Archivierter Artikel vom 02.02.2022, 18:51 Uhr

Pfarreienrat im Adenauer Land macht das Leiden an der Situation öffentlich

Nach Bekanntwerden des Gutachtens über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising fordert auch die Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land konkrete Veränderungen in der Kirche.

„Katholikinnen und Katholiken müssen sich im Bekannten- und Freundeskreis für ihre Mitgliedschaft und ihr Engagement in der Kirche rechtfertigen. Sie erleben, dass nahestehende Menschen, Familienmitglieder und Freunde die Konsequenz ziehen, aus der Kirche auszutreten“, heißt es in einer Stellungnahme des Pfarreienrates, der diesen Leidensdruck bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung des Pfarreienrates thematisiert hat.

Klar sei, dass die absolute Mehrheit der Mitglieder der katholischen Kirche keinen Anteil am Zustandekommen der gegenwärtigen Krise hat. Ursächlich handele es sich zunächst um eine Krise der katholischen Hierarchie, durch die das Engagement unzähliger Mitchristen in Misskredit gebracht werde, betonen die Mitglieder des Pfarreienrates, denen es wichtig ist, das Leiden an der gegenwärtigen Situation öffentlich zu machen. Trotzdem seien die meisten Mitglieder motiviert, sich weiterhin für ihre Gemeinden ehrenamtlich zu engagieren, auch wenn der Gegenwind stärker wird.

Bei der Sitzung wurde schnell klar, dass konkrete und zügige Veränderungen in der katholischen Kirche notwendig sind. Eine positive Entwicklung sei das, was bisher im Bereich der Prävention von sexualisierter Gewalt erreicht wurde, beispielsweise die verpflichtenden Präventionsschulungen der Haupt- und Ehrenamtlichen. Ein Weg, der weitergegangen und ausgebaut werden müsse. Die Ratsmitglieder erwarten, dass Verantwortungsträger zu Fehlentscheidungen stehen. Ein anderes Verhalten werde dem moralischen Anspruch der Kirche nicht gerecht. Ankündigungen reichten nicht aus. Konkrete Veränderungen seien überfällig. Der Pfarreienrat möchte das Thema weiterverfolgen und im Gespräch bleiben.