Archivierter Artikel vom 23.07.2019, 15:17 Uhr
Bingen

Einsatzkräfte der DLRG-Ortsgruppen bildeten sich weiter

Kürzlich waren rund 60 DLRG’ler gemeinsam auf dem Campingplatz Hindenburgbrücke, um sich in vier großen Gruppen aus- und weiter zu bilden.

Sie kamen von den Ortsgruppen Bad Münster am Stein Ebernburg, Bad Kreuznach, Simmern, Kastellaun, Boppard, Neuhofen, Birkenfeld, Idar-Oberstein, Bingen, Rheinböllen, Baumholder, Bad Sobernheim und Schweich.

Die jüngsten Teilnehmenden stellten zu Elft die Gruppe der Basisaubildung, gefolgt von fünf in der Wasserrettungsdienst-Fachausbildung. Eine weitere Gruppe bildete sich aus sieben bestehenden Wasserrettenden. Die diesjährig zum ersten Mal stattfindende Strömungsretter-Gruppe bestand aus 17 Lebensrettenden. Unterstützt wurden die verschiedenen Trupps von über 20 Ausbildenden und Helfenden.

Am Dienstag und Mittwoch wurden bereits mehrere Zelte zum Schlafen, Essen und zum Kochen aufgebaut, sodass am Donnerstagmorgen die Teilnehmenden nach ihrem Eintreffen direkt ein Schlafplatz belegen konnten. Alle wurden pünktlich um 10 Uhr vom Bezirksleiter Roman Weber und weiteren Ausbildenden begrüßt. Anschließend teilte man alle in ihre jeweiligen Aus- und Weiterbildungsgruppen auf. Direkt starteten alle in ihren Gruppen, denn jeder wollte bis Sonntag sein Ausbildungsinhalt gemacht haben.

Die Gruppe der Basisausbildung erlernten den Umgang mit Funkgeräten und erworben ihre Funkunterweisung. Desweiteren wurden erste Knoten mit ihren Fähigkeiten und Einsatzgebieten gelehrt und es wurden Themen wie Binnen- und See-Gewässerkunde, rechtliche Rahmen und das Verhalten in der Öffentlichkeit sowie erste Abläufe im Einsatz besprochen. Außerdem war ein wichtiger Punkt das Zusammenarbeiten im Team, Eigenschutz und standardisierte Abläufe in der Lebensrettung. Praktisch stand neben dem Funken hauptsächlich das Schwimmen im Rhein bei starker Strömung sowie sanitätsdienstliche Grundlagen im Gelände und am Rheinufer im Vordergrund. Ein großer Glanzpunkt war die Besichtigung der Wasserschutzpolizei.

In der Fachausbildung Wasserrettungsdienst wurden die Grundkenntnisse vorausgesetzt und hauptsächlich praktisch vertieft und ausgebaut. Dazu zählte die „Kombinierte Übung“, eine Rettungsübung mit Grundausrüstung inklusive Schwimmen, Tauchen und Abschleppen einer Person sowie die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer Puppe. Außerdem musste jeder die körperliche Fitness beim „Run-Swim-Run“ unter Beweis stellen sowie alle wichtigen Basisknoten beherrschen. Die meiste Zeit wurde mit verschiedenen Einsatzübungen verbracht und zu allerletzt wurde die Ausbildung mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen.

Die Gruppe der Weiterbildung bestand aus unterschiedlich qualifizierter Wasserrettung, die zum Teil über Zusatzqualifikationen wie etwa Bootsführerschein, Einsatztaucher, Strömungsretter oder tiefere Sanitätskenntnisse verfügen. Demnach musste sich an keine strenge Prüfungsordnung gehalten werden, sondern es konnte fast ausschließlich von der Wachstation „Mittelrhein“ praktisch geübt werden. So wurden Einsatzabläufe optimiert, Rettungsübungen mit verschiedenen Rettungsmitteln trainiert sowie die Handhabung von Rettungsgeräten wie dem Rescue-Water-Craft (RWC) „Dory“, diversen Rettungsbrettern und dem Rettungsnetz „Walden“ des Rettungsmotorbootes „Orca“ geübt. Bei allen Trainingseinheiten wurde außerdem die Funkkompetenz und die Fertigkeiten im Bereich SAN vertieft. Wie auch die Fachausbildung hat die Weiterbildungsgruppe die jährlich Einsatzfähigkeit durch „Run-Swim-Run“ aufgefrischt.

Die erstmals im Rahmen des Wasserrettungsdienstwochenendes stattfindende Ausbildung zum Strömungsretter Stufe I begann mit einem Fitnesstest, dem Cooper-Test. Anschließend wurde die spezielle Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eines Strömungsretters kennengelernt. Am ersten Nachmittag begannen direkt die ersten praktischen Übungseinheiten am und im Rhein. Diese bestanden aus Wurfsackwerfen, Schwimmen in der Strömung und dem angeleinten Springereinsatz. Unerlässlich waren auch hierbei zwischendurch theoretische Informationen, zum Beispiel über Hydrodynamik, Strömungslehre, Gefahren am und im Fließgewässer sowie Sicherheit und Verfahren in stark strömenden Gewässern.

Um dies selbst am eigenen Körper zu erfahren, trainierte die Gruppe an einem Tag in Bad Kreuznach im Salinental in der Kanustrecke. Dort herrschen perfekte Trainingsbedingungen, sodass dort in kleinen Trupps nacheinander die verschiedensten Situationen geübt wurde. Dazu zählten unter anderem das Anschwimmen eines Strainers, Springereinsätze und das Auslösen des Panikverschlusses in der Strömung.

Den folgenden Tag verlegte die Ausbildungsgruppe an den Nikolausfelsen am Rhein, um dort verschiedene Seilaufbauten zu erlernen. Es wurden verschiedene Ankerknoten, Bandklemmknoten und die Technik des Spannes eines Seils über einen Fluss geübt. Außerdem wurde von einem Felsen abgelassen beziehungsweise abgeseilt.

Damit eine so große Gruppe vernünftig in Kleingruppen ausgebildet werden konnte, waren mehrere erfahrene Strömungsretter der Stufe I und II zur Unterstützung des Ausbilders dabei. Leider zeigte die Erfahrung in den letzten paar Jahren, dass vor allem Strömungsretter eine immer wichtigere Einsatzressource darstellen und es daher enorm wichtig ist, neue Strömungsretter auszubilden und fast noch wichtiger, mit den bestehenden Trupps regelmäßig zu üben.

Mit allen Gruppen wurde am Freitagabend gemeinsam die Rheinwelle besucht und samstags gemeinsam im Rhein geschwommen. Mit mehreren Motorrettungsbooten wurden die Schwimmenden in Neoprenanzug einige Kilometer flussaufwärts gebracht und von dort starteten alle, in der Aue flussabwärts zurück zum Campingplatz zu schwimmen oder zu treiben.

Jede Ortsgruppe freut sich über neu qualifizierte und weitergebildete Einsatzkräfte.