Archivierter Artikel vom 03.05.2020, 18:12 Uhr

Tausende tote Meisen

Eine Krankheit bedroht derzeit die Blaumeisen in Deutschland: Beim Naturschutzbund (Nabu) gingen bundesweit bis zum 22. April innerhalb von nur zwölf Tagen Meldungen zu etwa 26.000 toten Tieren ein. Als Erreger wurde das Bakterium Suttonella ornithocola ermittelt, das erst seit 1996 bekannt ist.

In Rheinland-Pfalz gab es bis zum 26. April mindestens 1689 Meldungen, teilte ein Referent des Nabu mit. Die meisten stammen aus den Kreisen Birkenfeld, Rhein-Hunsrück, Cochem-Zell, Rhein-Lahn, Altenkirchen und dem Westerwaldkreis. Der Nabu empfiehlt, in diesen Regionen die Fütterung und den Betrieb von Vogeltränken einzustellen, da sich die Krankheit an Orten mit der Begegnung vieler Vögel leichter ausbreiten könne. Der Vogelkundler Christian Dietzen sagt, bei Meisen könnten alle paar Jahre wieder Krankheiten zu vorübergehenden Bestandseinbrüchen führen, die meist aber schnell wieder ausgeglichen werden könnten. Der Erreger sei für Menschen und Haustiere ungefährlich, erklärte der Nabu-Referent.