Was Geimpfte und Genesene wieder dürfen

Seit dem 9. Mai gelten bundesweit Ausnahmen und Erleichterungen für geimpfte und von der Covid-19-Erkrankung genesene Menschen. Gerechtfertigt werden diese Ausnahmen durch zunehmende wissenschaftliche Belege dafür, dass von Geimpften und Genesenen eine deutlich geringere Ansteckungsgefahr ausgeht.

Von Johannes Mario Löhr
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Erstens gelten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene nicht länger. Bei privaten Zusammenkünften werden sie nicht länger mitgezählt, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen entfallen ganz.

Bei Ausnahmen von den Corona-Schutzmaßnahmen, bei denen ein negativer Test vonnöten ist, werden Geimpfte und Genesene mit negativ getesteten Personen gleichgestellt. Sie müssen also kein aktuelles negatives Testergebnis mehr vorweisen, um etwa zum Friseur oder in Geschäfte zu gehen.

Die Regel, dass kontaktloser Individualsport nur allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts erlaubt ist, fällt für Geimpfte und Genesene ebenfalls weg.

Ferner gelten keine Quarantänepflichten mehr für sie – etwa bei Einreisen aus dem Ausland. Eine Ausnahme bilden hierbei indes Reisen aus sogenannten Virusvariantengebieten.

Dass man vollständig geimpft ist, muss man derzeit etwa noch durch den gelben Impfpass nachweisen. Für einen vollständigen Schutz braucht man je nach Impfstoff entweder eine oder zwei Impfungen. Ferner müssen seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung mindestens zwei Wochen vergangen sein. Man darf außerdem keine Symptome einer möglichen Covid-19-Infektion mehr aufweisen – etwa Atemnot, neu auftretenden Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust.

Genesene brauchen den Nachweis für einen positiven PCR-Test oder einen anderen Nukleinsäuretest, der mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt. Auch bei Genesenen gilt, dass die Freiheiten nur für Menschen ohne Covid-19-typische Krankheitssymptome gelten.

Die Bundesregierung unterstreicht, dass die AHA-Regeln weiter für alle Bürger gelten. Auch Geimpfte, genesene oder getestete Personen haben weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und das Abstandsgebot einzuhalten. In Rheinland-Pfalz werden allerdings Stimmen laut, dass man Geimpfte und Genesene von der Maskenpflicht befreien sollte. Nach Ansicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz, sei diese Befreiung sinnvoll und gebe den Menschen weitere Anreize, sich impfen zu lassen: „Es ergibt sachlich keinen Sinn mehr, als zweifach Geimpfter eine Maske zu tragen“, sagte Heinz unserer Zeitung. Johannes Mario Löhr

Archivierter Artikel vom 20.05.2021, 20:33 Uhr