Neue „Düsseldorfer Tabelle“: Höhere Bedarfssätze und mehr Selbstbehalt

Am 1. Januar tritt die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft. Sie sieht höhere Bedarfssätze vor allem für Minderjährige vor. Allerdings steigt auch der Betrag, den Unterhaltspflichtige für sich selbst behalten dürfen. Deswegen kommt es auf den Einzelfall an, ob mehr für die Kinder herausspringt. „Viele Kinder werden trotz der höheren Sätze sogar weniger Geld bekommen“, teilte das Oberlandesgericht Düsseldorf mit, das die Tabelle seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts herausgibt.

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Der Mindestunterhalt beträgt der neuen Tabelle zufolge ab dem 1. Januar für Kinder im Alter bis fünf Jahre 369 Euro statt bislang 354 – ein Plus von 15 Euro. Das gilt für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1900 Euro netto.

Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben in dieser Einkommensklasse Anspruch auf mindestens 424 Euro statt bislang 406 Euro – ein Plus von 18 Euro. In der dritten Altersgruppe bis zu Volljährigkeit sind es dann 497 Euro – ein Plus von 21 Euro.

Für volljährige Trennungskinder steigen die Sätze dagegen kaum: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Die Sätze für volljährige Kinder waren schon 2018 und 2019 unverändert geblieben. Der Satz für Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro.

Erstmals seit 2015 ändert sich der sogenannte Selbstbehalt, der dem Unterhaltspflichtigen für seinen eigenen Bedarf zusteht. Der von nicht Erwerbstätigen steigt von 880 auf 960 Euro, der von Erwerbstätigen von 1080 auf 1160 Euro – ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro. Der Betrag kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten, aber nicht unangemessen hoch sind.

Der Selbstbehalt gegenüber Unterhaltsansprüchen von Eltern, etwa wenn diese pflegebedürftig geworden sind und die Kosten ihre Rente übersteigen, steigt von bisher 1800 Euro auf 2000 Euro. Die Auswirkungen des Angehörigenentlastungsgesetzes sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Archivierter Artikel vom 29.12.2019, 18:39 Uhr