Archivierter Artikel vom 06.10.2017, 20:32 Uhr
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Wer nicht kämpft, hat schon verloren

Überzeugte Demokraten muss die anstehende Oberbürgermeisterwahl in Andernach ratlos bis frustriert zurücklassen. Dabei ist es neben der Tatsache, dass keine der im Stadtrat vertretenen Parteien einen Gegenkandidaten aufstellt, vor allem die Argumentation der größten Fraktion, die Fragen aufwirft. Neben einem erfolgreichen Oberbürgermeister, wie Achim Hütten es sei, „kann jeder andere Kandidat nur verlieren“, heißt es in einer Stellungnahme des CDU-Stadtverbands. Klar: Ein Wahlkampf kostet in erster Linie Kraft, Zeit und Geld. Aber er bietet auch die Bühne, öffentlichkeitswirksam mit den Andernacher Mitbürgern darüber zu diskutieren, wie die Stadt sein soll, in der man miteinander lebt. Er bietet die Chance, eigene thematische Schwerpunkte zu setzen und in einen Wettstreit um das beste Konzept für die Zukunft Andernachs zu treten. Auch Kandidaten wie Hans-Peter Ackermann (Grüne) bei der Koblenzer OB-Wahl oder Stephan Retterath (Grüne) bei der Bürgermeisterwahl in der VG Mendig haben im Vorfeld bestimmt nicht auf einen Wahlsieg spekuliert. Beide sicherten sich aber respektable Achtungserfolge, weil sie sich der Herausforderung stellten. Hier trifft einmal mehr das alte Sprichwort zu: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“