Westerwald

Spirituosenhersteller trotzen Corona: Wieso heimische Brennereien besser durch die Corona-Krise kommen

Während der Absatz von Bier im vergangenen Jahr sank, konnten Brennereien mit ihren Spirituosen zulegen. Das berichtet zumindest die Birkenhof-Brennerei in Nistertal.

Von Fabian Herbst
Lesezeit: 1 Minute
Foto: dpa/Symbolfoto

Zwar seien durch die geschlossene Gastronomie und abgesagten Events zwei wichtige Absatzwege weggefallen sowie der Absatz in der Direktvermarktung vor Ort gesunken. „Normalerweise heißen wir über 20.000 Besucher jährlich auf dem Birkenhof Willkommen. 2020 ist diese Sparte allerdings komplett weggebrochen“, sagt Geschäftsführerin Steffi Klöckner.

Die Verluste konnte man jedoch im Bereich Onlinemarketing, Lebensmittel-Einzelhandel und durch die Umstellung der Distributionswege kompensieren. „Wir haben im Gesamtergebnis 2020, trotz Corona, ein Umsatzplus erzielt“, sagt Klöckner.

Haben die Menschen in der Pandemie also mehr Schnaps getrunken? Das kann Klöckner nicht bestätigen. Im Gegenteil. „Man hat nur anders getrunken“, sagt sie. Generell ist der Spirituosenmarkt in Deutschland kein wachsender Markt, so die Expertin. Tendenziell würden in den letzten Jahren die Absätze national sinken, die Umsätze jedoch wachsen.

„Das heißt, dass in Deutschland qualitativ hochwertiger, regionaler und qualitätsbewusster getrunken wird. Unabhängig von der Pandemie.“ So konnte die Birkenhof Brennerei im vergangenen Jahr beispielsweise mit hochwertigen Spirituosen wie Whisky, Rum, Gin und auch Obstbränden punkten.

Doch auch der Nistertaler Betrieb stellte coronabedingt, wenn auch nur kurz, im Frühjahr 2020 auf Kurzarbeit um. „Wir haben natürlich auch Teams im Bereich Lager, Administration, Verkauf, Herstellung und Abfüllung gebildet, um im Falle einer Infektion handlungsfähig zu bleiben“, berichtet Klöckner. Das Tragen von Masken erschwere allerdings das Arbeiten der Teams.

Als einen Gewinner der Pandemie sieht sich die Brennerei mit ihren rund 34 Mitarbeitern aber nicht. Die Zahlen wertet Klöckner positiv: „Wir blicken 2021 optimistisch entgegen, jedoch zehrt der lange Lockdown auch an unseren Nerven und Umsätzen“, sagt sie. Auf staatliche Corona-Hilfen sei man glücklicherweise nicht angewiesen.

Archivierter Artikel vom 09.04.2021, 19:58 Uhr