Archivierter Artikel vom 31.10.2018, 15:44 Uhr
Fürfeld

Einsatzkräfte mit lauten Explosionen konfrontiert

Gemeinsame Übung der Feuerwehren Fürfeld, Feilbingert und Hochstätten aus der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und Auszubildenden des Rettungsdienstes.

Foto: Köhler/DRK

Explodierende Gasflaschen, ein brennendes Haus mit mehreren Verletzten und unter Räumen eingeklemmte Personen erwarteten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe am Wochenende in Fürfeld. Bei einer gemeinsamen Übung der Feuerwehren Fürfeld, Feilbingert und Hochstätten aus der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und Auszubildenden des Rettungsdienstes kam es, bei gleich zwei Szenarien auf enge Zusammenarbeit und koordinierte Hilfe für die Betroffenen an.

Beim ersten Übungseinsatz hatten die Notfalldarsteller des DRK-Kreisverbandes Bad Kreuznach ein sanierungsbedürftiges Haus mitten in der Ortslage von Fürfeld präpariert. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte wurden mit lauten Explosionen von Gasflaschen, schreienden Verletztendarstellern und Stichflammen konfrontiert. Zugleich wurden mehrere Feuerwehrtrupps zur Brandbekämpfung und Menschenrettung eingesetzt. Parallel rüstete sich das erste Team des Rettungsdienstes, bestehend aus einer Notfallsanitäterin und einem Auszubildenden, für die Versorgung der Patienten. Bei Großeinsätzen mit vielen Verletzten bildet das ersteintreffende Rettungsdienstteam die medizinische Einsatzleitung und sichtet alle Patienten bis zum Eintreffen weiterer Rettungsmittel. Nach und nach fand die Feuerwehr, welche unter Atemschutz und mit schwerem Gerät die Einsatzstelle erkundete, mehrere schwerverletzte Personen. Diese wurden über Leitern und Tragen aus dem Haus gerettet und dem DRK-Rettungsdienst zur weiteren Behandlung übergeben. Die Auszubildenden zum Notfallsanitäter richteten eine Patientenablage ein und versorgten die sieben Patienten, unter denen sich auch ein Herzinfarkt befand, mit Infusionen und Medikamenten. Zwei Schwerverletzte wurden beatmet und mittels Wirbelsäulenbrett immobilisiert. Die besondere Herausforderung für die 30 Feuerwehrleute und 20 Rettungsdienstler lag in der räumlichen Enge an der Einsatzstelle und den vielen schwer verletzten Patienten, die es priorisiert zu behandeln galt. Auch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Feuerwehreinheiten war eines der Übungsziele.

Neben Auszubildenden zum Notfallsanitäter und erfahrenen Rettungsdienstmitarbeitern nutzten auch drei Notärztinnen aus dem Krankenhaus St. Marienwörth die Übung, um solche Szenarien zu trainieren.

Nach einer kameradschaftlichen Mittagspause und der Übungsauswertung stand gleich das nächste Szenario auf dem Ausbildungsprogramm. Die angenommene Lage beschrieb ein Sturmereignis am Eichelberg, bei dem eine Wandergruppe vom Wind überrascht wurde und sich durch herabfallende Äste, umstürzende Bäume und Stürze Verletzungen zugezogen hatte. Im besonders steilen und unwegsamen Wald am Eichelberg stellte dies die Rettungskräfte allesamt vor eine körperlich anstrengende und medizinisch anspruchsvolle Herausforderung. Auch hier hatten die Notfalldarsteller des DRK-Kreisverbandes Bad Kreuznach alles gegeben und sechs Darsteller entsprechend präpariert. Eine Patientin war unter einem Baum eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden, während das Team des DRK-Rettungsdienstes die medizinische Versorgung übernahm. So wurde die Beatmung sichergestellt, Medikamente verabreicht und die Patientin immobilisiert. Mitten in den Rettungsmaßnahmen brach dann noch überraschend ein Kollege, als Teil der Übung, mit einem Herzinfarkt zusammen, der ebenfalls medizinische Hilfe benötigte. Vor allem der Transport der Patienten durch den steilen Wald zu den Rettungsfahrzeugen gestaltete sich schwierig.

Die abschließende Übungsauswertung ergab, dass alle Beteiligen befürworten, solche gemeinsamen Übungen von Feuerwehr und Rettungsdienst häufiger veranstalten möchten, um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren und sich gegenseitig besser kennenzulernen und voneinander zu lernen.