Archivierter Artikel vom 08.05.2019, 13:12 Uhr
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Marathon-Mönche: 1000 Tage um den Berg zur Erleuchtung

Kaihogyo ist japanischen für „Gipfelumkreisungs-Askese“ und ist ein Ritual von Mönchen der Tendai-Schule, das für 100 oder 1000 Tage durchgeführt wird. Dabei wird der Berg Hiei bei Kyoto immer wieder umrundet. Entscheidet sich der Mönch, die tausendtägige Praxis durchzuführen, werden in sieben Jahren Etappen zu 100 und 200 Tagen absolviert – jeweils aufeinanderfolgend.

Dabei legt der Mönch eine Strecke zurück, die angeblich fast einer Erdumrundung gleicht. Daher werden die Absolventen auch „Marathon-Mönche“ genannt. Das Ritual gleicht einer Pilgerreise und wird in der Nacht durchgeführt, da der Mönch trotz des Rituals nicht von den monastischen Pflichten des Tages entbunden ist. So steht der Asket kurz nach Mitternacht auf und absolviert in den Stunden bis zum Morgen den langen Weg um den Berg Hiei. Auf dem Weg hat er die Aufgabe, in kurzen Abständen an etwa 260 Orten Gebetszeremonien durchzuführen. Da der Weg weit ist und sich in den späteren Etappen verdoppelt und verdreifacht, muss der Mönch rennen. (Quelle Wikipedia)