Archivierter Artikel vom 17.01.2020, 11:27 Uhr
Seibersbach

„Evangelische Kirchengemeinde Guldenbachtal begrüßt“

Ein großer Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche Windesheim zur Begrüßung der Evangelischen Kirchengemeinde Guldenbachtal galt kürzlich als Startschuss für die neue Gemeinde.

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Foto: privat

Der Festgottesdienst wurde unter der Leitung der Pfarrer Joachim Deserno und Dr. Holger Werries sowie der Vikarin Abigajil Bock und unter Mitwirkung des Posaunenchores Windesheim sowie von Prof. Thorsten Mäder an der Orgel gefeiert. Durch Fusion der drei ehemaligen Evangelischen Gemeinden Seibersbach, Stromberg und Windesheim-Guldental war die Evangelische Kirchengemeinde Guldenbachtal am 1. Januar 2020 entstanden. Voraus ging diesem Datum ein Prozess von rund einem Jahr intensiver Arbeit, in dem alle notwendigen Schritte in kurzer Zeit vollzogen wurden. Moderiert vom Superintendenten des Nachbarkirchenkreises Simmern-Trarbach, Pfarrer Hans-Joachim Hermes, Argenthal, und unterstützt durch Pfarrer Joachim Deserno, Stromberg, wurde die Zusammenführung in dieser für ein solches Mammutprojekt hohen Geschwindigkeit ermöglicht.

Symbolisch für das gemeinsame zukünftige Leben als Gesamtgemeinde wurden drei Osterkerzen der ehemaligen Gemeinden von Konfirmanden in die Kirche getragen und entzündet. Zudem wies eine mit Wasser aus dem Guldenbach gefüllte Vase mit Rosen (ehemaliges Siegel Stromberg), Ähren (ehemaliges Siegel Seibersbach) und Weinranken (ehemaliges Siegel Windesheim-Guldental) auf das neue Dienstsiegel hin. Alle drei Symbole und ein an den Guldenbach erinnernder Fluss sind im neuen Siegel enthalten.

Am Beispiel von Vincent van Goghs „Bildnis von Dr. Gachet“, das zugleich ein Selbstbildnis ist, erinnerte Pfarrer Dr. Holger Werries in seiner Predigt daran, dass jedes einzelne Gemeindemitglied der neuen Gemeinde wie der Kirche insgesamt ein wichtiger und unersetzlicher Pinselstrich Gottes im Gesamtkunstwerk Kirche ist. Gott als Künstler stelle sich durch die Kirche selbst dar, gebe sich durch sie einen Ausdruck und würde eben durch das Wirken seiner Gemeinde die Menschen im Guldenbachtal mit seinem Segen erreichen. Das Wort Gottes an Jesus bei seiner Taufe gelte somit auch für alle Christen: „Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Matthäus 3,17) Alle Menschen seien Kinder Gottes und als solche wichtige „Farbkleckse und Pinselstriche“ der neuen Gemeinde, die sich genau als solche auch selbst sehen dürften und sollten.

Die neue Evangelische Kirchengemeinde Guldenbachtal erstreckt sich von Seibersbach bis Guldental auf einer Länge von rund 20 Kilometern über 14 Dörfer entlang des Guldenbachs. Sie hat zehn Kirchen und ist in zwei Bezirke aufgeteilt. Betreut werden diese von den beiden Pfarrern, Joachim Deserno und Holger Werries, sowie aktuell von Vikarin Abigajil Bock. Bis Ende März wird die Gemeinde von einem aus Presbyteriumsmitgliedern aller drei ehemaligen Gemeinden bestehenden Bevollmächtigtenausschuss geleitet. Mit seiner Einführung am 29. März übernimmt die Leitung dann das neue, 24 Personen starke, Presbyterium. Die Superintendentin des Kirchenkreises An Nahe und Glan in der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pfarrerin Astrid Peekhaus, betonte in ihrem Grußwort die „erstaunliche Performance“, die die schnelle Umsetzung der Fusion möglich werden ließ. Sie wünschte der Gemeinde für die nun beginnende Zukunft von Herzen alles Gute und den Segen Gottes.