Müllgebühr muss wohl steigen

Zehn Jahre lang seien die Abfallgebühren im Landkreis Limburg-Weilburg recht stabil innerhalb einer engen Bandbreite gewesen – in den nächsten Jahren müssten die Bürger aber mit einer leichten Änderung der Gebühren rechnen. Der für die Entsorgung zuständige Dezernent in der Kreisverwaltung, der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (SPD), machte dies am Freitag bei der Sitzung des Kreistags deutlich. Gründe sind unter anderem steigende Kosten für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch umfangreiche Investitionen und die allgemeine Preissteigerung. Damit seien die Müllgebühren im Kreis kein Preistreiber – die Quote habe über die Jahre betrachtet unter der allgemeinen Inflationsrate gelegen.

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Sauer brachte den Entwurf der neuen Abfall- und Entsorgungssatzung in das Kreisparlament ein, das auch eine Anpassung der Gebühren vorsieht. Für das Jahr 2022 plant der Landkreis mit einem moderaten Anstieg auf 61,44 Euro pro Person, im Jahr zuvor waren es 58,20 Euro. Doch das war ein Rekordtief, wie Sauer betonte, allerdings auch wegen Sondereffekten. 2020 habe die Gebühr 61,68 Euro betragen, zuletzt 2018 lag die Gebühr pro Jahr bei mehr als 62 Euro. Historisch gesehen lag die Pro-Kopf-Jahresgebühr zuletzt 2006 bei rund 56 Euro: 56,16 Euro zahlten Bürger damals pro Kopf und Jahr für die Entsorgung ihrer Abfälle. Dass die Entsorgungskosten in den vergangenen Jahren so stabil geblieben waren, sei indes nicht wirklich jemandes Verdienst, erläuterte Sauer, sondern habe die Gegebenheiten abgebildet. Wer in die Zukunft blicke, sehe aber, dass die Inflationsrate derzeit bei fast 5 Prozent liege – alles werde teuer. Für die Kalkulation der Gebühren im Kreis schlagen etwa Investitionen in Höhe von sieben Millionen Euro für das Kompostwerk Niederstein in Beselich zu Buche. Hinzu kamen die Einführung der Grünschnittsammelstelle und gestiegene Kosten etwa bei der Energie. Mit immerhin 300.000 Euro seien die Kosten alleine beim Sperrmüll gewachsen, berichtete Sauer – offenbar hatten die Bürger im Kreis hier große Bedarfe.

Auch die Bepreisung des Klimagases Kohlendioxid werde bis zum Jahr 2026 mit bis zu 65 Euro ins Kontor schlagen, „deswegen werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen“, kündigte Sauer an. Den Entwurf der neuen Gebührensatzung werden nun die Fachpolitiker beraten, bevor der Kreistag sie in der nächsten Sitzung mit Wirkung für das nächste Jahr beschließen wird. brm

Archivierter Artikel vom 06.11.2021, 08:42 Uhr