Bad Kreuznach

CDU-Politikerin stellte sich den Fragen der Schüler des Gymnasiums am Römerkastell

Foto: Kai Sieben

Birgit Collin-Lange ist Mitglied im Europaparlament und besuchte auf Einladung der Sozialkundelehrerinnen Simone Ilg und Ines Weber das Gymnasium am Rande der Stadt.

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„So, jetzt habt ihr mich lange genug gegrillt“, meinte Birgit Collin-Lange lächelnd, nachdem sie sich anderthalb Stunden in großer Hitze mit den Fragen der Jugendlichen aus der zehnten Klasse des Gymnasiums am Römerkastell auseinandergesetzt hatte.

Frau Collin-Langen mit Schülern im Gespräch.
Frau Collin-Langen mit Schülern im Gespräch.
Foto: Kai Sieben

Unter dem Thema „Das europäische Parlament: Vertretung der Bürger und Mitgesetzgeber“ wurde die CDU-Politikerin mit zahlreichen Fragen konfrontiert, wobei schnell deutlich wurde, dass die Schüler sich nicht mit Allgemeinplätzen abspeisen lassen. Immer wieder hakten sie nach, wenn die Antworten nicht eindeutig oder ausweichend waren.

So erkundigte sich Max Schmitt mehrfach nach den Konsequenzen, die die CDU aus der Wahlniederlage zur Europawahl schließen wird angesichts der Tatsache, dass die Partei bei den unter 30-Jährigen nur noch einen sehr geringen Rückhalt habe. Collin-Lange verwies auf das Reizthema „Klimawandel“ in dieser Altersgruppe und dass die Kanzlerin mit einem „Klimakabinett“ darauf regiert habe sowie auf die Bremserrolle der osteuropäischen Staaten, für die ein Ausstieg aus der Kohle unvorstellbar sei.

Fragen über Fragen hatten die zehnten Klassen des Gymnasiums am Römerkastell an die Europaabgeordnete Birgit Collin-Langen. Dabei stellte sich heraus, dass die Jugendlichen sich nicht mit Allgemeinplätzen abspeisen ließen, sondern immer wieder nachhakten, wenn sie der Meinung waren, dass ihre Fragen nicht wirklich beantwortet wurden.
Fragen über Fragen hatten die zehnten Klassen des Gymnasiums am Römerkastell an die Europaabgeordnete Birgit Collin-Langen. Dabei stellte sich heraus, dass die Jugendlichen sich nicht mit Allgemeinplätzen abspeisen ließen, sondern immer wieder nachhakten, wenn sie der Meinung waren, dass ihre Fragen nicht wirklich beantwortet wurden.
Foto: Kai Sieben

In der Frage nach §13 und den Uploudfiltern gab sich die CDU-Politikerin entspannt. Sie sei davon überzeugt, dass dies der Markt regeln würde, da die Realitäten zwischen den Generationen bei diesem Thema stark verschoben seien. Dennoch müsste man beispielsweise die Rechte von Kunstschaffenden weiterhin im Auge behalten.

Natürlich wurde das kritische Video des YouTubers Rezo und die Reaktion der CDU thematisiert. Erstmal zeigte sich die Europaabgeordnete von der Professionalität des Videos beeindruckt. Die CDU hätte katastrophal und unprofessionell darauf reagiert. „Für Geld ist alles zu haben“, meinte Collin-Langen, also müsste man sich selbst aufstellen und auf dieser Ebene Leute einkaufen, die mit jungen Menschen kommunizieren könnten.

„Hat Rezo Recht?“, wollten die Jugendlichen dann von Frau Collin-Langen wissen. Vieles wäre richtig, aber es gäbe auch einige Halbwahrheiten in seinen Aussagen, war die Antwort.

In Bezug auf die Freitagsdemonstrationen der Schüler würde sich bald zeigen, wie realistisch die Forderungen dort seien. Zu einer Umsetzung brauche es viele kleine Schritte, die man nicht populistisch verarbeiten könne. Das Europäische Parlament sei da deutlich weiter als die Nationalstaaten, so Collin-Langen.