Archivierter Artikel vom 05.07.2022, 19:13 Uhr

Landrätin Weigand: Bei Wetterextremen müssen Bund und Länder handeln

Die parteilose Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, fordert in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ eine Reform des Katastrophenschutzes bei Extremwetterlagen: „Es ist falsch, allein die Landkreise in die Pflicht zu nehmen“, sagte sie der Zeitung.

Landrätin Cornelia Weigand  Foto: Thomas Frey/dpa
Landrätin Cornelia Weigand
Foto: Thomas Frey/dpa

Die Krisenstäbe auf kommunaler Ebene seien geschaffen worden, um mit größeren Autounfällen oder einem kleinen Waldbrand umzugehen. Doch angesichts des Klimawandels und der damit einhergehenden steigenden Zahl von Naturkatastrophen, die zügig eine „nationale Tragweite“ erreichen könnten, müssten Bund und Länder mit in die Verantwortung genommen werden – etwa bei Wetterextreme wie Starkregen und Tornados. Sie halte es für falsch, dass die Verantwortung für die Beurteilung von Gefahren und deren Abwehr in Rheinland-Pfalz – so wie in den meisten Bundesländern – bei den Landrätinnen und -räten läge.

Weigand forderte in der „FAZ“ ein professionelles Monitoring von Extremwettern und verglich ein solches Vorgehen mit den Präventivmaßnahmen des Bundes zur Terrorbekämpfung. Überdies müsse es im Katastrophenfall „bessere Mechanismen geben, nach denen sich Land und Bund automatisch einschalten“, um die Lage zu managen – und nicht erst, wenn es spät sei.

Bisher ist es in Rheinland-Pfalz vorgeschrieben, dass der Krisenstab eines Landkreises das Land im Katastrophenfall bitten muss, die Steuerung der Lage zu übernehmen. Dies geschah im Ahrtal erst zwei Tage nach der Flut.

Dieses Vorgehen sei „absurd“, sagte Weigand: „Stellen Sie sich vor, Sie sind in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, Sie liegen schwer verletzt und stark blutend am Straßenrand – und alle fahren an Ihnen vorbei, Sie müssen selbst den Notarzt rufen, keiner macht das für Sie. Das kann doch nicht sein!“ red