick geraten. Bei zunehmendem Druck auf Mitbestimmung und Tarifbindung ist die politische Stärkung dieser Komponenten entscheidend.“ Deswegen sei es wichtig, dass sich führende Politiker auch in diesen bewegten Zeiten mit den Beschäftigten aus den Industriebetrieben im ländlichen Raum auseinandersetzen und Themen diskutieren würden, die die Lebens- und Arbeitsweise auch nach Corona langfristig prägen werden, erklärte Petzold die Idee zu dem Austausch mit der Ministerpräsidentin. Es brauche dringend eine Renaissance regionaler Industriepolitik und industriepolitischer Konzepte der Parteien, um Standorte und Beschäftigung zu sichern. Natürlich seien im Moment insbesondere Berichte zu Homeoffice, Maskenpflicht und der Realisierung von Abstandsregeln in den Betrieben besonders brennend. „Dennoch ist uns wichtig, praxisnah deutlich zu machen, dass Tarifbindung, aktive Gewerkschaften und starke, qualifizierte Betriebsräte in der Pandemie Sicherheit und Orientierung für Beschäftigte bedeuten und entgegen der Auffassung einiger Arbeitgeber gerade in Zeiten des Wandels auch darüber hinaus ein Standortvorteil entlang der Nahe, bis in den Hunsrück und in ganz Rheinland-Pfalz sind. Deswegen sollte an dem engen Austausch in den Regionen auch nach der Pandemie festgehalten werden“, formulierte Ingo Petzold seine Erwartung am Ende des Gesprächs mit der Ministerpräsidentin.

Pressemitteilung: IG Metall Bad Kreuznach