Bad Kreuznach

EAK besucht THW Bad Kreuznach

THW beeindruckt durch Engagement und Professionalität

Einige der EAK-Besuchergruppe erkunden das Fahrzeug der THW-Bergungsgruppe.
Einige der EAK-Besuchergruppe erkunden das Fahrzeug der THW-Bergungsgruppe.
Foto: EAK Bad Kreuznach

Gerade vom Einsatz im Ahrtal zurückgekehrt, wird zur vorgerückten Stunde ein Fahrzeug des THWs von Mitgliedern des THWs Bad Kreuznach vom angetrockneten Schlamm gereinigt. Ein anderer Helfer des THWs steuert behände seinen Gabelstapler über den Hof, um Stützbalken, die möglicherweise für den nächsten Einsatz gebraucht werden, sachgemäß zu lagern. Selbst in den Abendstunden haben die THW-Helfer der Ortsgruppe Bad Kreuznach alle Hände voll zu tun. Das geschäftige Treiben beeindruckt die Besuchergruppe des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), die vom Fachberater des THWs, Horst Bauer, mit Bedacht über das im Industriegebiet von Bad Kreuznach gelegene Gelände des THWs geführt werden. Die Gäste sind von der Teamarbeit der THW-Helfer wie auch über die gute materielle Ausstattung des THWs sichtlich beeindruckt. Eine der vielen Glanzpunkte an diesem Abend ist die Präsentation eines Fahrzeugs der THW-Bergungsgruppe. An Bord befinden sich beispielsweise Rettungswanne, hydraulische Rettungsschere, Schweißgeräte und Notstromaggregate. Einen Blick konnte die Besuchergruppe um die EAK-Vorstandsmitglieder Jürgen Braun, Ingrid Moritz und Hagen Schäfer auch auf die Brückenelemente werfen, die auf dem Gelände lagern. Bei der Ahrtalkatastrophe wirkte das Bad Kreuznacher THW beim Aufbau von sieben Brücken mit. Hierzu war die Zusammenarbeit mit anderen THW-Ortsverbänden notwendig. Diese Zusammenarbeit funktionierte hervorragend, bestätigt Horst Bauer und resümiert: „THW-Arbeit ist Team-Arbeit.“ Im Katastrophengebiet Ahrtal kooperierte das THW auch erfolgreich mit dem RWE. So wurde mit dem RWE binnen weniger Wochen Stromanschlüsse für 5000 Haushalte installiert. Die Menschen, die jetzt wieder Licht haben, ihre Heizung betreiben und ihre digitalen Medien nutzen können, werden es ihnen danken.

Das THW hilft – aber manchmal muss auch den THW-Helfern geholfen werden. Manche von Ihnen brauchen Unterstützung, wenn sie aus einem Einsatz zurückkommen. Es stellt schon eine Zäsur dar, wenn Helfer aus ihrer heilen und unbeschwerten Welt kommend im Katastrophengebiet auf Tote und Verwüstung treffen. Diese Eindrücke müssen verarbeitet werden. Bei einigen Helfern prägen sich die Bilder der Katastrophe ein und bei manchen kommt noch Wochen nach dem Einsatz das „Kopfkino“ ins Laufen. Horst Bauer weist darauf hin, dass die Helfer mit Bedacht eingesetzt werden; denn nicht jeder kann die Konfrontation mit menschlichem Leid ertragen. Obwohl die Mitwirkenden des THWs jährlich psychologisch auf die Begegnung mit Katastrophensituationen vorbereitet werden, ist nach Einsätzen in manchen Fällen professionelle Hilfe notwendig. Auch darum kümmert sich Horst Bauer. Er betreut die Helfer, gibt Ratschläge, zeigt Bewältigungsstrategien auf und fordert, wenn dies notwendig ist, auch externe Hilfe an. Der Besuchergruppe des EAK wird deutlich, dass man sich beim THW gegenseitig hilft und keiner von ihnen weder während noch nach ihrem Einsatz alleingelassen wird.

Diese menschliche Einstellung und die Möglichkeit als Helfer tätig zu werden, um den in Not geratenen Menschen zu helfen, kommt auch bei jungen Menschen gut an. So gehören zum THW-Bad Kreuznach drei Kinder- und Jugendgruppen. Den jungen Menschen wendet man sich mit Freude und großem Verantwortungsbewusstsein zu. Sie fühlen sich wohl im Ortverband des THW-Bad Kreuznach, der ihnen einen eigenen Jugendraum eingerichtet hat. Mit Freude vernimmt die Besuchergruppe des EAK, dass das Bundesinnenministerium seit Jahren das Technische Hilfswerk gut ausstattet und dass die Zusammenarbeit zwischen dem Bad Kreuznacher THW und der Kreisverwaltung gut funktioniert. Zum Glück gibt es Menschen, die sich für den „Nächsten“ einsetzen.