Archivierter Artikel vom 31.08.2020, 17:28 Uhr

Parken: Stärker ordnen und Gebühren verlangen?

Beim Verkehrskonzept für Nassau gibt es einige Fragen, die noch nicht beantwortet sind. Ein Beispiel ist die Parksituation. Nachfrage und Angebot könnten gesondert untersucht werden, um Klarheit zu bekommen. Ob und wie öffentliche Stellflächen bewirtschaftet werden, ist dabei nur ein Aspekt.

So könnte das Parken in den Zonen geregelt werden.
So könnte das Parken in den Zonen geregelt werden.
Foto: Carlo Rosenkranz

Beispielsweise hat die Stadt Nassau derzeit 42 Parkausweise für Anwohner im Bereich zwischen dem Amtsplatz und der Freiherr-vom-Stein-Straße erteilt. Die Jahresgebühr dafür ist zwar verschwindend gering, es gibt aber im Stadtgebiet gar keine Parkplätze, die allein Inhabern der Ausweise vorbehalten sind. Ratsmitglied Stefan Schaefer hat jetzt in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtumbau und Verkehr vorgeschlagen, Bürgern, die auf dem Grundstück ihres Hauses keine Stellplätze für ihre Autos haben, einen finanziellen Beitrag für die Nutzung des öffentlichen Straßenraums abzuverlangen.

Vor allem für die Innenstadt steht die Frage im Raum, ob man Parkgebühren wieder einführen soll und ob Kurzzeitparkplätze, auf denen man maximal 30 Minuten mit Parkscheibe stehen darf, für Besucher der dortigen Geschäfte vorgehalten werden sollen. Solche Regelungen bedürfen jedoch auch der Überwachung, wie Verkehrsplaner Patrick Berens anmerkte. Generell bietet die Stadt Nassau seit einigen Jahren das Parken gebührenfrei an. „Ich glaube, das hat sich bewährt, aber es gibt auch andere Meinungen“, sagte Stadtbürgermeister Manuel Liguori in der Ausschusssitzung.

Für den Bereich des Kaltbachtals und die Westerwaldstraße gilt derzeit, dass das Parken weitgehend von den Anwohnern selbst arrangiert wird. „Sind Restriktionen notwendig?“, fragte Berens im Ausschuss. „Oder gängeln wir die Anwohner damit?“ Derzeit könne man jedoch nicht sagen, ob beispielsweise durch Vorgaben mittels Markierungen Stellflächen gewonnen werden können oder ob dadurch benötigter Platz wegfalle.

Weniger Stellplätze gibt es in jedem Fall, wenn der Schotterplatz am Kulturhaus vom kommenden Jahr an durch die Leifheit-Stiftung bebaut wird. Planer Berens machte in der Ausschusssitzung deutlich, dass viele Entscheidungen politischer Natur seien und die Verkehrsexperten beratend zur Seite stehen. „Was möchten sie als Stadt Nassau?“, fragte er.

Ratsmitglied Cengiz Kiziltoprak und die Beigeordnete Petra Wiegand haben im Verkehrsausschuss angemahnt, dass auch die Radwegführung im Verkehrskonzept berücksichtigt werden muss. Schließlich sei auch die Verlegung der Radstätte ins Zentrum geplant.

Am Dienstag, 1. September, wird sich der Hauptausschuss von 19 Uhr an in öffentlicher Sitzung mit dem Verkehrskonzept beschäftigen. Das Gremium kommt im Museumsraum des Kulturhauses zusammen. Dann wird auch beraten, ob man für 11.000 Euro eine Analyse des Parkraums und ein Konzept in Auftrag gibt. crz