Archivierter Artikel vom 17.08.2021, 10:30 Uhr

So wird der Dialog gefördert

Darf Theater ein Stück bringen, in dem eine Volksgruppe verunglimpft wird? Sollen Theatermacher solche Stücke herausfiltern? Ich bin der Meinung, dass die Schere im Kopf aller Debatte den Boden entzöge. Sicherlich ist „Carmen“ in Oper wie Novelle kein gesellschaftliches Lehrstück a la Bertolt Brecht. Aber: Die Debatte wird in der Adaption von Daniel Ris befördert, indem die Volksgruppe der Sinti und Roma klar angesprochen wird. Der Zuschauer wird sich des diskriminierenden Z-Wortes bewusst. Eine wertvolle Initiative ist, dass der Intendant das Thema in einer Podiumsdebatte auf die Bühne gebracht hat. Wäre das Stück verstümmelt worden, würde Schweigen herrschen. So jedoch wird der Dialog gefördert.

E-Mail: Thomas.Brost@rhein-zeitung.net