Archivierter Artikel vom 04.06.2018, 12:36 Uhr
Bad Kreuznach

123 Personen nahmen Goldene Meisterbriefe entgegen

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ehrte den Meisterjahrgang 1968 im Kurhaus.

Goldene Winzermeister.

LWK RLP

Goldene Hauswirtschaftsmeisterinnen.

LWK RLP

Goldene Landwirtschaftsmeister Rheinland-Nassau.

LWK RLP

Goldene Landwirtschaftsmeister Rheinhessen.

LWK RLP

Goldene Landwirtschaftsmeister Pfalz.

LWK RLP

Goldene Gärtnermeister.

LWK RLP

Ehrung Sachverständige in der Qualitätsweinprüfung.

LWK RLP

Ehrung langjährige Arbeitnehmer in landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betrieben.

LWK RLP

Genau 50 Jahre ist es her, dass Kurt Hoffmann-Rollauer stolz seinen Meisterbrief in der Landwirtschaft in Händen hielt. Heute, ein halbes Jahrhundert später, nahmen er und 122 weitere Männer und Frauen aus den Bereichen Gartenbau, Hauswirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau im Kurhaus Bad Kreuznach ihre Goldenen Meisterbriefe entgegen. Sie erhalten damit eine Auszeichnung für ihre Lebensleistung. „Heute begeistern sich viele junge Menschen für die Grünen Berufe und führen das, was Sie aufgebaut haben, weiter“, würdigte der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK RLP), Ökonomierat Norbert Schindler, die Anwesenden.

187 Goldene Meisterbriefe hatte die LWK RLP erstellt. Denn es konnten 97 Landwirte, 17 Gärtner, 30 Winzer und 43 Hauswirtschafterinnen ausfindig gemacht werden, die im Jahr 1968 ihren Meister gemacht hatten. 123 hatten die Möglichkeit, die Auszeichnung persönlich in Bad Kreuznach entgegenzunehmen. „1968 – erinnern Sie sich noch an dieses Jahr?“, fragte Präsident Schindler und ging auf große Ereignisse wie die Attentate auf Rudi Dutschke und Martin Luther King, auf den Prager Frühling und die Unterzeichnung des Atomsperrvertrages ein. „Sie sind Meister aus der Generation des Wirtschaftswunders und aus der Generation des Protests. Einerseits boomte die Wirtschaft und gleichzeitig wurden traditionelle Strukturen und Werte in Frage gestellt“, so Schindler.

Der Abteilungsleiter Weinbau und Landwirtschaft im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Helmut Caspary, ehrte den Verdienst der Goldenen Meister: „Sie, die Meisterinnen und Meister, die in einem 30- bis 40-jährigen Berufsleben junge Leute in einer sich rasant verändernden Branche fit für den Beruf gemacht haben, sind die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolges.“ Er betonte, wie wichtig Meister für die Zukunft der Landwirtschaft seien: „Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land, haben wir in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr den Aufstiegsbonus geschaffen. Er belohnt mit 1000 Euro jene, die sich zum Meister ausbilden lassen. Weitere 2500 Euro erhalten Meister der Grünen Berufe, wenn sie einen eigenen Betrieb gründen. Wir leisten so einen Beitrag, die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz für die Zukunft gut aufzustellen“, sagte Caspary.

Fotos lassen Erinnerungen aufleben

Neben dem Rückblick ins Weltgeschehen gab es auch einen Rückblick in das Leben der Goldenen Meisterinnen und Meister. Sie waren im Vorfeld dazu aufgerufen worden, Fotos aus den 1960er-Jahren an die Landwirtschaftskammer zu schicken. Daraus war eine Präsentation geworden, die die Anwesenden in die damalige Zeit zurückversetzte und viele Erinnerungen wachrief. Ob das Grillen nach dem Erhalt des Meisterbriefes, der Unterricht auf der Deula in Alsenz oder die Weinlese mit der Familie – alles wurde wieder lebendig. „Das war eine schöne Idee. Es hat Freude gemacht, noch einmal in den Erinnerungen zu schwelgen“, waren sich Kurt Hoffmann-Rollauer und die anderen Goldenen Meisterinnen und Meister einig.

Für die Landwirtschaftskammer ist es alljährlich eine große Rechercheaufgabe, die Goldenen Meister zu ermitteln. Erst 1972 wurde die heutige Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz aus drei regionalen Landwirtschaftskammern gegründet. Hinzu kommt, dass auch Namens- und Wohnortänderungen über den langen Zeitraum zu berücksichtigen sind. Auch viele staatliche landwirtschaftliche Schulen und Dienststellen wurden an neuen Standorten zusammengefasst und neu aufgebaut. Daher haben die zur Verfügung stehenden Daten keinen Anspruch auf Vollständigkeit. „Wir freuen uns, alljährlich die Mehrzahl der Jubilare ermitteln zu können und ihnen den Goldenen Meisterbrief zu überreichen“, sagte Kammerpräsident Schindler. Die Gespräche mit den Jubilaren zeigten, dass diese Auszeichnung als hohe Anerkennung empfunden werde.

Die LWK RLP nahm den feierlichen Rahmen auch zum Anlass, fünf langjährig in der Amtlichen Qualitätsweinprüfung tätige Sachverständige sowie drei Mitarbeiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb für 30 beziehungsweise 50 Jahre Betriebszugehörigkeit zu ehren.