Archivierter Artikel vom 15.03.2018, 10:12 Uhr
Bad Kreuznach

Familiäre Treffen werden gepflegt

Versammlung mit Ehrungen treuer Mitglieder des Creuznacher Briefmarkensammler-Vereins.

Über die Ehrung des Creuznacher Briefmarkensammler-Vereins freuten sich (von links) Rolf Kramer (zehn Jahre), Martin Wanner (40 Jahre) und Klaus D. Schwindt (50 Jahre).
Über die Ehrung des Creuznacher Briefmarkensammler-Vereins freuten sich (von links) Rolf Kramer (zehn Jahre), Martin Wanner (40 Jahre) und Klaus D. Schwindt (50 Jahre).
Foto: CBV

Beim Creuznacher Briefmarkensammler-Verein (CBV) waren die elf Tagesordnungspunkte der Mitgliederversammlung im Vereinslokal „Dart4Fun“ schnell abgehakt. Erster Vorsitzender Klaus Dieter Schwindt, Zweiter Vorsitzender Manfred Geib und Kassenverwalter Waldemar Baltz wurden einstimmig entlastet, nachdem die Kassenprüfer Wilfried Kuttler und Karlheinz Nauheimer den Prüfungsbericht erstattet hatten. Vierzig Mitglieder zählt der Verein, ein fester Stamm trifft sich immer am zweiten und vierten Dienstag im Monat ab 18 Uhr im „Dart4Fun“, Ringstraße 93, und freut sich auch über interessierte Gäste. Familiäre Treffen werden besonders gepflegt, drei Termine sind geplant, der Schwerpunkt liegt auf zwölf Uhr mittags, das üppige Abendessen ist nicht mehr gefragt.

Besondere Beachtung fanden die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft. Die Urkunde für zehnjährige Vereinszughörigkeit erhielt Rolf Kramer, Neu-Bamberg, für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Martin Wanner, Bad Kreuznach, und für 50-jährige Mitgliedschaft Vorsitzender Klaus Dieter Schwindt, Sprendlingen, geehrt.

Rolf Kramer ist der Mann mit dem prägnanten Berufsprofil: er arbeitete 35 Jahre als Journalist für das ZDF und gewann als Sportreporter internationale Aufmerksamkeit in der Fußball-Szene. Unter anderem wurden die zwei großen WM-Finals von 1978 und 1982 von ihm kommentiert. Seit 40 Jahren wohnt er in Rheinhessen. Heute, im Ruhestand, gehört die Philatelie zu seinen wichtigsten Hobbies. Schwerpunkte seiner Sammeltätigkeit sind Spezialitäten und Raritäten aus dem Gebiet Deutschland und dem deutschsprachigen Raum.

Klaus Dieter Schwindt, der die Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielt, gehört dem Vorstand seit 1980 an, war zunächst Ausstellungswart und wurde 1998 Vorsitzender. Der gebürtige Bad Kreuznacher, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, lebt zwar in Sprendlingen, ist aber als Aktiver im Ruder- und Kanuverein Bad Kreuznach eng mit seiner Heimatstadt verbunden. Bevor die Winzergenossenschaft Gau-Bickelheim sein Arbeitsgebiet wurde, war der ausgebildete Maschinenschlosser in den Seitz-Werken tätig. In der Philatelie beschäftigt er sich mit vielfältigen Themen: die Persönlichkeit Leonardo da Vinci würdigt er in einer Themensammlung, die er 2019 in einer größeren Ausstellung der Öffentlichkeit zeigen will. Dem Rudersport hat er eine Briefmarken- und Stempelsammlung gewidmet.

Unter Briefmarkenfreunden findet auch seine Spezialsammlung sogenannter Liliput-Stempel große Anerkennung. Posttempel dieser Art stammen aus den Sonderpostämtern der Liliput-Städte auf den Jahrmärkten. Heute gibt es keine Liliputaner-Attraktionen mehr, mithin auch keine Stempel, man muss also den Belegen der Vergangenheit nachjagen.

Für Ehrenmitglied Martin Wanner, der neben der Vereinsnadel für 50jährige Mitgliedschaft auch eine Vereinsehrenuhr erhielt, hat die zielgerichtete Sammeltätigkeit bereits ihren Abschluss gefunden. Vor zwei Jahren trennte Wanner sich von seiner sehenswerten, kompletten Deutschland-Sammlung – alle Michel-Hauptnummern von 1850 bis zur Gegenwart – und machte damit, was den Erlös anbetrifft, vor allem den Enkeln eine Freude, wie er durchblicken ließ. Ein Generationenwerk war damit an sein Ende gekommen. Der Grundstock dieser häufig bewunderten Sammlung stammte bereits von Martin Wanners Vater Dr. Erwin Wanner, der den alten Kreuznachern als Direktor der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau anno 1947 noch in bester Erinnerung ist. Wieviel Geld Martin Wanner in die Vervollkommnung der Sammlung gesteckt hat, weiß er heute nicht mehr. Um den roten Sachsen-Dreier habe er lange gekämpft.

Heute zählt der 91-jährige Philatelist, der im familiären Terminkalender für 2019 die Eiserne Hochzeit eingetragen hat, immer noch zu den beständigsten Besuchern der Sammlertreffs. Seine Fachkunde wird unter den Philatelisten hoch geschätzt.