Archivierter Artikel vom 09.11.2020, 13:22 Uhr
Bad Kreuznach

Ev. Arbeitskreis der CDU Bad Kreuznach besucht Ruheforst

In diesem Sommer war wieder deutlich zu beobachten, dass grüne Blätter schichtweise den Waldboden bedeckten, die Baumkronen sich also viel zu früh lichteten.

Förster Naujack (Bildmitte) führt die EAK-Besuchergruppe durch Wald und "RuheForst" Waldalgesheim.
Förster Naujack (Bildmitte) führt die EAK-Besuchergruppe durch Wald und „RuheForst“ Waldalgesheim.
Foto: EAK Bad Kreuznach

„Ein sicheres Zeichen für den Stresszustand unserer Bäume, hervorgerufen durch den Klimawandel. Der Klimawandel kommt zu schnell. Viele Baumarten haben keine Zeit, sich den klimatischen Änderungen anzupassen“, erklärt Förster Bernhard Naujack. Förster Naujack führt eine Besuchergruppe des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Bad Kreuznach (EAK) durch den Wald in Waldalgesheim. Er hofft auf baldigen und reichlichen Niederschlag, den die Bäume für Ihr Wachstum und zur Gesunderhaltung, Abwehr von Borkenkäfer und Pilzerkrankungen, so dringend brauchen. Im gesamten deutschen Wald ist durch den Klimawandel eine Brachfläche in der Größe des Saarlandes entstanden. Dieser Tendenz entgegen wirken sollen künftig Neuanpflanzungen von hitze- und trockenheitsbeständigenden Bäumen wie die Flaumeiche, Steineiche und Esskastanie. Diese Bäume produzieren den lebenserhaltenden Sauerstoff und dienen als effizienter Kohlenstoff-Dioxid-Speicher. So ist zu beachten, dass ein Kubikmeter Holz rund 1000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid enthält und eine PKW-Fahrt Paris-Moskau-Paris fast die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid erzeugt.

Die Waldführung endet an einer 3000 Quadratmeter Fläche, wo hitzeresistente Laubbäume anstelle der abgestorbenen Fichten neu angepflanzt werden. 1000 bis 5000 Jungpfanzen werden auf einen Hektar Fläche gesetzt. „Wir bringen damit den Wald zum Klingen; denn in den Laubwäldern halten sich deutlich mehr Vögel als in Nadelwäldern auf“, erklärt Bernhard Naujack. Der Förster und sein Team nutzen die Hilfe des Eichelhähers, der die auf einem Holzbrett „servierte“ Eicheln im Wald vergräbt, so dass aus einigen vom Vogel vergessenen Früchten junge Eichenbäumchen entstehen. Das Försterteam pflegt neben dem Wald auch den Ruheforst Waldalgesheim, den Bernhard Naujack initiiert hat. Hier findet man um ausgewählte Bäume, sogenannte Ruhebiotope, bis zu zwölf Plätze für Urnenbestattungen. Diese Biotope werden fachmännisch gepflegt, so dass weder nach Unwettern noch durch abgestorbene Äste eine Gefahr für die Besucher besteht. Grabschmuck und Grabsteine sind hier tabu. Hinweise auf den genauen Bestattungsort geben Namensschilder an den Bäumen und ein genau ausgearbeiteter Lageplan. Breite Wege, die mit Holzschnitzeln bedeckt sind, führen an den Ruhebiotopen vorbei zu einem mit Sitzgelegenheit ausgestatteten Andachtsplatz.

Die Vorstandsmitglieder des Evangelischen Arbeitskreises der CDU sehen aufgrund der vom Förster und seinen Mitarbeitern geleisteten professionellen und engagierten Arbeit hoffnungsvoll in die Zukunft dieses Waldes. Der EAK plant an einer Baumpflanzaktion teilzunehmen oder eine Baumpflanzprojekt zu initiieren.