Archivierter Artikel vom 19.04.2021, 19:48 Uhr
Kirchen

Sololäufe bleiben willkommene Alternative – 247 Starts beim virtuellen Straßenlauf des VfL Kirchen

Alleine Laufen oder nur zu zweit, Wettkämpfe allein gegen die Uhr und im Kampf gegen den inneren Schweinehund – eigentlich sollte man meinen, die heimischen Volksläufer hätten in der Corona-Pandemie so langsam die Nase voll von „virtuellen“ Läufen. Doch Ausdauersportler sind eben im wahrsten Sinne des Wortes ausdauernd – und das nicht nur im Training, sondern auch bei ihren „Sololäufen“. Das zeigt nämlich der Blick in die Ergebnisliste des „virtuellen“ Straßenlaufs des VfL Kirchen, der dritten Station im Ausdauer-Cup 2021. 225 Läuferinnen und Läufer hatten sich gegen eine Startgebühr von 3 Euro angemeldet, um so mit offizieller Startnummer laufen zu können und um in die offizielle Wertung zu gelangen. Einige machten auch wieder von der Möglichkeit von Mehrfachstarts Gebrauch – insgesamt standen so 247 Starts zu Buche.

Von Frank Steinseifer
Im Rahmen des Ausdauer-Cups 2021 konnte auch der Straßenlauf des VfL Kirchen aufgrund der Corona-Pandemie nur virtuell ausgetragen werden. Da ein Lauf auf der Originalstrecke nicht möglich war, suchten sich die heimischen Volksläufer ihre Strecken selber aus. So absolvierten Daniel Bätzing und Laura Stern-Bätzing (B-Town Run-Club) vom ausrichtenden Ausdauer-Shop Betzdorf ihren Lauf auf dem flachen Radweg zwischen Wehbach und Niederfischbach. Hobbyläuferin Laura freute sich mit 55:36 Minuten über eine neue persönliche Bestzeit über 10 Kilometer.  Foto: Frank Steinseifer
Im Rahmen des Ausdauer-Cups 2021 konnte auch der Straßenlauf des VfL Kirchen aufgrund der Corona-Pandemie nur virtuell ausgetragen werden. Da ein Lauf auf der Originalstrecke nicht möglich war, suchten sich die heimischen Volksläufer ihre Strecken selber aus. So absolvierten Daniel Bätzing und Laura Stern-Bätzing (B-Town Run-Club) vom ausrichtenden Ausdauer-Shop Betzdorf ihren Lauf auf dem flachen Radweg zwischen Wehbach und Niederfischbach. Hobbyläuferin Laura freute sich mit 55:36 Minuten über eine neue persönliche Bestzeit über 10 Kilometer.
Foto: Frank Steinseifer

Nach dem Auftakt beim Asdorflauf des VfL Wehbach (273 Starts) und dem Föschber Radweglauf (271 Starts) ist die Resonanz also nur geringfügig abgeflaut – die Laufszene ist weiterhin an Alternativ-Veranstaltungen interessiert. Der leichte Rückgang könnte auch daran gelegen haben, dass ein Sololauf auf der Originalstrecke in Kirchen diesmal nicht möglich war. Nach der Corona-bedingten Komplettabsage im Vorjahr mussten sich die Sportler diesmal auf eine Alternativstrecke begeben, denn der Originalkurs mit Start und Ziel in der Bahnhofstraße vor dem alten Heizkraftwerk des Kirchener Krankenhauses hinüber über die Siegbrücke und entlang des Siegdamms war für den Verkehr nicht abgesperrt – es durfte ja auch keine offizielle Sportveranstaltung stattfinden. Und so liefen viele Teilnehmer auf ihren Lieblingsstrecken in Westerburg, Marienstatt, im Wippetal, auf dem Radweg zwischen Wehbach und Niederfischbach oder aber im Siegerland – wie zum Beispiel an der Sieg-Arena zwischen Eiserfeld und der Siegener Eintracht, oder an der Obernautalsperre in Netphen. Drei Tage lang konnte gelaufen werden, jeder Teilnehmer konnte seine mit der Sportuhr gemessene und via Lauf-App dokumentierte Leistung dann selbst in die Ergebnisliste eintragen und sich bei Bedarf auch eine Urkunde ausstellen.

Vor allem die klassischen Distanzen von 5 und 10 Kilometer waren wieder besonders beliebt. Und wie schon beim Föschber Radweglauf gelang auch diesmal Johannes Diedershagen von der SG Westerwald die schnellste Laufzeit. Der 31-jährige Langstreckenläufer und Triathlet aus Steinebach absolvierte seinen Sololauf über 10 Kilometer auf dem Radweg in Wehbach, und am Ende blieb seine Uhr bei 36:53 Minuten stehen. Am selben Tag hatte auch sein Vereinskollege Marc Schwan auf der selben Strecke die Zeit von 37:38 Minuten aufgestellt. Doch das reichte „nur“ zum dritten Platz im Endklassement der Männer.

Zweitschnellster hinter Diedershagen war – wie schon beim Lauf in Niederfischbach – Andreas Senner vom TuS Deuz. Der 52-Jährige aus Siegen-Eisern hatte am vergangenen Freitag seinen Sololauf auf dem flachen 2,2 Kilometer-Rundkurs an der Sieg-Arena in Siegen in 37:21 hingelegt und sich damit knapp vor Schwan platziert. Einen Tag später übernahm Senner dann auch noch den Job des Pacemakers für Vereinskollegin Gabi Müller-Scherzant. Wenige Tage vor ihrem 52. Geburtstag gelang ihr mit 39:03 Minuten sogar eine inoffizielle Bestzeit über 10 Kilometer, denn den schnellsten Zehner auf der Straße war die Läuferin des TuS Deuz vor sechs Jahren in Leverkusen (39:23) gelaufen. Damit war Gabi Müller-Scherzant auch die schnellste Läuferin in der Endwertung nach drei Tagen.

Schnelle Zeiten gab es auch über 5 Kilometer. Hier schockte Ahferom Teame (SG Sieg LT) die Konkurrenz mit seinem Soloritt. Das 21 Jahre alte Lauftalent aus Eritrea, 2018 Überraschungssieger beim Jahrmarktslauf in Wissen, rannte auf dem Kurs am Driescheider Weg in Altenkirchen die Bestzeit bei den Männern in 16:22 Minuten. Bei den Frauen setzte Alicia Brenner von der WSG Bad Marienberg die Bestmarke. Die 23-Jährige lief in Budenheim (Landkreis Mainz-Bingen) eine 5-Kilometer-Strecke in 19:22 Minuten, nur sieben Sekunden langsamer war die junge Clara Fuchs (Jg. 2005) von der LG Kindelsberg Kreuztal, die ihren „Kirchener“ Sololauf im Rahmen des Ausdauer-Cups in Essen absolvierte.

Zu den Kilometersammlern, die im Rahmen des Kirchener Stadtlaufs gleich drei Mal an den Start gingen, zählten: Hans-Joachim Fries vom RSV Daadetal (13/10/12 km), Susanne Hein von der LG Kindelsberg, die auf insgesamt 46 Kilometer kam (10/10/26 km), und Thomas Grell (BSG Sparkasse Siegen). Letzterer legte am ersten Tag 16,6 Kilometer im Laufschritt zurück, strampelte am zweien Tag dann eine 54 Kilometer lange Mountainbike-Tour herunter und setzte am letzten Tag dann den Schlusspunkt mit einem 31 Kilometer langen Dauerlauf.

Dass man auch im hohen Alter noch sportlich richtig fit sein kann, zeigte erneut Arno Siggel vom Lauftreff Fischbacherberg in Siegen. Mit 90 (!) Jahren lief er die 5 Kilometer an der Sieg-Arena in 48:22 Minuten. Damit war er sogar 20 Sekunden schneller als vor sechs Wochen beim Föschber Radweglauf. Die größte Gruppe an Teilnehmern stellte auch diesmal wieder der ASC Weißbachtal.

Der nächste Ausdauer-Cup-Lauf ist der „virtuelle“ Flecker Tunnellauf in Freudenberg, der für den 7. bis 9. Mai terminiert ist.

Von unserem Mitarbeiter Frank Steinseifer