Neu-Bamberg

Beeindruckende Karriere – 34 Jahre großes Engagement im Verein

Markus Müller übergibt den Vorsitz des CMV an Yannick Heidemann.

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Foto: Markus Müller

Etwas wehmütig war dem Ersten Vorsitzenden Markus Müller vom Carneval-und Musikverein schon, als er zu seiner Dankes-und Abschiedsrede an der Jahreshauptversammlung ansetzte und der ein oder andere Kloß schon mal im Hals stecken blieb. 34 Jahre engagierte sich Müller in „seinem“ Verein, davon 30 allein im Vorstand und davon nochmal fast 25 Jahre als Erster Vorsitzende. Eine wahrlich stolze Bilanz!

Verantwortung für den Verein übernommen

Angefangen hatte alles mit dem Elferrat, er wurde damals gefragt, ob er mitmachen wollte und weil seine Fußball-Kumpels auch dort engagiert waren, sagte er sofort zu. So trat er dann in den CMV ein, war von Anfang an voll integriert, engagierte sich als Aktiver auf der Bühne und half tatkräftig hinter den Kulissen mit. In den 1990er Jahren drohte dem Verein kurzfristig das Aus, doch der umtriebige Walter Gimbel, Urgestein des Vereins und „Baambeier“ Original, unternahm alles, um den CMV am Leben zu erhalten und überredete damals Müller, den Verein nicht im Stich zu lassen. Mit dem damaligen Vorsitzenden Baumgärtner übernahm er dann auch Verantwortung im Verein und somit war der Fortbestand des Vereins gewährleistet.

Dass es dann rasant mit dem Verein nach oben ging, konnte keiner ahnen und auch Müller war von dem schnellen Aufstieg überrascht. Vom einfachen Beisitzer im Vorstand, über den Schriftführer und dann Kassenverwalter bis hin zum Ersten Vorsitzenden Mitte der 1990er Jahre – Müller „lernte“ das Vereinsleben von der Pike auf und das war es wahrscheinlich auch, was ihn in den letzten Jahren so auszeichnete: Nur gemeinsam erreichen wir was, egal ob Vorsitzender oder Beisitzer, alle müssen Verantwortung übernehmen und zum Wohl des Vereins zusammenarbeiten.

So war es auch Müller, der hauptverantwortlich dafür war, dass die Satzung so geändert wurde, dass alle im Vorstand gleiche Rechte und Pflichten haben und somit auf Augenhöhe mit dem Ersten Vorsitzenden sind. Nur so ist es auch zu erklären, dass ein solch kleiner Verein (250 Mitglieder) große Feste eigenständig oder mit der Vereinsgemeinschaft veranstalten, organisieren und mitorganisieren konnte. An erster Stelle ist hierbei das Burgfest mit mittelalterlichem Markt zu nennen, das sich von einer Dorfkulisse zum mittlerweile über die Grenzen hinaus bekannten Publikumsmagneten entwickelt hat. Die 750-Jahr-Feier wird Müller immer sehr gerne in Erinnerung bleiben, war es doch für ihn die erste großartige Erfahrung, wie ein Dorf zusammenrückt und gemeinsam etwas bewegt. Müller betonte auch, dass es nur mit der damaligen Bürgermeisterin möglich war, ein solches Fest zu veranstalten.

Musik und Fassenacht

1993 wurde der Musikzug gegründet. Das Highlight des Vereins in seiner 54-jährigen Geschichte, so betont Müller immer wieder. Mit den Dirigenten Lahm und Mitesser verpflichtete Müller und sein Vorstand genau die Richtigen für das Vorhaben des Vereins. Musik machen, viel lernen und üben, aber niemals den Spaß an der Sache verlieren. Die Gemütlichkeit und die Kameradschaft waren Müller und seinen Vorstandskollegen immer sehr wichtig. Von anfangs zwölf Musiker blickt Müller heute stolz auf ein 35-köpfiges Orchester und ein zehnköpfiges Jugendorchester. Mit Dirigent Alexander Mitesser nahm der Verein nochmal so richtig Fahrt auf. Mit dem mittlerweile 20. Jahreskonzert verzückt das Orchester nicht nur das begeisternde Publikum, sondern wirbt auf vielfältige Art und Weise und mit unterschiedlichen Auftritten im Jahr für das schöne, romantische Bergdorf, inmitten der Rheinhessischen Schweiz. Der CMV, ein Kulturbotschafter.

Selbst musizierte Müller im Orchester von 1993 bis 2016 mit, spielte Klarinette und später das Saxophon. Sein größter Wunsch innerhalb des Orchesters ging dabei 2015 in Erfüllung. An der Prunksitzung mit eigener Band auftreten, die Aktiven begleiten und für anständige Live-Musik sorgen. Dirigent Mitesser und seine Musiker taten ihm den Gefallen und fortan begleitet der CMV seine eigenen Prunksitzungen! Die Fassenacht war und ist für Müller immer schon das Standbein des Vereins gewesen. Auf alle konnte er sich verlassen und niemals wurde er bei Veranstaltungen im Stich gelassen. Die Fassenacht in Neu-Bamberg und mit ihr der Elferrat um Präsident Armin Klamt ist zu einer festen Größe in Rheinhessen geworden mit einer Qualität, um die uns viele andere Vereine beneiden.

Neuer Vorstand, neue Ideen

Markus Müller stand an der Jahreshauptversammlung des CMV nicht mehr als Erster Vorsitzender zur Verfügung. Aber wer ihn kennt, der weiß, dass einfach aufhören und "nach mir die Sintflut“ nicht zu Müllers Prinzipien gehören. So war er es, der seinen potenziellen Nachfolger aussuchte, dem Vorstand vorstellte und nach einem persönlichen Gespräch seinen Nachfolger über ein Jahr einarbeitetet und ihn „über die Schulter“ schauen ließ. Mit dem 26-jährigen Yannick Heidemann und weiteren jüngeren Vorstandsmitgliedern geht der Verein den Weg, den er immer versuchte zu gehen, nämlich die Jugend zu fördern, auszubilden und im Verein zu integrieren. Immer gerne stehe er noch zur Verfügung, wenn es Fragen gebe, aber, neue Ideen kommen nur durch neue Köpfe zustande und neue Ideen bringen einen Verein immer weiter.

Müller wünschte sich für den neuen Vorstand und seinen Vorsitzenden die gleiche Akzeptanz und den Rückhalt, den er in seiner Amtszeit hatte und für den er sich nochmals recht herzlich bei seinem Vorstand und den Bürgern Neu-Bambergs bedankt.

Müller und seine ausscheidenden Vorstandskollegen wurden mit einem Geschenk des Vereins und mit stehendem Applaus von den Mitgliedern verabschiedet.