Archivierter Artikel vom 07.12.2021, 11:34 Uhr
Bad Münster-Ebernburg

50 Jahre Bund Deutscher Kriminalbeamter Rheinland-Pfalz

Auf dem 13. Landesdelegiertentag des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), auf der historischen Ebernburg, wurde der bisherige Landesvorsitzende Christian Soulier einstimmig wiedergewählt.

Das Foto zeigt Christian Soulier und Walter Schmengler.
Das Foto zeigt Christian Soulier und Walter Schmengler.
Foto: Bund Deutscher Kriminalbeamter

Landesvorsitzender Christian Soulier wurde einstimmig wiedergewählt und wird dem BDK Rheinland-Pfalz damit für weitere vier Jahre vorstehen. Unterstützt wird er hierbei von seinen neu gewählten Vertretern Mark Seither, Lothar Butzen und Frank Thomas. Ergänzt wird der geschäftsführende Landesvorstand durch den langjährigen Schatzmeister Engelbert Werner, Geschäftsführerin Tanja Schmitz-Werner und Andreas Lock in der neu geschaffenen Funktion des Medienbeauftragten.

Am Nachmittag des Versammlungstages zogen die Mitglieder in den Kursaal Bad Münster um, wo die Delegierten eine Fachtagung und der Festakt 50 Jahre BDK Rheinland-Pfalz mit Ehrengästen aus Politik, Polizei und Justiz erwartete. Durch das großzügige Platzangebot im Saal sowie die vorgegebene 2G+ Regel wurde größtmögliche Sicherheit gewährt. Zu Beginn der Veranstaltung konnte einer der sieben 50-jährigen Jubilare, Rolf Hahn, persönlich für seine langjährige Mitgliedschaft geehrt werden. Der Bundesvorsitzende des BDK, Dirk Peglow, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass er sich von der Berliner Ampelkoalition eine neue Auflage des Pakts für den Rechtsstaat erhofft. Hinsichtlich einer spezialisierten Ausbildung für die Kriminalpolizei hinke RP anderen Bundesländern deutlich hinterher, fand Peglow klare Worte.

Kriminaldirektor Lothar Butzen, Leiter der Kripo Trier, stellte dar, an welche polizeiinternen Barrieren der Ermittlungseifer von Kriminalisten regelmäßig stößt. Qualitätsvolle Sachbearbeitung sei die Seele der Verbrechensbekämpfung. Das besondere Engagement derer, die durch ihre Leistung Ermittlungserfolge erzielen, werde vielfach nicht ausreichend wertgeschätzt. Der Präsident des Landeskriminalamts, Johannes Kuntz, beschrieb anhand aktueller Fälle Trends in der Kriminalitätsentwicklung und beleuchtete viele der Herausforderungen, die der Kriminalpolizei daraus erwachsen. Die Kripo der Zukunft müsse auf gute und flexible Strukturen bauen. Die Verantwortlichen hätten die strategische Steuerung von Schwerpunktsetzungen zu gewährleisten. Dabei sei eine solide Analyse aller polizeilichen Daten, die in zu vielen Datenbanken verteilt seien, erforderlich. Organisationsüberprüfungen der Polizei dürften nicht rein betriebswirtschaftlich Messgrößen folgen. Kuntz betonte, dass das Spezialwissen der Mitarbeiter das Rückgrat der Kriminalpolizei sei.

Der Leiter der StA Koblenz, Harald Kruse, legte dar, dass die Abstimmung der Arbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei auf allen Ebenen verbessert und verstetigt werden solle. Beide Organisationen müssten den Herausforderungen der Kriminalität deutlich flexibler begegnen. Dazu müssten die Behördenstrukturen „atmender“ werden. Vieles werde noch zu kleinteilig geplant und gedacht. Die Leistungsfähigkeit der Strafverfolgung hänge auch davon ab, in wie weit die Organisationen die Grenzen des eigenen Denkens ausweiten könnten.

Der Werner-Märkert-Preis für herausragende Verdienste um die Kriminalpolizei und die Kriminalstatistik wurde an Walter Schmengler, Oberstaatsanwalt a. D. verliehen. Schmengler, der über Jahrzehnte besondere Verdienste in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der Rechtsextremismus erworben hatte, stellte mehrere Säulen erfolgreicher Strafverfolgung dar. Dazu zählte er konzentrierte Ermittlungen, die sich an der Gefährlichkeit der Tatverdächtigen orientiert. Hier sei enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ebenso unerlässlich wie eine ehrliche Fehlerkultur. Ohne hoch engagierte Polizeibeamte, die sich des Rückhalts ihrer Vorgesetzten sicher sein müssten, seien Ermittlungserfolge kaum zu erzielen.

In seiner zweiten Amtsperiode wird Christian Soulier als Vorsitzender des BKD RP, zusammen mit dem neu gewählten Landesvorstand und den Vertretern des BDK auf Bundesebene, die Belange der Kriminalpolizei weiterhin sachlich und sachdienlich sowohl innerhalb der Polizei als auch gegenüber politischer Verantwortungsträgern vorbringen.