Bad Kreuznach

Abschlusstour bei Regenfällen durch den Hunsrück

Das Mittwochstraining des Radteam Nahe-Glan endet jährlich am 3. Oktober mit einer Abschlusstour. Die Saison 2020 war anders als die der 20 Jahre zuvor.

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Foto: Radteam Nahe-Glan

Kurz vor der geplanten Eröffnung der 21. Saison Anfang April kam es, corona-bedingt, zum Lockdown und alle sportlichen Aktivitäten in Gruppen und Vereinen wurden verboten. Unter Einhaltung bestimmter Regeln, war es nur bedingt möglich, sich allein auf dem Rad fit zu halten. Diese Möglichkeit haben viele Mitglieder der Gruppe genutzt, da sie, wegen der Kurzarbeit und dem teilweise geschlossenen Arbeitsmarkt, viel Zeit zum Trainieren hatten. Gespannt warteten nicht nur die Radfahrer auf Lockerungen in der Krise, verbunden mit der Hoffnung, bald wieder gemeinsam trainieren zu dürfen.

Anfang Juli war es dann soweit. Es wurde möglich, in Kleingruppen mit bis zu 30 Teilnehmern, das Training wieder aufzunehmen. Vom Teamleiter der Gruppe, H.-Werner Demand, wurden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und die erste Tour konnte geplant werden. Alle Gruppenmitglieder wurden über die einzuhaltenden Vorschriften informiert. Mit 22 Radteammitgliedern begann die Saison 2020 mit 12 Wochen Verspätung ohne Eröffnungstour. Die Teilnehmer waren sehr froh, endlich wieder gemeinsame Ausfahrten mit dem Rennrad machen zu dürfen. Dank des disziplinierten Verhaltens der Fahrer und unter Einhaltung der vorgegebenen Regelungen konnten bis zur Abschlusstour noch weitere elf Ausfahrten mit rund jeweils 20 Teilnehmern durchgeführt werden. Es war unschwer zu erkennen, dass alle Teilnehmer die „tourfreie“ Zeit in der ersten Jahreshälfte ausgiebig genutzt hatten und topfit an den Start gingen. Erfreulicherweise konnten auch einige Neulinge in der Gruppe begrüßt werden.

Am 3. Oktober endet das gemeinsame Fahren am Mittwoch, da das Gruppenfahren im Spätjahr abends zu gefährlich ist. Eine längere Abschlusstour unter Coronabedingungen stand auf dem Plan. In diesem besonderen Jahr wurde vom Teamleiter H.-Werner Demand eine Tour in den Hunsrück geplant. Die Teilnehmerzahl der Tour war auf 30 Personen begrenzt. Witterungsbedingt gab es einige Absagen. Es hatten sich am Start in Odernheim 24 Männer und zwei Frauen eingefunden und nach kurzer Beratung beschlossen, trotz der ungünstigen Wetterprognose die Tour zu fahren.

Vom Startpunkt ging es bei Nieselregen über Oberstreit, Bockenau und Münchwald zum höchsten Punkt der Tour, dem Schanzerkopf mit 614 m. Mit einer längeren Abfahrt nach Argenthal führte die Tour weiter über Ohlweiler, Maitzborn, Dickenschied und Bruschied zur Verpflegungsstelle am Anstieg nach Sonnschied. Bei starkem Regen konnten sich die durchnässten Fahrer bei den kühlen Temperaturen stärken und etwas erholen. Es war recht ungemütlich. Das Serviceteam der Gruppe hatte unter einem Pavillon neben leckerem Kuchen auch heißem Kaffee, Obst, Riegel und Kaltgetränke bereitgestellt. Die Wetterlage zwang die Teilnehmer zu vorsichtigem Fahren, da die Straßen stellenweise rutschig waren und Unfälle vermieden werden sollten.

Nach der Stärkung haben sich die verbliebenen Teammitglieder geteilt. Ein Teil der Fahrer fuhr direkt nach Kirn und von dort weiter nach Hause. Der Rest nahm wie geplant den 2,5 Kilometer langen Anstieg mit einigen Serpentinen und Steigungen von sechs bis zehn Prozent nach Sonnschied in Angriff. Über die Höhe ging es, mit heftigem Seitenwind, weiter nach Bergen, wo mit einer rasanten Abfahrt nach Kirn die letzten Kilometer in Angriff genommen wurden. Das Ende der Tour konnte bei trockenem Wetter und für die Jahreszeit angenehmen Temperaturen zurückgelegt werden. Alle Fahrer haben das Ziel komplett durchnässt, unfall- und fast pannenfrei, nach knapp 110 Kilometer bei etwa 1500 Höhenmetern, erreicht.

Die Teilnehmer bedankten sich bei H.-Werner Demand für die gewohnt gute Organisation der Mittwochstouren und der Abschlussfahrt, incl. Verpflegungsstation. Als kleine Anerkennung wurde ihm ein Geschenk überreicht. Ihm ist es mit zu verdanken, dass die Gruppe seit 2000 existiert und immer noch aktiv ist. Zurzeit besteht das Radteam Nahe-Glan aus etwa 60 Radfahrern aller Altersklassen, die leider nur in Gruppen mit maximal 30 Personen zusammen trainieren dürfen.

Seitens aller Teilnehmer wurde die Hoffnung geäußert, dass sich die aktuelle Situation weiter verbessert und das Fahren in absehbarer Zeit wieder wie gewohnt stattfinden kann. Sie haben die Hoffnung, sich gesund und fit zur gemeinsamen Eröffnungstour der Saison 2021 Anfang April am Startpunkt in Odernheim, wieder einzufinden.