Archivierter Artikel vom 23.10.2020, 12:35 Uhr
Guldental

EAK vom Projekt „Streuobstwiese“ beeindruckt

Sortenvielfalt und Naturschutz liegen dem Vorsitzenden der BUND-Ortsgruppe Guldental, Hans Faus, am Herzen.

Lesezeit: 1 Minuten
Das Foto zeigt (von links):  Jürgen Braun, Hagen Schäfer. Ingrid Moritz, Hans Faus und Laura Ludwig.
Das Foto zeigt (von links): Jürgen Braun, Hagen Schäfer. Ingrid Moritz, Hans Faus und Laura Ludwig.
Foto: Moritz

Triebfeder seines Engagements für das Streuobstwiesen-Großprojekt in Guldental ist es, historische Obstsorten vor dem Aussterben zu bewahren, um dem Verlust der genetischen Vielfalt entgegenzuwirken. Der Evangelische Arbeitskreis der CDU (EAK) Bad Kreuznach sieht im tatkräftigen Wirken von Hans Faus einen wichtigen Beitrag zum verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung. Im Rahmen einer naturkundlichen Exkursion lernte die Besuchergruppe des EAK verschiedene Apfelsorten kennen. Auch das Konzept des Leader-Projekts „Guldentaler Streuobstland“ wurde vorgestellt.

Seit 30 Jahren pflanzen BUND-Mitglieder aus Guldental und Umgebung Obstbäume auf der Gemarkung. So entstand eine umfangreiche Sammlung, die dem Erhalternetzwerk des Pomologenvereins angeschlossen ist. Sie umfasst mehr als 500 Sorten: 140 Kirschen, 190 Äpfel, 70 Birnen, 60 Pflaumen, 35 Walnüsse,12 Mandeln, einige Esskastanien und Wildobstarten wie Speierling oder Elsbeere.

Von den Baumraritäten der Guldentaler Streuobstwiesen werden viele Veredlungsreiser an zahlreiche Orte in Deutschland verschickt. Bei der Besuchergruppe des EAK fand ein leuchtend gelb gefärbter Apfel große Beachtung: der „Guldentaler Knorzekopp“. Diese unverwechselbare, wohlschmeckende Sorte wurde 1990 am Ortsrand von Guldental gefunden und gehört zu den lokalen Spezialitäten. Durch die langjährige freundschaftliche Verbindung der Gemeinde Guldental mit der Taunusstadt Kronberg gelangte der „Knorzekopp“ auch auf die bekannte „Pfarrer-Christ-Wiese“. Als Beispiel für einen wertvollen, von alleine in der Natur entstandenen Sämling erinnert er zusammen mit zahlreichen anderen Obstsorten an den großen Pomologen Johann Ludwig Christ, der von 1786 bis 1813 Pfarrer in Kronberg war.